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Herman Rarebell And Friends - Herman's Scorpions Songs

Herman Rarebell And Friends - Herman's Scorpions Songs
Stil: Hard Rock
VÖ: 07. November 2014
Zeit: 45:50
Label: Solid Rockhouse Records
Homepage: www.hermanrarebell.com

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Also, wenn man schon die Fortune hat, in einer durchaus formativen Zeitphase Teil einer aus Funk und Fernsehen bekannten Hardrock-Kombo zu sein, und wenn man auch noch an der Erschaffung von einigen der schmissigsten Gassenhauer eben selbiger kompositorisch beteiligt war - dann denke ich ist es mehr als nur legitim, diesen Fundus bestmöglich auszunutzen und sich damit ins rechte Licht zu rücken.

Übersetzt heißt das: wenn der ehemalige Scorpions-Schlagwerker Herman Rarebell nach dem 2013er-Album Acoustic Fever erneut einige Songs seiner langjährigen Weggefährten abstaubt, dann ist das allemal einen Blick wert. Umso mehr, wenn er dafür durchaus seine "Friends", also illustre Kollegen um sich schart, die vor allem dafür sorgen, dass die Stückchen vokalistisch neu eingerichtet werden - den Klause Meine machen uns hier mehr als respektable Streiter wie ex-Toto-Shouter Bobby Kimball, Don Dokken himself, Doogie White (ex-Rainbow etc.), Great White-Fronter Jack Russell, MSG-Mikroschwinger Gary Barden, Black Sabbath-Interimssänger Tony Martin und nicht zuletzt der Vorsteher der deutschen Formation Unbreakable, Al Crespo.

Spannend dann auch die Songauswahl, die eine erfrischende Erinnerung daran ist, dass es eine Zeit vor "Wind Of Change" gab, in der die Scorpions nicht Antenne Bayern-Dauergast, sondern Speerspitze der new wave of German heavy metal waren.
Zum Einstieg Rarebells 1977 lösten sich die Hannoveraner aus ihrer teilweise psychedelischen, von ewig-Hippie Uli Jon Roth geprägten ersten Phase und setzten mit Gitarrist Mathias Jabs gleich vier Sternstunden: Lovedrive, Animal Magnetism, vor allem Blackout und Love At First Sting definierten mit Accept den deutschen Metal. Man kann über Rudolf Schenker denken was man mag, König der 80er-Phänomene Oliba (für die jüngern: Oberlippenbarts) und Vokuhila (das übersetze ich jetzt nicht) - in dieser Zeit galt er auch international als begnadeter Rhythmus-Gitarrist, der knallige, kantige Riffs mit Uhrwerks-Präzision rausfeuerte und somit den Sound der Scorpions definierte.

Rarebell bedient sich aus diesem Fundus und liefert nahezu alle Trademark-Songs aus dieser Phase ab. Dabei finden sich dann durchaus gelungene Interpretationen wie etwa das unvermeidlich "Rock You Like A Hurricane", das swingende "Is There Anybody There", ein sehr elegisches "You Give Me All I Need" (von Don Dokken wahrlich fein eingesungen), das höchst melodische "Make It Real" und das anrüchige "Falling In Love". Insgesamt geht jedoch in den Neueinspielungen ein wenig der Punch, die Kante verloren, die die Songs aus dieser Zeit eben auszeichnen, die Riffarbeit mit Diamantenkante, die in der damals völlig neuartigen Kombination mit balladesken Zügen eben so frisch und innovativ rüberkam, ab. Vollends seltsam gerät dann die gedrosselte mid-Tempo-Ausgabe von "Another Piece Of Meat" - die Nummer ist im Original ja ein ordentliches Haudrauf-Liedchen und macht sich in mit angezogender Handbremse gar nicht gut, auch wenn Tony Martin natürlich sein Handwerk versteht. Der einzige eigens neu komponierte Song "Let It Shine" geht in Ordnung, "Animal Magnetism" wirkt so bizarr wie immer - aber mit einem krachigen "Dynamite" ist auch eine richtige Rakete am Start, die zeigt, wie gut die Herren Meine und Schenker brachiale Energie und Melodie zu verbinden wussten, bevor sie im Sumpf von "You And I" versanken.

Was fehlt? Natürlich "When The Smoke Is Going Down", "Lovedrive", "Always Somewhere", "Bad Boys Running Wild" und das mächtige "Blackout" - aber hier war Rarebell songwriterisch nicht beteiligt. Was bleibt? Eine mehr als nur forsche Aufforderung, die vier Scheiben wieder mal herauszukramen, wegen deren wir die Herren immer verehrt haben, bevor es peinlich wurde.

Holgi

4 von 6 Punkten

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