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Azahelīs Fortress - The Chaos Kingdom

Azahelīs Fortress - The Chaos Kingdom
Stil: Black Metal
VÖ: 16. April 2010
Zeit: 43:30
Label: Bloodred Horizon Records
Homepage: www.azahelsfortress.at.tt

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Als eine Art Festung betrachtet ein Oberösterreicher mit Pseudonym Azahel offenbar sein musikalisches Projekt, wenn man dessen Titel deutet. Mit einer Reihe von Session-Musikern, allesamt aus der österreichischen Black-Metal-Szene und Bands wie Sanguis, Hellsaw und Alastor rekrutiert, bringt der kreative Kopf nun via Bloodred Horizon Records sein zweites Langeisen The Chaos Kingdom an den Start. Die Besetzung lässt schon erahnen, dass rein handwerklich an diesem Silberling nichts auszusetzen sein wird. Aber für ein richtig gutes Album braucht es eben noch etwas mehr, als Fingerfertigkeit und Taktgefühl...

Mit "Slave Of The Throne" startet das Album auch gleich mit einer verdammt coolen Nummer in der Schnittmenge aus Black Metal und Rock'n'Roll. Mit massig Groove versehen und seiner stringenten Gleichförmigkeit klingt der Song dermaßen nach Satyricon, dass er auch problemlos auf einem derer letzten beiden Alben seinen Platz gefunden hätte. Nur langsam soll der Österreicher aus dem Schatten treten, den das große Idol voraus wirft. Denn auch der zweite Song "Mankind Misery" schlägt zunächst in diese Kerbe, ehe er sich von Frost und Satyr emanzipieren kann. Großes Klangkino darf man schließlich beim folgenden "Dark Forest Kingdom" erleben, bei dem in gemäßigter Taktung ganz ohne Zuhilfenahme des Synthesizers eine beklemmende und morbide Atmosphäre erzeugt wird, ehe gegen Ende doch noch das Tempo anzieht.

Es folgt die erste Überraschung des Albums. Bei "The Pagan Sun" ist der Titel zugleich Programm. Eine schnelle Leadgitarre regiert den Song, deren eingängige Melodien ein wenig an Windir erinnern. Mit klaren Männerchören, einer Maultrommel und dem nötigen Quantum Epik wartet der Song zudem mit allen Anforderungen auf, die man an heidnisches Liedgut nach gegenwärtigem Trend-Barometer nur stellen kann. Roh und ungestüm geht es weiter. "Entkrist Pyromania" klingt sehr ursprünglich und skandinavisch, während die beiden folgenden Titel "Behind A Mirror Of Chaos" und "Days Of Tyrants" wieder eher an den Auftakt des Albums knüpfen.

Die zweite Überraschung darf man beim finalen "Nachterwachen" erleben. Mit Windgesäusel, plätschernden Gewässern, einer Akustikgitarre und geflüsterter Lyrik klingt das Stück wie das Plagiat eines beliebigen Songs der letzten Dornenreich-Alben. Was soll das? Die Nähe zu den Landsleuten wirkt hier derart aufdringlich, dass man schon fast eine Absicht dahinter vermuten möchte.

Dieses etwas seltsame Finale ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass man mit The Chaos Kingdom knapp 45 Minuten lang gut unterhalten wird. Für eine bessere Wertung fehlt es dem Album aber noch an eigenen Ideen und jenem faszinierenden Moment, das Begeisterung zu entzünden in der Lage ist.

Dagger

4 von 6 Punkten

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