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Grave Digger - The Clans Will Rise Again

Grave Digger - The Clans Will Rise Again
Stil: Power Metal
VÖ: 01. Oktober 2010
Zeit: 53:40
Label: Napalm Records
Homepage: www.grave-digger-clan.com

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Ach, wie war das schön: Grave Digger dieses Jahr auf dem Wacken Open Air. Einmalig und exklusiv wurde der 96er Meilenstein Tunes Of War in voller Länge mit einer euphorischen Fangemeinde zelebriert. Dieses Geschenk haben die Gladbecker Metal-Veteranen uns und auch sich selbst zum 30-jährigen Bandbestehen gemacht. Und nun legen sie noch einen drauf, bescheren uns mit The Clans Will Rise Again ein neues Studioalbum, das direkt in der Tradition von Tunes Of War steht, also seine Inspiration aus dem wilden Schottland zieht, aus seiner Geschichte, seinen Menschen, seinen Mythen. Im Vorfeld dieses ehrgeizigen Unterfangens hat sich das Bandkarussell jedoch um eine weitere Runde gedreht. Die Gitarristen Thilo Hermann und Manni Schmidt haben die Band verlassen. Der neue Mann an den Saiten heißt Axel Ritt und der kann nun beweisen, ob er den Totengräbern zu einem neuen Hit verhelfen kann.

Das Album beginnt monumental mit einem Dudelsack-Introitus, wie er ein cineastisches Heldenepos nicht besser hätte zieren können. Schon zerschneiden Digger'sche, nahezu thrashige Riffs den aufgebauten Pathos und die selbsternannten Hochländer gehen in die Vollen. "Paid In Blood" heißt der stürmische Opener, der seinem Konkurrenten "Scotland United" vom Tunes Of War absolut gerecht werden kann. Ein Hammer-Eröffnungsriff, Doublebass-Getriebe, geile Soloarbeit und ein Refrain, geschaffen um aus abertausend Kriegerkehlen gerufen zu werden: "They will never take our freedom, they will never take our pride, we will fight up to the victory, day by day and side by side, united we will stand, united we will die!" Das ist Metal!

Nach einigen Akustikklängen halten Grave Digger den Level weiter hoch. Brutal, stampfend und mit Schlachtgeräuschen hinterlegt ist "Hammer Of The Scots" ein verdammt schwerer Brocken Stahl geworden, der sich in jedem Live-Set ebenso gut machen wird, wie sein Vorgänger. Feierlich wird's sogleich mit "Highland Farewell", zu dessen hymnischen Refrain die Dudelsäcke eine tragende Rolle spielen und sich zudem ein amtliches Soloduell mit der Gitarre liefern. Es folgt der Titeltrack. Schleppend, düster und bedrohlich scheint er mit einem Fuß im Doom verwurzelt und bohrt sich ganz gemächlich in die Großhirnrinde. In logischer Konsequenz treten die Musiker das Gaspedal sogleich ordentlich nach unten: "Rebels" ist das nächste Highlight des Albums, aggressiv, abermals mit einem mitreißendem Refrain ausgestattet und unerwartet harmonischer Solo-Arbeit von einem grandiosen Axel Ritt, der sich auf diesem Album eines ums andere Mal selbst übertrifft.

Halbzeit! Bislang nur Hit-Material! Doch wer glaubt, es folgt die B-Seite, muss sich eines Bessern belehren lassen. "Valley Of Tears", wieder etwas gemächlicher angelegt, punktet mit einem Riff, das an Accepts "Princess Of The Dawn" erinnert, und balladesken Einschüben mit Dudelsack. "Execution" beginnt melancholisch, erzählt die Geschichte eines Häftlings, der auf den Gang zum Schafott wartet und sein Leben rekapituliert, startet dann aber doch noch zum reißenden Nackenbrecher durch. Düstere Pianoklänge eröffnen das andächtige und komplett im Midtempo arrangierte "Whom The Gods Love", das in seiner Gesamtheit einfach nur majestätisch wirkt. Dagegen rumpelt "Spider" wieder schnell und räudig aus den Boxen, hat darüber hinaus zwar wenig zu bieten, wird aber durch Axel Ritts Beteiligung gerettet. Der Junge ist ein echter Glücksgriff!

Auf zum Endspurt! Der beginnt mit einem Instrumentalstück vom Dudelsack, das nahtlos in "Coming Home" übergeht. Und schau an! Da schütteln die Jungs gegen Ende noch mal eine echte Perle aus dem Ärmel. Wieder mit Dudelsack untermalt lädt das Stück zum kollektiven Singen und Schunkeln ein. Das Ende bildet schließlich die sechsminütige Ballade "When Rain Turns To Blood" - ergreifende Lyrik und schwermütige Melodien lassen das Album auf versöhnende Weise ausklingen.

54 Minuten sind vorüber... 54 Minuten, in denen ich drei Saiten meiner Luftgitarre geschrottet, mir einen Nackenwirbel beim Headbangen ausgerenkt hab und auf Knien übers Parkett meines Wohnzimmers geschlittert bin. Tunes Of War bleibt der große Bandklassiker, hat mit The Clans Will Rise Again nun aber einen ebenbürtigen Nachfolger an seiner Seite. So denn, ihr Töchter und Söhne Schottlands! Markiert euch den ersten Oktober im Kalender. Denn an diesem Tag können einige Pfund Sterling sinnvoll investiert werden!

Dagger

6 von 6 Punkten

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