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Interview

Interview mit Commander (30.04.2008)

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Commander-Album Nummer zwei ist ein echter Knaller geworden, der selbst vor alteingesessene Bands nicht zurückstecken muss. Über den Entstehungsprozess, mehrteilige Songs und Weißbier gab Sänger/Gitarrist Nick Auskunft.

HH: Hallo Nick, anderes Jahr, neues Interview, gleiche Eingangsfrage: Wie geht es dir nach der Veröffentlichung eures neuen Langeisens The Enemies We Create?

Nick: Bin schon wieder voll im Saft und mache bereits die ersten Skizzen für das nächste Album. Dafür wollen wir uns mehr Zeit nehmen, weswegen wir das Songwriting gleich konsequent weitergeführt haben. Ansonsten sind wir auf die Reaktionen "Live" gespannt und freuen uns wahnsinnig auf die Festivals.

HH: Am 28.03. habt ihr im Neuland die Veröffentlichung eurer neuen Scheibe mit einem fetten Live-Konzert gefeiert, bei dem zwar einige Leute anwesend waren, insgesamt hätten aber noch weit, weit mehr Leute ins Neuland gepasst. War das enttäuschend für euch?

Nick: Tja, wie du selber weißt, gab es einige Konkurrenz-Veranstaltungen (u.a. Paul Di' Anno, Ragnarök usw.). Aber da wir unsere Release-Show am Tag des VÖ machen wollten, sind wir da keinen Kompromiss mit einer Terminverschiebung eingegangen. Enttäuscht bin ich nicht, da ich keine hohe Erwartung für München hatte. Wir haben aber definitiv zuviel Lehrgeld gezahlt und werden unsere Konsequenzen daraus ziehen.

HH: Einen Tag später habt ihr das Gleiche nochmals in Wien aufgezogen. Wie waren Show und Reaktionen dort? Wieviele Leute hatten sich im Escape eingefunden?

Nick: Die Show war sehr gut organisiert. Es waren ca. 100 Leute da, wobei sich ungefähr 70 Leute unsere Show angeschaut haben. Für das erste Mal in Wien bin ich zufrieden wie es gelaufen ist. Wir sind uns nicht zu schade, uns den Arsch abzuspielen. Das gehört zum Geschäft und sollte jeder Band im Blut liegen.

HH: Wie fielen diesmal die Kritiken zu The Enemies We Create aus? Ich habe mir ehrlich gesagt keine Reviews durchgelesen, weil für mich eh klar war, dass The Enemies We Create ins Haus muss.

Nick: Die Reviews waren nicht schlecht, doch wurden wir dieses Mal natürlich härter ins Gericht genommen als beim ersten Album. Ich lese die Reviews auch nicht, die lasse ich mir immer von der Band erzählen. Aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit den Reviews, da wir wissen unter welchen Bedingungen dass Album entstanden ist und was für eine wirklich schwere Geburt das Ganze war.

HH: World's Destructive Domination ist laut dem Interview von 2006 gänzlich dein Baby, was das Songwriting betrifft. Wie sieht die Sache bei The Enemies We Create aus? Warst du diesmal auch wieder "Alleinherrscher"?

Nick: Dieses Mal ist es ein Gemeinschaftsprodukt geworden, da ich nicht sehr kreativ war. Außerdem wollte ich sehen, was von den anderen so kommt. Ich bin dahingehend sehr offen, wobei ich schon schauen will, dass wir beim nächsten Album unsere Trademarks wieder deutlicher hervorheben. Von der lyrischen Seite her habe ich mit unserem Drummer Willy einen sehr guten Counterpart. Ich denke wir werden für das nächste Album wieder eine starke Story stricken können.

HH: Was mir an The Enemies We Create auch sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass man viele Teile der Texte auch ohne vorliegendes Booklet verstehen kann. Ist die Verständlichkeit für euch besonders wichtig?

Nick: Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Mir ist nur beim ersten Album aufgefallen, dass ich recht deutlich singen (gröhlen!?) kann, worauf ich beim neuen Album dann auch mehr geachtet habe. Kann gut sein, dass sich mein Gesangsstil noch ein wenig verfeinern lässt, woran ich auch versuche zu arbeiten. Zeigen wird sich das Ganze aber erst in der Vorproduktion zum nächsten Langeisen.

