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Evidence One - Tattooed Heart

Evidence One - Tattooed Heart
Stil: Melodic Rock
VÖ: 15. November 2004
Zeit: 43:47
Label: Nuclear Blast
Homepage: www.evidenceone.de

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Eigentlich als Nebenprojekt von Domain-Sänger Carsten Schulz und Frontline-Gitarrero Roddy Böbel gestartet, legen Evidence One nach Criticize The Truth (2002) mit Tattooed Heart nun bereits ihr zweites Album vor. Schon nach der Veröffentlichung des Erstlings machte die Combo gleich im Vorprogramm von Saxon ernst und konnte zeigen, wohin hier die Reise geht. Man nehme einen Proberaum, kippe zu je gleichen Teilen Pretty Maids, Def Leppard und Dokken hinein, schüttle einmal gut durch, und pronto: irgendwo zwischen Hard Rock und melodischem Power Metal haben Evidence One ihre Heimat gefunden. Die Produktion der neuen Langrille setzt die Band entsprechend gut in Szene - der Sound kommt fett und druckvoll, und vor allem die Leistungen am Mikro und an den Gitarren können immer wieder überzeugen. Mit "Moonsigh" erwischen die Jungs aber einen etwas unglücklichen Einstieg: der Song hat sicher seine Qualitäten, zündet aber nicht sofort und ist durch seine vertrackte Struktur als Opener denkbar ungeeignet. Am Ende wäre der Song besser platziert gewesen. Richtig zur Sache geht's dann mit "Virus In My Veins", einer mitreißenden Up Tempo Nummer, die mit ihren maiden-mäßigen, zweistimmigen Melodieläufen sofort in den Gehörgängen hängen bleibt. Dieses hohe Level kann auch "Written In Blood" halten, bei dem man sich dank eines eingängigen Refrains und schönen Hooks schnurstraks in die seligen 80er zurückversetzt fühlt – Carsten Schulz legt sich ins Zeug, dass es auch Don Dokken nicht besser hingekriegt hätte. Tolle Nummer und klar eines der Highlights! Ebenfalls auf die Habenseite kann der Titel-Track "Tattooed Heart" gebucht werden: ein eher getragener Rhythmus verbindet sich mit einem bass-lastigen Aufbau, der wieder auf einen Chorus hinsteuert, den man spätestens nach dem zweiten Anhören im Kopf hat. Die epischen Züge des Stücks erinnern an Whitesnake zu 1987-Zeiten – was bitte als Kompliment zu verstehen ist. Bei "Infinite Seconds" hauen Evidence One dann voll in die Heavy-Kerbe und liefern treibende Riffs, düstere Stimmung und ein verqueres Gitarrensolo. So was hören wir doch gern! Auch wenn es nach diesen Schätzchen kompositorisch den einen oder anderen Durchhänger gibt: "When Thunder Hits The Ground" und "In Love And War" trumpfen nach wie vor mit Refrains in Ohrwurm-Manier auf. Mit "Child Of Insanity" rundet schließlich ein flotter Rausschmeißer die Sache standesgemäß ab.

Alles in allem können Evidence One mit dieser Scheibe schon zum zweiten Mal den Beweis antreten, dass gut gemachter Power Metal einen massiven Spaßfaktor aufweist. Summa summarum klarer Fall: Daumen hoch!

Holgi

5 von 6 Punkten

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