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Evereve - Tried & Failed

Evereve - Tried & Failed
Stil: Modern Metal
VÖ: 24. Juni 2005
Zeit: 51:42
Label: Massacre Records
Homepage: www.evereve.net

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In England gab es Ende der 90er eine lustige Fernsehsendung namens "TFI Friday". TFI stand dabei für eine unanständige Variante von "Thank God It's". Cheffe Chris Evans lud sich dazu immer allerhand illustre Zeitgenossen ein - populäre Kategorieren waren z.B. "Freak Or Unique" (ein Typ konnte seine Füße komplett nach hinten drehen) oder "Fat Lookalikes" (man musste raten, wem ein fetter Mensch ähnlich sah - "I look like a fat - Ginger Spice!"; das war Geri Halliwell, für die, die's nicht wissen). Denkwürdig war der Auftritt eines Anorak-Trägers, der immer versuchte, sich mit Berühmtheiten knipsen zu lassen. Das ging allerdings immer schief: mal war er mit Arnold Schwarzenegger zu sehen - leider nur die Hälfte seines Kopfs. Dann wieder schlich er sich zu Tom Cruise aufs Bild - man sah nur seinen Rücken. Dieser Typ wurde zum "Running Gag" der Show - sein Motto "I try - but I fail!" avancierte zum geflügelten Wort im ganzen Königreich. Im Gegensatz zum deutschen Fernsehen, wo alles nur Verarsche ist, war dieser Kerl aber tatsächlich echt: als "Batman and Robin" in die Kinos kam, habe ich diese Gestalt tatsächlich vor dem Hotel rumhängen sehen, in dem Arnie angeblich abgestiegen war. Natürlich eine Finte. Er versagte wieder. Eine schöne Geschichte. Und gar nicht so verkehrt für EverEve, die ihr brandneues Album ebenso benennen - wahrscheinlich ohne ihren "berühmten" Vorläufer zu kennen.

"Tried And Failed" ist die sechste Veröffentlichung der vier Mannen aus deutschen Landen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, sich immer neu zu definieren. Die Bandinfo kündet von einem Genre namens "Cyber Gothic Metal" - hat sich hier Paradise Lost in den PC gebeamt? Nein, ganz und gar nicht, was wir hier bekommen, ist klar und deutlich: Alphaville haben im Keller die Stromgitarre gefunden. Man nehme den Sound der deutschen Synthie-Popper der 80er (ihr wisst schon, der Sänger mit dem krummsten Gebiss seit Fernandel) und kombiniere diesen mit metallischen Einsprengseln - dann hat man einen Eindruck vom dem, was EverEve hier versuchen. Geht es ihnen dabei wie ihrem Sinnesgenossen aus England, oder agieren sie glücklicher? Eine gewisse Eigenständigkeit kann man dem Geschehen überhaupt nicht absprechen, Stücke wie "Tried & Failed" oder "You're Mine" schlagen sauber ins Kontor. Während einzelner Songs lösen sie sich auch vom Synthie-Metal-Genre und klingen verdammt nach dem ewigen Weltverbesserer Justin Sullivan und seiner heiligen New Model Army - und das, meine Herren, ist immer erstrebenswert und wird daher dick auf der Habenseite verbucht. Ordentlich fetter Sound, eine Stimme, die auch bei Duran Duran nicht Fehl am Platze wäre (und seien wir doch mal ehrlich, wer ist nicht zu "Wild Boys" über die Tanzböden der Provinz getobt??), und vor allem ein Cover-Artwork, auf dem korrekter Schweinskrams (in der Bandinfo als "Erotic Art" bezeichnet) regiert, vor allem die immer gern genommene Girl on Girl Action. Was soll man da sagen - in sich eine gelungene Sache also. Tried, but not failed. Aber TFI Friday, das war immer gut.

Holgi

4 von 6 Punkten

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