HH: Wie wichtig ist dir die Reihenfolge der Songs auf The Enemies We Create? Spielt es generell eine Rolle für dich, welcher Song an welcher Stelle steht?

Nick: Es spielt keine Rolle, in welcher Reihenfolge die Songs auf dem Album landen. Dass ist mehr so eine Gefühlssache, wo man sich dann im nachhinein denkt, der eine oder andere Song könnte wo anders stehen. Ein Album ist immer eine Bestandsaufnahme eines kurzen Zeitraums, danach kann man immer alles besser machen.

HH: Der nächste Pluspunkt ist der Sound. Ich würde den jetzt mal pauschal als fett und differenziert bezeichnen, was natürlich auch den Gesangsspuren zugute kommt. Verglichen mit der aktuellen Dismember habt ihr sogar weit die Nase vorn. Was sagst du zu diesen "Vorwürfen"?

Nick: Klingt doch nicht wie ein Vorwurf, oder? Wir sind Freunde des eigenständigen Sounds und versuchen diesen konsequent weiterzuentwickeln. Ich denke, dass wir es beim nächsten Mal noch einen Tick besser hinbekommen werden, zumindest arbeiten wir gedanklich schon daran.

HH: Wie liefen die Aufnahmen zur neuen Scheibe? War es einfacher oder schwerer als bei World's Destructive Domination?

Nick: Bei World's Destructive Domination war der Aufnahmeprozess der reinste Horror, da wir uns nicht im klaren waren was für einen Sound wir wollten. Bei The Enemies We Create war der Songwritingprozess der reinste Albtraum, dafür liefen die Aufnahmen wie am Schnürchen. Somit haben wir mit dem dritten Album die Möglichkeit, alles perfekt zu machen. Vom Songwriting über die Aufnahmen bis zum abschließenden Release.

HH: Was auch positiv auffällt ist der massive Groove, den so ziemlich alle Songs versprühen, egal ob schnell oder langsam. Dabei wird vor allem beim letzten Song "Valley Of Fallen Stars" der Einfluss der Briten Bolt Thrower deutlich, was nicht zuletzt auch an den Melodien liegt. Welche Bands haben noch Einfluss auf Commander?

Nick: Schwer zu sagen, da ich die meisten Songs riff-technisch keiner anderen Band zuordnen kann. Ich will mich auch nicht mit Bands vergleichen, eher mit Musikstilen. Meine Einflüsse ziehe ich aus dem Bay-Area Thrash, dem britischen Death Metal und diversen anderen Stilen. Das kann man selber meistens eh nicht kategorisieren, dafür gibt es dann die Presse und Fans.

HH: Wie Ray in seinem Review geschrieben hat, scheint ihr eine Vorliebe für mehrteilige Songs entwickelt zu haben. Bei World's Destructive Domination hieß das Duo wie das Album selbst plus Part 1 und 2, hier gibt es New Age Of Treason und New Age Of Treason II. Was macht mehrteilige Songs für euch so interessant?

Nick: Die Antwort liegt eher im lyrischen Bereich. Zuviel Text = mehrere Songs. Es gibt einfach Texte die kann man nicht in einem Song erzählen, dann muss das Ganze einfach erweitert werden. Wir planen so was nicht im Voraus, da lassen wir uns vom Zufall leiten. Aber das ist ja grad der spannende Teil des Songwritings, dass sich alles bis zum finalen Aufnahme-Take noch ändern kann.

HH: Könnte man New Age Of Treason I + II auch zu einem langen, großen Song zusammenfassen oder würde das keinen Sinn ergeben?

Nick: Keine Ahnung, da zuerst die Musik fertig war, dann erst die Texte. Wie gesagt, ist die The Enemies We Create ein sehr spontanes Album geworden. Vielleicht hätte es sich bei mehr Zeit noch anders entwickelt, wer weiß.

HH: Wo siehst du die größten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen World's Destructive Domination und The Enemies We Create?

