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Interview

Interview mit Mirrorthrone (23.10.2003)

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Wenn ich mir die Review der Mirrorthrone CD durchlese, kommen mir Worte wie "Piano", "Streicher", "Barock", "Facetten" und "Französisch" irgendwie spanisch vor. Deswegen durfte das süße Früchtchen auch gleich mal Nachforschungen anstellen und feststellen, dass es ein Interview mit einem Musiker und keinem Schriftsteller gemacht hat. Naja... eh alles Kiwi ... ähh Banane ;-)

HH: Du nennst dich Vladimir, ist das dein richtiger oder ein Künstlername? Und warum heißt du dein Projekt "Mirrorthrone", gibt es da eine spezielle Bedeutung?

Vladimir: Vladimir ist mein richtiger Name, meine Großmutter kommt aus Rußland. Die Bedeutung von "Mirrorthrone" ist ziemlich kompliziert. Es beschreibt dein Unterbewußtsein, was den Grundstein bzw. Sitz deines Daseins bildet, aber tief in dir versteckt ist. Deswegen kann man es auch nicht kontrollieren, weil man es selber nur verschleiert auf eine verdrehte Art und Weise mitbekommt. Das letztere wird in dem Wort "mirror" ausgedrückt, weil es genau das reflektiert. Das Wort "throne" ist ein Wortspiel und zugleich eine Verbildlichung, denn es kennzeichnet den Sitz des "Ichs", von dem ich gerade gesprochen habe, und dieser ist nicht nur ein einfacher Sitz, sondern ein Tron, weil es das majestätische des Seins unterstützt.

HH: Mirrorthrone ist ein Solo-Projekt. Wo siehst du die Vorteile, hinsichtlich dieser Konstellation und vermisst du es nicht live zu spielen, denn das würde ein Problem sein, oder?

Vladimir: Persönlich sehe ich hauptsächlich mehr Vor-als Nachteile. Ich kann proben wie und wann immer ich will, mein "Schlagzeuger" sopielt haargenau, was ich möchte und ich verschwende keine Zeit, um den Anderen meine Songs zu erklären. Ich muss nicht auf unzuverlässige Personen vertrauen und kann machen, was ich will. Ausserdem bin ich nicht darin interessiert live zu spielen, deshalb stellt das für mich auch kein Problem dar.

HH: Ich war sehr beeindruckt, wie du die klassischen und die Metalelemente vermischt hast. Was ist dein Geheimniss und gibt es Vorbilder die dich beeindrucken?

Vladimir: Vielen Dank. Und nein, ich habe weder kein Geheimniss und auch keinen, der mich großartig beeinflußt und dem ich Punkt für Punkt folgen würde. Ich habe nur einige Dinge oder Gedanken in meinem Kopf, die sich letztendlich in Songs wiederfinden, wie du sie auf meinem Album hören kannst. Dabei werde ich natürlich auch beeinflußt von allem was ich zu Gehör bekomme und das stellt einen ziemlich großen Horizont dar. Ich höre natürlich oft Metal, von harten, rohen Bands bis zu eher Anspruchsvolleren, aber auch andere Dinge, wie klassische Musik, Pop, Rock, Old School Country, Ambient...ich weiß, das ich vieles vergessen hab, aber das sollte einen kleinen Eindruck vermitteln.

HH: Ist dieser Jekyll-and-Hide-Stil (siehe Review) ein Spiegel für deine Emotionen? Wenn ja, inwiefern?

Vladimir: Ich denke ja, aber solche Themen sind schwierig zu erklären. Sicherlich drücken meine Texte sehr persönlich Dinge aus, als wenn ein Nichtmusiker seinen Eindruck von Etwas in seinem Tagebuch schreiben würde.

HH: Die drei französischen Lieder auf deinem Album stammen von älteren Demoversionen. Warum nur drei, warum schreibst du nicht komplett in französisch oder englisch? Hast du Angst, dass deine Nachrichten nicht verstanden werden könnten?

