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Krohm - The Haunting Presence

Krohm - The Haunting Presence
Stil: Misanthropic Black Metal
VÖ: 31. Juli 2007
Zeit: 56:32
Label: Debemur Morti Productions
Homepage: www.krohmcrypt.com

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Die Macher des französischen Black- und Extreme-Metal-Labels Debemur Morti haben es sich seit einigen Jährchen zur Aufgabe gemacht, sowohl bis dato unbekannteren Underground-Acts eine Plattform für ihr Treiben zu verschaffen als auch halbwegs etablierten Gruppen den nötigen Push zu geben, um weitere Anhängerschaften zu erschließen. So tummeln sich bei Debemur Morti Formationen wie Archgoat, Celestial Bloodshed oder Helel neben Arckanum oder October Falls. Vor Kurzem fand sich in Soulfood ein erfahrener Vertriebspartner und so wurde der Katalog nun auch den deutschen Interessenten einfacher zugänglich gemacht.
In eben jenem Katalog finden sich auch die bereits 1995 in Middletown, Connecticut gegründeten Krohm wieder, wobei im Falle der Black Metal-Traditionalisten der Plural irreführend ist, handelt es sich doch um den Sprössling von Multi-Instrumentalist Numinas (Dario Derna), der sich schon bei solchen Combos wie Infester (us), Funebrarum, Abazagorath, Evoken und Drawn And Quartered verdient gemacht hatte. Auf A World Through Dead Eyes (2004) und dem hier kurz besprochenen The Haunting Presence (2007) lebt Numinas seine Berufung zum nimmer müden Fahnenträger des Schwarzmetalls alter Schule, sprich im Stile der norwegischen Frühphase Anfang der 90er aus und bietet dem Hörer sieben von skandinavischer Kälte starre Tracks, die durchaus einem nicht zu niedrigen Qualitätsstandard genügen können.
Alle Songs warten mit Überlängen auf und schleppen sich entlang des Grenzwegs zwischen Ulver und frühen St. Vitus, wobei die Doom-Vergangenheit des Komponisten einen gehörigen Anteil zum Gesamt-Sound beiträgt. Denn schon der Opener "Bleak Shores" verdeutlicht, wohin die Reise auf The Haunting Presence gehen soll. Höhenlastig produzierte Hornissenschwarm-Gitarren, spärlich mit Schreien und Sprechtext durchsetzt und unterlegt mit einer durchlaufenden Double-Bass, die nur alle fünf Sekunden ihren Snear-Partner findet. So entsteht jener typisch zähflüssige, doomige Lava-Groove, allerdings alles im authentisch verknüpften Black Metal-Korsett, was sich im zweiten Song "Lifeless Serenade" nahtlos fortsetzt. Da der Track aber neue Melodien in artifiziellster Dissonanz birgt, kommt (noch) keine Langeweile auf. Und auch der nächste Step wird mit dem flotteren, eingängigeren "I Respiri Delle Ombre" routiniert genommen. Hier blitzen vor allem in den sphärischen Zwischenparts Emperor-Querverweise auf und so entsteht ein feiner schwarzmetallisch-melancholischer Hassbrocken.
In "Relic" bewegt sich Krohm nun fast gänzlich in Ulver-Fahrwasser, da sich jedoch genau an diesem Punkt der fast unvermeidliche Monotonie-Effekt einschleicht (obwohl sich die Snear, allerdings fast unhörbar dann und wann an Blast Beats probiert), entsteht schnell die Versuchung weiter zu skippen... auf "Memories Made Of Flesh". Ahhh, wieder dieser zähe Beat und kaum mit memorablen Melodien durchsetzt... well. Anders in "Tra La Carne E Il Nulla", wo Numinas wieder originelle Disharmonien entwirft und in den Mittelsequenzen hörbar Gas gegeben wird. Es muss angeführt werden, dass die Vocals in allen Songs genre-echt steril in Szene gesetzt wurden und so dann und wann der "Wir irren durch die endlosen skandinavischen Wälder"-Effekt zur Genese gelangt. Bedrohliche Key- und Gitarren-Teppiche leiten das abschließende "Syndome" ein, in dem es zunächst zum Großteil Sprechtext über gezupften Passagen gibt, bevor sich Numinas zum Ende hin noch mal im wahrsten Sinne des Wortes "auskotzt".

Salopp gesagt: Kein schlechtes Teil. Produziert am Vorbild der 90er und mit einigen interessanten Ideen ausgestattet. Aber als Ganzes eben wie erwähnt zu zäh. Zu sehr ähneln die einzelnen Lieder einander, um den Hörer uneingeschränkt wach zu halten. Den Traditionalisten innerhalb der Szene dürfte The Haunting Presence jedoch den ein oder anderen wohligen Schauer über den Rücken jagen.

Fuxx

4 von 6 Punkten

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