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Agalloch - Marrow Of The Spirit

Agalloch - Marrow Of The Spirit
Stil: Black Metal
VÖ: 19. November 2010
Zeit: 65:32
Label: Viva Hate Records
Homepage: www.agalloch.org
MySpace: www.myspace.com/agalloch

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Agalloch gehören schon seit Jahren und spätestens seit ihrem dritten Album Ashes Against The Grain zu einer der meistbeachtetsten Black Metal-Bands der USA - und das obwohl (oder gerade weil?) sie so viele andere Einflüsse (von Doom Metal über Postrock bis hin zu Dark-Ambient) in ihren Werken vereinen. Heraus kommt dieser spezielle Sound, der in den Anfängen der Band noch als Mischung aus Ulver, Godspeed You! Black Emperor und Katatonia beschrieben wurde und das Ganze eigentlich im Groben auch ganz gut traf. Heute könnte man getrost sagen Agalloch klingen einfach wie Agalloch - sie sind einzigartig.
Und so freute es mich natürlich sehr als ich ihr neustes Werk Marrow Of The Spirit in den Händen hielt. Was erwartet mich nach dem grandiosen Ashes Against The Grain-Album und der White-EP? Vielleicht eine Rückbesinnung auf die The Mantle- oder vielleicht sogar Pale Folklore-Ära oder doch eine Weiterentwicklung in mir gänzlich unbekannte Sphären?

Der erste Titel "They Escaped The Weight Of Darkness" hilft mir bei der Beantwortung dieser Frage wenig. Vogelgesang, zirpende Grillen, Wassergeplätscher und ein Cello als harmonische Begleitung - das wohlbekannte Motiv der Natur wird also auch wieder in diesem Album verarbeitet und uns durch die sechs Titel auf knapp 66 Minuten Spielzeit geleiten.
Wie aus dem Nichts zerstört urplötzlich eine rasend-sägende Gitarre das idyllische Motiv. "Into The Painted Grey", Titel Numero zwei hat soeben begonnen. Sind das etwa die neuen Agalloch? Hat man sich zu seinen Wurzeln zurückbesonnen? Ein abrupter Stopp und die Raserei wird von einer melodischen Passage abgelöst ehe verzerrte Gitarren und der Agalloch-typische Gesang einsetzen, Melodie und 'Sägen' sich überlagern und miteinander verschmelzen - großartig. Schwarzmetallische Gitarrenwände die von postrockem Riffing immer wieder durchbrochen werden, um die dahinter liegenden melancholischen Melodien freizulegen. Dieses Spiel dieser beiden gegensätzlichen Elemente soll uns den ganzen Titel (eigentlich das ganze Album über) begleiten und verzaubern.
"The Watcher's Monolith" beginnt wie ein Titel des The Mantle-Albums. Eine Akustikgitarre geleitet uns mit verspielten Melodien im Mid-Tempo den Weg entlang bis die E-Gitarre übernimmt und das geniale, dominante Lead-Riffing uns wieder zu ihr zurückführen. Man wird von Knüppelpassagen und Gekeife getrieben nur um dann im nächsten Moment wieder auf einem melodischen Akustikklangteppich zu schweben und dem Flüstern Haughms lauschen zu können. Zirpen, ein Klavier - das Ende dieses Titels.
Der Nächste ist "Black Lake Nidstang". Drone? Verdammt ja - Drone. Verzerrt, schleppend, hypnotisch mit einer immer wieder aufflimmernden Lead beginnt dieser 17,5-minütige pechschwarze Epos. Doom-Riffs und Lead übernehmen alsbald und Haughms flüstern, seine verzweifelten Schreie begleiten uns - oh dieser Schmerz, diese scheußlich-grässliche Melancholie, man möchte am liebsten in diesem tiefschwarzen Gewässer versinken.
Ulverartige Klänge (nicht Bergtattisch sondern a la Perdition City und Shadows Of The Sun) erlösen uns von diesem Ungeheuer. Hypnotisch geradezu einlullend wirkt dieser Ambient-Einschub. Und dann plötzlich bricht es wieder los - grausam und erbarmungslos bahnt sich das emotionale, verzweifelte Gekeife auf melodischen Black Metal-Riffs seinen Weg. Ganz, ganz große Klasse.
Das Gegenteil von tiefschwarz ist ja bekanntlich knallbunt und da Agalloch ja Gegensätze lieben gibt's mit "Ghosts Of The Midwinter Fires" das 'farbenfrohste' Stück gleich direkt hinterher. Verträumte, warme Melodien umgeben uns plötzlich und "Black Lake Nidstang" ist fast vergessen. Bis die Stimmung abrupt umschlägt und man wieder von diesen sägenden Black Metal-Riffs und diesem bedrückendem Gekeife umgeben ist; ehe man sich versieht findet man sich auch schon zwischen traurigen und vor Melancholie nur so triefenden Melodien, die einem das Herz schier zerreißen wollen - dass dieser Song so endet hätte ich beim besten Willen nicht gedacht.
Das langsame "To Drown" setzt dann auch genau dort an wo das vorausgegangene Stück aufgehört hat. Gemächlich geht's dahin - sanfte Melodien, ein Flüstern. Die Töne verdichten sich, der Klang schwillt an - es naht etwas Unheilvolles, etwas Gnadenloses, etwas Endgültiges... ehe wieder das Anfangsmotiv ertönt und sanfter Wellengang uns mitteilt dass die knappen 66 Minuten herum sind und Marrow Of The Spirit zu ende ist.

Nun, um die Anfangsfrage wieder aufzugreifen, wie haben sich Agalloch denn entwickelt?
Sie sind düsterer, kantiger, zorniger aber auch komplexer, abwechslungsreicher und experimentierfreudiger geworden. Auf Marrow Of The Spirit ist ihnen die Symbiose aus all den so eben genannten Adjektiven hörbar mehr als geglückt.
Das was Agalloch uns hier präsentieren ist zugegebenermaßen keine leichte, dafür allerdings sehr, sehr hochwertige Kost, die man sich häufiger zu Gemüte führen muss ehe sie so richtig zünden wird. Langeweile wird dafür beim Hören dieses facettenreichen Werkes wohl garantiert niemals aufkommen.

Meine Empfehlung daher: Unbedingt kaufen!

Wolf

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