Vladimir: Eigentlich ist nur ein französischer Song von älteren Demoversionen auf dem Album, die anderen sind neuere Kompositionen. Da ist kein bestimmter Grund, der mich dazu veranlasst in der einen oder anderen Sprache zu schreiben, darüber denke ich dabei nicht nach. Was die "Massage" betrifft, denke ich nicht, dass ich den richtigen Weg gewählt habe, wenn sie unbedingt verstanden werden soll. Die meisten "metalheads" geben einen feuchten Furz auf das, was die Texte ausdrücken und die Mehrheit von Denen dringt nicht tief genug in die Lieder ein, um zu vertehen, was der Künstler damit sagen will.

HH: Deine Texte zeigen auch viele romantische und barocke Züge. Gibt es irgendwelche Schriftsteller oder Dichter, die dich beeinflußt haben, in diesem Stil zu schreiben?

Vladimir: Ich würde sagen, es ist hauptsächlich die Musik, die davon beeinflußt wird, sogar beim Text von "Beyond the Mirrorthrone" wurde ich stark beeinflußt vom romantischen Wesen der Musik. Was die Texte im allgemeinen betrifft, wurden sie nicht durch irgendwelche Dichter oder Schriftsteller beeinflußt, ausser bei "Racine De'nudees", da wurde ich von dem deutschen Philosophen Oswald Spengler inspiriert.

HH: Deine Texte werden ja sehr stark von deinen Emotionen geleitet. Schließt du da andere Themen, wie z.B. politische Probleme aus?

Vladimir: Ich schreibe schon über andere Themen, aber indirekt. Der Text von "Racine De'nudees" handelt von einem extrem wichtigen, politischen (oder wirtschaftlichem, denn die Wirtschaft regiert die Welt) Thema, wobei der Text aber so gestaltet ist, dass man es nicht nach einmaligem Lesen erkennt. Ich denke nicht, dass ich jemals anfangen werde offen über Politik zu schreiben oder Politiker und Ereignisse namentlich zu erwähnen. Ich werde immer Metaphern verwenden oder die Dinge nie beim Namen nennen, denn somit würde ich keine Musik machen, sondern eher versuchen ein Buch oder ähnliches zu schreiben.

HH: In einem Interview habe ich gelesen, dass ein Mirrorthrone Video ähnlich dem Cover des Albums sein würde, d.h. im Sinne der Natur. Hat die Natur eine spezielle Bedeutung für dich?

Vladimir: Um eines klarzustellen: Es wird kein Video gedreht, es war nur eine "was wäre wenn"-Frage. Ja Natur, oder dass, was wir letztlich so nennen, hat eine Bedeutung für mich. Um es kurz zu machen: Sie repräsentiert die Homeostasis, die die post-moderne Gesellschaft nicht verstanden hat. Wie Ikaros aus der griechischen Mythologie, wir versuchen konstant immer näher zur Sonne zur kommen und werden uns die Flügel verbrennen.

HH: Wenn du in die Zukunft siehst, könntest du sagen, dass Mirrorthrone seinen Musikstil verändern könnte, z.B. um ein pures Metal Album zu machen?

Vladimir: Nein, niemals. Ich habe verschiedene Projekte, somit spiele ich schon nichtsynfonische Stücke. Ich würde das aber niemals unter dem Namen Mirrorthrone machen.

HH: Letzte Frage: Gibt es noch irgendwelche Wünsche, die du dir mit Mirrorthrone erfüllen willst?

Vladimir: Ich tue schon das, was ich möchte: Musik machen. Meine Hoffnung ist es in dieser Richtung weiter zu machen.

HH: Das war's. Ich danke dir vielmals.

Vladimir: Vielen Dank für deine Unterstützung. Viel Glück mit Heavyhardes.de und ich hoffe wieder mit dir zu sprechen, wenn das nächst Release ansteht.

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