Nick: Der größte Unterschied ist, dass das Riffing auf dem neuen Album reifer wirkt, genauso wie die Arrangements. Der gemeinsame Nenner heißt Thrash Metal, der sich durch beide Alben zieht.

HH: Stell dir vor, The Enemies We Create wäre eine Weißbiermarke. Welches Weißbier wäre das und warum?

Nick: Wir mögen kein Weißbier. Am ehesten wären wir ein Dunkles Kellerbier, ohne jetzt Schleichwerbung zu machen.

HH: Im Sommer werdet ihr einige Open Airs spielen, gibt es auch eine The Enemies We Create-Club-Tour?

Nick: Dieses Jahr stehen noch die Festivals im Vordergrund. Im ersten Halbjahr 2009 wollen wir touren. Da stehen wir gerade mit diversen Projekten in Verhandlung.

HH: Sind dir Club-Gigs oder Festivalauftritte lieber?

Nick: Beides hat seinen Reiz, wobei ein Festivalauftritt schon was Besonderes ist, da man so was in der Regel seltener spielt.

HH: Nach welchen Kriterien wird die Setlist für die Gigs zusammen gestellt?

Nick: Mit zwei Alben ist es einfacher geworden, da sich die Favoriten vom ersten Album herauskristallisiert haben und nur mit den neuen Songs vermischt werden müssen. Wenn wir irgendwo erstmalig auftreten, dann packen wir gerne noch ein, zwei Coversongs dazu.

HH: Eure Homepage erstrahlt immer noch im World's Destructive Domination-Design. Wird es da noch einen Relauch mit neuer Verpackung geben?

Nick: Der Relaunch erfolgt bis spätestens Mitte Mai. Lasst euch überraschen.

HH: Ihr seit daneben auch bei MySpace unter www.myspace.com/commandercrewmunich vertreten. Inwieweit hilft euch das einen größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen?

Nick: Es hilft soweit, dass du die Möglichkeit hast mit Leuten in Kontakt zu treten, die du über eine Homepage nicht erreichen kannst. Heutzutage fragen dich die Kids nicht mehr nach deiner Website, sondern ob man auf MySpace ist.

HH: Welche der beiden Seiten ist die gefühlt wichtigere für Commander?

Nick: MySpace hat sich für die Bands zur wichtigsten Plattform entwickelt, sogar noch wichtiger als eine Website. Liegt daran, dass du mit einem Klick die wichtigsten Infos + Sound erreichen kannst und dich nicht erst durch die Seiten klicken musst.

HH: Neben Commander bist du ja auch noch als Bassist bei Sycronomica tätig. Wie klappt diese Doppelbelastung? Bringst du dich auch beim Songschreiben dort mit ein und falls ja, inwieweit unterscheidet sich die Herangehensweise zu der von Commander?

Nick: Ich bin bei Sycronomica nur für die Shows zuständig, also ein reiner Sessionbasser. Zudem werde ich mein Engagement bei den Sycis im Sommer beenden, da es sich zeitlich einfach nicht mehr ausgeht. Also ihr Bassisten da draußen, meldet euch unter www.sycronomica.de.

HH: Wenn man sich die letzten Konzerte in München so ansieht, "glänzen" wir mit mangelndem Zuschauerzuspruch. Selbst die größeren Act wie Immolation oder Dismember müssen vor fast leeren Hallen spielen. Liegt es nur am Überangebot oder worin siehst du die Ursache hierfür?

Nick: München ist und bleibt ein Phänomen. Die Trendbands haben Zulauf bis zum Abwinken, der Rest dümpelt so vor sich hin. Überangebot ja, wenn man sich die Daten mal anschaut. Wer soll das alles bezahlen?
Durch die Tatsache, dass die Bands heutzutage "nur" noch live Geld verdienen können, dementsprechend explodiert dieser Markt gerade.

HH: Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg für die Zukunft! Die letzten Worte gehören dir!

Nick: Danke an heavyhardes.de für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Ansonsten checkt doch einfach mal unser Album an. Cheers, sehen uns on the Road...

Lord Obirah

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