13 Headbänga online
01.12.2021 Batushka
01.12.2021 Igorrr
01.12.2021 Skywalker
01.12.2021 Sonata Arctica
02.12.2021 No Fun At All & Satanic Surfers
02.12.2021 U.D.O.
Reviews (10284)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Unsoul

Interview:
Rapture

Live-Bericht:
Gamma Ray

Video:
Kamelot
RSS RSS
Atom Atom
 

Review

CDs von Keel kaufenZur Druckversion dieses ArtikelsDiesen Artikel als PDF speichern

Keel - Streets Of Rock & Roll

Keel - Streets Of Rock & Roll
Stil: Heavy Metal, U.S. Metal
VÖ: 2009
Zeit: 50:02
Label: Frontiers Records
Homepage: www.keelband.com

buy, mail, print

Wer am 31. Januar dieses Jahres zufällig im Club Vodka der Knitting Factory in Hollywood, CA zugegen war, der wurde Zeuge der live-haftigen Auferstehung der 80er-Metal-Institution Keel. Die Setlist enthielt unter anderem solche Perlen wie "Raised On Rock", "Evil, Wicked, Mean And Nasty", "Tears Of Fire", "Speed Demon", "Somebody's Waiting" und "The Right To Rock"! Angesichts der Tatsache, dass außer Kenny Chaison, dessen Vier-Saiter seit der Neubelebung Geno Arce übernimmt, vier von fünf Mitgliedern der Besetzung auf der Bühne standen, die in den 80ern von so manchem Poster grinste und sich fast täglich videotechnisch auf der amerikanischen Ur-Version von MTV, auf der zu einem hohen Prozentsatz eben Metal gespielt wurde, austobte, macht diese Reunion Sinn. Mehr noch: Ende Januar werden Keel eine komplett neue Scheibe - Streets Of Rock & Roll - auf den Markt werfen, die dort anschließen soll, wo die Band nach diversen Besetzungswechseln mit Larger Than Live (Live-Scheibe von 1989) ein abruptes Ende fand. Allein bleibt die Frage, ob die Songs auf Streets Of Rock & Roll den Standard der alten Klassiker halten können.
Den Anfang macht dabei der äußerst melodisch gehaltene Titeltrack, der zwar sofort ins Ohr geht, letztlich aber mehr nach Lillian Axe oder King Kobra (der Thrill Of A Lifetime-Ära) klingt, als nach dem Heavy Rock keelscher Prägung, den man auf The Right To Rock oder The Final Frontier zu finden vermag. Rockiger und fast AC/DC-80s-a-like (Fly On The Wall/Who Made Who) wird es in "Hit The Ground Running", das einen mit stimmigen Background-Chören ausgestatteten Singalong-Refrain und reichlich Groove zu bieten hat. Es fällt jedoch schon hier auf, dass die fast ohne Effekte ausgestattete Produktion zwar jedem Instrument in aller Transparenz seinen Platz einräumt, dabei aber vor allem gitarren- und bass-technisch eine wenn auch kleine Portion mehr Druck vertragen hätte.
Meister Ron dagegen hat über die Jahrzehnte kaum an stimmlichem Volumen und akustisch transportiertem Charisma eingebüßt und röhrt und schreit (fast) wie eh und je. Klang er früher ähnlich wie Mr. Dee Snider, so scheint heutzutage ein ordentlicher Schuss Feuerwasser mit dem Stempel "Made by Bon Scott" beigemixt worden zu sein. Nachzuhören auf dem zackig nach vorne abgehenden Uptempo-Kracher "Come Hell Or High Water". Auch das hitverdächtige "Push & Pull" könnte zum wiederholten Male aus der Feder eines Angus Young stammen, reibt sich aber eher wieder an Liedern "neueren" Datums der Australo-Rocker vom Schlage "Shoot To Thrill", bevor mit der astreinen Eighties-Powerballade "Does Anybody Believe" der Hit-Pegel noch ein Stück weiter nach oben verlagert wird.
In "No More Lonely Nights" findet sich darauf auch endlich ein Track, der den alten Keel sehr nahe kommt - d.h. der Mix aus Twisted Sister und Saxon wurde hier optimal in Szene gesetzt. "The Devil May Care (But I Don't)" tendiert anschließend erneut zum nun bekannten - was aber gesagt werden muss - jederzeit erdigen, unterhaltsamen und schnörkellosen Riff-Rock. "Lookin For A Good Time" entpuppt sich demgegenüber als viel zu kommerzialisierter Radio-Mitläufer, als hätten Keel aus dem verkaufstechnischen Flop von Larger Than Live, auf dem sich außer dem Konzert-Mitschnitt noch sechs eben rein auf ein Mainstream-Publikum schielende Nummern breit machten, nichts gelernt. Viel besser nehmen sich da "Gimme That" und "Hold Steady" aus, die beide mächtigen Schrittes im Midtempo-Bereich einher stapfen und bei deren Beurteilung auch einmal die eigentlich durchweg feinen Doppel-Soli von Ferrari beziehungsweise Jay lobend hervorgehoben werden dürfen.
Aber damit nicht genug. Im anschließenden "Live" ist Keel doch tatsächlich noch eine echte Hymne im Stile von Twisted Sisters "Hot Love" mit dem Zeug zum Evergreen gelungen und das Streets Of Rock & Roll vollendende "Brothers In Blood" zitiert noch mal solche eigenen metallischen Großtaten der Etikette "Back To The City" oder gar "The Right To Rock".
Alles in allem darf man Keel also zum Neustart gratulieren. Zwar ist der AC/DC-Faktor in einigen Liedern recht hoch, aber Hand auf's Herz, welchem Album hat das je geschadet. Minuspunkte gibt es lediglich für den Opener und "Lookin' For A Good Time" und an die (wohl so gewollte) Produktion hat man sich, will man überhaupt etwas daran kritisieren, schnell gewöhnt. Mit knappen fünf Punkten wird man deswegen Streets Of Rock & Roll durchaus gerecht, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Stücke bei jedem Hördurchlauf wachsen. Persönlich setze ich Keel auf die Live-Wish-List für 2010 und schließe mit einem lautem "Welcome back!"

Fuxx

5 von 6 Punkten

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos
Weitere Reviews

© www.heavyhardes.de