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Flotsam And Jetsam - The Cold

Flotsam And Jetsam - The Cold
Stil: Power/Thrash Metal
VÖ: 14. September 2010
Zeit: 52:07
Label: Driven Music Group
Homepage: www.flotsam-and-jetsam.com

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Flotsam & Jetsam sind zurück. Und wie! Was 1986 jung, unerfahren und wild begann und in der Szene einschlug wie eine Bombe, das ist auch anno 2010 noch gut, richtig gut. Alleinige Liebhaber der Göttergaben Doomsday For The Deceiver (1986) und No Place For Disgrace (1988) dürfen hier aufhören zu lesen. Aufgeschlossene Powerthrasher und Flots-Junkies wie ich bleiben dabei, denn es lohnt sich wahrlich.

"Hypocrite" ist zu Beginn ein etwas sperriger Opener, macht Appetit auf mehr und passt mit jedem Umlauf besser. Eric AK Knutson singt vorbildlich. Die Stimme ist unverkennbar und setzt der ganzen Scheibe die Krone auf. "Take" ist etwas tiefer, der Bass spielt schöne Figuren. Eric singt zum Powerriffing vorzüglich, einige Breaks bestimmen das Geschehen, die Gesangslinien passen. Cooles Stück. Die Scheibe klingt zeitgemäß ohne zuviel Plastik. Also geht es doch, dass man die richtige Mischung aus alter und neuer Produktionswelt findet.

"The Cold" beginnt mit Akustischer und einem weiblich anmutenden "Ahahaaa"-Gesang, was wohl ein Keysound ist. Eric sprichsingt leicht verfremdet, ab 1:38 bricht die Hölle los. Groove, geile leicht tiefer gelegte Gitarren und ein absolut fantastischer Eric erfreuen. Im Pre-Chorus wird es eingängig zu wohltuenden Gesangslinien bevor "The Cold" mehrmals lang gezogen von Eric intoniert wird. Ein tolles Wahwah-Solo über den Akustischen brennt auf mich nieder. Ja, die Scheibe nimmt Fahrt auf. Zusammen mit dem letzten Song "Secret Life" mit über sieben Minuten der längste Song der Scheibe. "Black Cloud" setzt auf Offbeat, bis Eric einsetzt, dann wird geshreddet, bis der Arzt kommt. Ohne den Gesang würde man erst nicht auf die Flots tippen, aber beim leicht mehrstimmigen Chorus ist das alte Feeling wieder da. Eindeutig und unverkennbar, so geil! Offbeat-Thrash der besseren Sorte.

So, jetzt heißt es "festhalten", meine Damen und Herren! Das folgende Song-Triple mit dem brutal wie der Prince Boateng reingrätschenden "Blackened Eyes Staring", dem semi-balladesken wie harten, sich zum Refrain steigernden, "Better Off Dead" (Gänsehaut pur! - auch textlich) und dem supertreibenden "Falling Short" mit seinem feisten Riff regeln nach aller Flots-Kunst. Geilomat! Vor allem Eric jodelt sich über mehrere Oktaven den Allerwertesten ab. Zweistimmige Gesangsteile, akustische Intros (z.B. bei "Better Off Dead") und dann regiert Power, Power und nochmals Power ohne blind durchs Gebälk zu holzen. Die melodischen Soli sind spitze, bilden einen Kontrapunkt zu den affenscharfen Riffs. Hach, das ist einfach Metalmusik.

"Always" thrasht immer fort voran, die Saiten glühen. "K.Y.A.", steht für Kick Your Ass, tritt den Popo wiederum im Offbeat. Eric setzt auf unter anderem auf angepisstes Shouting. Ist bei dem Titel nicht weiter verwunderlich. Mit dem abschließenden "Secret Life" ziehen die Flots nochmal alle Register. Beim Soloteil im letzten Drittel des Songs bin ich ob der süchtig machenden Melodien den Tränen nahe, wie schön ist das denn bitte!

Von altersbedingtem Verbrauch oder Ideenlosigkeit ist bei Flotsam & Jetsam nichts zu merken. Das reife Songwriting und der transparente druckvolle Sound machen das Album zu einem puren Vergnügen. Von den ersten beiden Klassikern ist man musikalisch gewollt weg, trotzdem hat man ein geiles Power Thrash-Album eingespielt. Die Musiker bleiben nicht knietief im "Früher war alles besser"-Morast stecken, sondern kommen mit neuen Ideen um die Ecke, die sehr viel Spaß bereiten. Der leicht moderne Anstrich steht den Flots gut zu Gesicht. Das Album wird noch oft rotieren. Welcome back, guys! Flots-Fans werden zu keiner Sekunde von dieser Scheibe enttäuscht. Das Ganze jetzt bitte live. Danke.

Siebi

6 von 6 Punkten

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