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Resomus - Meine Welt

Resomus - Meine Welt
Stil: Deutschrock
VÖ: 30. April 2010
Zeit: 32:07
Label: Sonic Revolution
Homepage: -

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Wir beginnen die Besprechung der Debut-Scheibe von Resomus, die eigentlich ein Solo-Projekt des Bandgründers, Sängers und Gitaristen Danny Reeves, der alle Instrumente darauf spielt, darstellt, mit einem Zitat aus dem beigefügten Promo-Text:
"Das Album bietet mit neun Songs plus Bonustrack melodischen Gitarren-Rock, der sich insbesondere durch Dannys direkt und ungekünstelt vorgetragene Texte auszeichnet."
Die Aufmerksamkeit auf den zweiten Teil der Aussage richtend sei ein zweites Zitat angeführt, mit dem die Lyrics des ersten Songs "Sein" beginnen:
"Sag mir wann ist es geschehen? / Ich kann es nicht verstehen, die Zeit steht still. // Sag willst du mich verhöhnen? / Dir Deinen Geist verwöhnen? / Ist es was du willst? // Alles hat ein Ende wenn du es auch nicht siehst. / Werd' hier nicht verweilen auch wenn du vor mir kniest." Et cetera, et cetera, et cetera. Genug davon. Solche Direktheit ist im wörtlichen Sinne erschütternd. Ganz zu schweigen davon, dass auf dem ganzen Album ein aktiver Wortschatz von höchstens 200 Wörtern auf den Marktplatz getragen wird, ziehen sich die oftmals der deutschen Sprache geradezu spottenden Kinderreime wie ein roter Faden durch Meine Welt. Da reimt sich "wollt" auf "sollt" ("Einer Von Euch"), "sagen" auf "tragen", "-licht" auf "nicht", "Welt" auf "Geld" ("Hand Auf's Herz") oder "Stirn" auf "Hirn" ("Selbstmord Auf Raten"). Et cetera, et cetera, et cetera. Heinrich Heine würde sich im Grabe umdrehen!
Doch damit nicht genug: Eingekleidet wird das Ganze in simpelste Songstrukturen, ohne auch nur einmal so was wie Überraschungseffekte zu erzielen. Melodien, die man schon x-mal und besser vorgetragen gehört hat, wie in "Sein", "Der Alphamann" (in dem dazu schrecklich unterproduzierte Gitarren kommen und in dem der Versuch, ein, zwei vertrackte Rhythmen einzustreuen eher für Verwirrung als für Abwechslung sorgt) oder "Das Labyrinth", das fragwürdig durch Akkord-Gerutsche glänzt und sich noch unter Witt-Niveau einreiht. Die Produktion ohne jeden Druck wurde bereits erwähnt und, um Meine Welt die Krone aufzusetzen, wird die Zwölftonleiter vom Barden hier oftmals beim Wort genommen, der mal einen Halbton über der intendierten Gesangslinie liegt, mal einen drunter ("Selbstmord Auf Raten", "Hand Auf's Herz", "Sein"). Einzig und allein "Baustellenmassaker", das im Booklet in Form eines Stoppschilds illustriert wird, versprüht so etwas wie gute Laune im punkigen 4/4-Takt.
Doch das hilft nicht mehr. Es ist mir unverständlich, dass die Verantwortlichen, die bei den Aufnahmen dabei waren und entsprechend Zeit investierten, nicht ihre Vetos an allen Brandherden eingelegt haben. Denn "ich kann nicht anders" (um Luther zu zitieren): mehr als einen Punkt kann man da nicht ausstellen.

Fuxx

1 von 6 Punkten

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