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Opeth - Watershed

Opeth - Watershed
Stil: Progressive Melodic Death Metal
VÖ: 30. Mai 2008
Zeit: 55:09
Label: Roadrunner Records
Homepage: www.opeth.com
MySpace: www.myspace.com/opeth

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Dass die schwedischen Prog-Death Metaller Opeth wahre Meister ihres Fachs sind, dürfte ja inzwischen jedem bekannt sein, können sie inzwischen auf acht Alben ihrer Karriere zurück blicken. Nach drei Jahren Wartezeit kommt nun das neunte Werk in den CD-Schacht eures Vertrauens.
Der Opener "Coil" stimmt einen sanft ein auf die noch zu erwartenden Klänge. Sanft, ruhig und vor allem anmutig wiegt uns der Opener in Sicherheit. Doch schon bei "Heir Apparent" wird die Prog-Keule von der Leine gelassen. Tiefe Growls treffen auf vertrackte Rhythmen treffen auf Griffbrettakrobatik. Und dann: auf einmal kehrt Ruhe ein mitten im Song. Übergangslos setzte jedoch wieder das Riffgewitter ein und verlangt dem Hörer einiges ab. Dieser Song besticht durch seine ganz eigene Dynamik, laut und leise, schnell und ruhig, Transparenz und Komplexität geben sich das Plektrum in die Hand. In den neun Minuten Spielzeit nimmt man den Hörer mit auf eine Reise, durch Höhen und Tiefen, mal gemächlich zu Fuß, dann wieder mit Katapultantrieb einer Achterbahn. Weiter geht's mit "The Lotus Eater", einer sehr abgefahrenen Nummer, bei der teils spacige Sound auf die Gitarrenriffs treffen, die auch schon mal gerne die für Opeth imaginäre Grenze zum Jazz übertreten. "Burden" wird von einer Hammond-Orgel begleitet, die sofort ein 60er-Jahre-Feeling erzeugt. Am Ende verstrickt sich dann jedoch der Song in Dissonanzen einer Akustikgitarre. "Hex Omega" beschließt das Album so, wie es angefangen hatte. Ruhig, nachdenklich, einfach wieder runterkommen und sich treiben lassen. Damit schließt sich der Kreis zum Anfang.
Mit Watershed hat sich Mikael Akerfeld (Vocals, Guitars) mit Opeth selbst auf ein neues Level gehoben, nein katapultiert. Klänge, die beim ersten Durchlauf scheinbar nicht zueinander passen, finden von Mal zu Mal mehr zueinander, bis sich zum Schluss eine Einheit bildet. Doch kann es wirklich einen Schluss geben? Schwer zu sagen, denn die überlangen Songs sind mit allerlei Ideen und Einflüssen gespickt, dass man sie unmöglich bei den ersten Durchläufen erfassen kann. Hier entdeckt man ein neues Detail, dort eine andere Nuance als beim vorherigen Durchlauf. Die Musik kann man nicht bloß hören, man muss sie verstehen, begreifen, erleben, um alle Details ins sich aufnehmen zu können. Scheinbar spielerisch schaffen es Opeth dabei, einen Song fast ausklingen zu lassen, um ihn dann jedoch wieder aus den Tiefen auferstehen zu lassen.
Die Grunts und Growls von Mikael Akerfeld wurden auf Watershed auch sehr reduziert eingesetzt. Wo man früher seiner Aggressivität freien Lauf gelassen hat, hat man sich nun mehr in den Hintergrund verschoben und lässt damit den Instrumenten weit mehr Raum zur Entfaltung. Ansonsten regieren klar die cleanen Vocals, die die Stimmung der Songs auch besser transportieren können als Growls. Über weite Strecken strahlen die Songs eine Zerbrechlichkeit aus, bei der man sich fast nicht zu bewegen wagt. Ganz großes Kino.

Ray

6 von 6 Punkten

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