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Konzert-Bericht

Emil Bulls

Backstage, München 12.09.2020

"Liabe Freinde! Ein Prosit der Gemütlichkeit!" ruft Sänger Christoph von Freydorf den 400 Bierzeltbesuchern zu, die behäbig auf ihren Bänken sitzen und brav an ihrem Bier nippen. Zahlreiche Konzertansagen hat man von Bulls-Fronter Christoph in nunmehr 25 Jahren Karriere hören können. "Seit ihr bereit für den Ritt eures Lebens?" eröffnete er selbstbewusst die Jubiläums-Show zum 15jährigen Bandgeburtstag im Münchner Backstage, bevor die Band das mit tobenden Fans knackvolle Werk mit einer fulminanten Show in Schutt und Asche legte. Und nun? Zum 25jährigen? Abstandsregeln, Maskenpflicht beim Getränkeholen, Sitzpflicht, Herumstehen verboten! Tanzen verboten! Ein Bierzelt!!

"Aber dich gibt's nur einmal für mich!" schnulzt sich Christoph nach stilvollem Manowar-Intro - Kampfgeist ist derzeit durchaus vonnöten - erstmal durch deutsches Schlagerliedgut. Die Bulls in güldenen Glitzersakkos, das Publikum schunkelt. Was für ein Kontrast zum eben verklungenen 1. Abstandskonzert von Destruction! Die Band feiert anno 2020 ein Vierteljahrhundert Emil Bulls also altersgemäß? Bullshit! Der Vorhang fällt erneut und - nunmehr ganz in Schwarz - schmettern die Jungs ein wütendes "The Reckoning" von der Bühne. Christoph hatte es im Interview direkt vor der Show bereits deutlich gemacht: Erst das dritte (und schon wieder letzte) Konzert nach zehn Monaten voller Frust und der darf jetzt raus. Die Bullen haben Bock und die Fans feiern die Songs eben sitzend. Kaum ist das erste Prosit der Gemütlichkeit verklungen, geht es beinhart weiter: "Here Comes The Fire", "The Most Evil Spell". Durch die launigen Bierzeltintermezzi wirkt der heftig groovende Modern Metal der Bulls umso brachialer. Nach einem hochenergetischen Parcours durch ein fulminantes Best of-Set gibt es als zweite Zugabe mit "Sierra Madre" nochmal Schlager im Goldglitzergewand und nach dem wirklich letzten "Prosit der Gemütlichkeit" noch "Worlds Apart" gefolgt vom finalen Robbie Williams-Schmachtfetzen "Angels", bei dem dann das ganze Bierzelt mitsingt. Schön, so etwas mal miterleben zu dürfen. Noch schöner wäre, so etwas nie mehr miterleben zu müssen. Denn Konzerte im Sitzen finden hoffentlich bald nur in Geschichtsbüchern statt!

Die Bulls haben nun wirklich das Beste daraus gemacht! Dass die Hohenschäftlarner Festivalspektakel können, haben sie in München zuletzt 2018 auf dem Rockavaria unter Beweis gestellt. Dass sie Akustikkonzerte können, bei der Candlelightshow zum 20jährigen. Jetzt wissen wir: Sie können auch Bierzelt und gehören nun endgültig in jeder erdenklichen Disziplin zu den besten Livebands Deutschlands. Happy Birthday!

Setlist Emil Bulls:
The Crown and the Ring - Lament of the Kings (Manowar)
Aber Dich gibt's nur einmal für mich (Die Flippers)
The Reckoning
Hearteater
Not Tonight Josephine
Ein Prosit
Here Comes the Fire
The Most Evil Spell
Time
Leaving You With This
Smells Like Rock 'n' Roll
Ein Prosit
Nothing in This World
Between the Devil and the Deep Blue Sea
When God Was Sleeping
---
Winterblood - The Sequel
The Age of Revolution
Euphoria
The Jaws of Oblivion
---
Sierra Madre (Schürzenjäger)
The Ninth Wave
Ein Prosit
Worlds Apart
Angels (Robbie Williams)

Dr Drümmer

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