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Noltem - Illusions In The Wake

Noltem - Illusions In The Wake
Stil: Black Metal
VÖ: 10. Oktober 2021
Zeit: 40:52
Label: Transcending Obscurity Records
Homepage: www.facebook.com/noltem

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Meistens sind es aufs Nötigste reduzierte Motive in traditioneller Schwarz-Weiß-Optik und garniert mit den obligatorischen Symbolen, die das Albumcover einer Black Metal-Band ausmachen. Bei der amerikanischen Band Noltem und ihrer Debüt-LP Illusions In The Wake sieht die Sache allerdings ganz anders aus: da fließen Wellen, Wälder und Gebirge übergangslos ineinander und vereinen sich zu einem kunterbunten und künstlerisch anspruchsvollen Gemälde, das weder durch Bandlogo, Albumtitel oder irgendwelchen anderen in der Szene so beliebten Firlefanz gestört wird. Da ist man schon neugierig und gespannt, noch ehe die ersten Noten erklingen.

Auf eben jene muss man nach Betätigung der Play-Taste auch nur kurz warten, bis das stimmungsvolle Rauschen der Meeresbrandung verebbt ist. Der Opener "Figment" startet gemächlich ins Geschehen mit eindringlich klirrenden Gitarren, eleganten Akustikpassagen und atmosphärischen Keyboards, welche einen Mix aus Sehnsucht und Melancholie verströmen. Erst gegen Ende zieht das Tempo an und verdichtet die Emotionen mit wunderschönen Gitarrenläufen. Glatt könnte man meinen, das Albumcover wurde direkt von diesem einen, großartigen Lied inspiriert! Der folgende Titeltrack greift den Ball auf, drückt in Summe aber eine ganze Ecke heftiger durch die Membrane.
Was für ein Gegensatz, wenn "Beneath The Dreaming Blue" dann völlig genrefremd mit einer improvisiert wirkenden Jam-Session einsteigt und sich ganz allmählich immer weiter steigert bis hin zu dem, was man eben unter wütendem Black Metal so versteht! Dann eine kurze Verschnaufpause mit dem Interludium "Submerged", das mitsamt dem Meeresrauschen unmittelbar an den Opener anknüpft, ehe "Ruse" gleich einer Sturmböe selbst den letzten Zweifel davonbläst, dass wir es hier mit einem ernst zu nehmenden "Newcomer" zu tun haben. (Die Gänsefüßchen deshalb, weil Noltem schon 2005 mit einem Demo auf der Bildfläche erschienen sind, aber eben jetzt erst ihre erste LP vorlegen.)

Bei einer durchschnittlichen Spielzeit von siebeneinhalb Minuten - das Interludium ausgeklammert - ist es den langen und sorgfältig gestrickten Instrumentalpassagen zu verdanken, dass Illusions In The Wake so facettenreich daher kommt. Auch "Ruse" ergießt sich nach vehementem Auftakt in ein langes und stimmungsvolles Akustikspiel, ehe wieder die Brandung zu vernehmen ist und ein Nebelhorn erklingt. Da hätte die Band das nun noch folgende, rein instrumentale "On Shores Of Glass" besser an anderer Stelle platziert, anstatt mit einem verzichtbaren Stück den grandiosen Schlusspunkt zu ruinieren! Das ändert aber auch schon nichts mehr an der Tatsache, dass dem Trio aus Connecticut ein absolut spannendes Album gelungen ist, das keine Scheuklappen trägt und punktuell an Post Black Metal der Marke Agalloch, Alcest oder Fen erinnert.

Dagger

5 von 6 Punkten

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