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Cradle Of Filth - Nymphetamine

Cradle Of Filth - Nymphetamine
Stil: Gothic Black Metal
VÖ: 27. September 2004
Zeit: 75:45
Label: Roadrunner Records
Homepage: www.cradleoffilth.com
MySpace: www.myspace.com/cradleoffilth

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Mit Cradle ist das ja so eine Sache, entweder man liebt sie oder man hasst sie. Dazwischen gibt es eigentlich nichts. Vom Black Metaller gehasst wegen ihres Erfolges und der großen stilistischen Vielfalt, vom Normal-Metaller geliebt, gerade deswegen, weil sich die Briten in kein vorgestricktes Korsett zwängen lassen und das tun, was sie wollen und damit eben erfolgreich sind. Nymphetamine wird an dieser Tatsache auch nichts ändern.

Als die Engländer vor knapp drei Jahren zum Major Label Sony wechselten, war der Aufschrei in der Szene groß, vom endgültigen Ausverkauf, von der Mainstream-Anbiederung war die Rede. Damnation And A Day bewies aber allen das Gegenteil, Cradle Of Filth hatten eine fetten Sound wie nie, die orchestralen Parts klangen voluminös wie selten zuvor und das Konzept und die dahinterstehende Musik waren ebenfalls umwerfend.

Aber die Ehe von Sony und Cradle Of Filth war wohl nicht wirklich das Gelbe vom Ei, weswegen die Horror-Düster-Könige nach einem Album wieder den Stall wechselten und bei Roadrunner Unterschlupf fanden. Wenn ihr mich fragt (was eh keiner tut), war diese Entscheidung sehr gut, denn Nyphetamine klingt im Vergleich zum Vorgänger um einiges lockerer und frischer. Nicht dass Damnation And A Day schlecht gewesen wäre, im Gegenteil, aber man merkt Dani und Co. deutlich an, dass sie unter keinem so großen Erwartungsdruck mehr stehen wie noch bei Sony.

Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass es auf Nymphetamine kein Konzept gibt und die Band dadurch nicht mehr so eingeschränkt ist. Egal wie man es dreht und wendet, gleich die ersten Songs nach dem typischen Horror-Grusel-Intro "Satyriasis", "Gilded Cunt", "Nemesis" (mit einem absolut göttlichen Refrain, der live sowas von Arsch treten wird) und "Gabrielle", zeigen die neue Unbeschwertheit und machen Lust auf mehr bevor es mit den folgenden "Absinthe With Faust" und "Nymphetamine Overdose" ein wenig ruhiger zur Sache geht. Bei letzterem gibt es dann auch wieder einmal eine Sängerin zu hören und ebenso wie beim letzten Lied "Nyphetamine Fix" konnte man dafür niemand geringeres als Liv Kristine Espandingens Krull gewinnen, die sich mit Dani in beiden Songs ein herrliches Duett im 3/4-Takt liefert. Ja, ich weiß, Liv Kristine Antagonisten stellen sich jetzt die Fußnägel hoch, aber hey, niemand wird gezwungen, sich diese Lieder anzuhören und an jedem CD-Spieler gibt es eine erfolgreiche und nützliche Erfindung aus dem Ries, nämlich die Skiptaste, die einem dabei hilft, diese Lieder geschickt zu umgehen. Aber egal, was andere denken, ich finde diese beiden Lieder extremst gelungen.

Ich glaube, zur gesanglichen Leistung von Frontzwerg Dani brauche ich nicht mehr wirklich viel sagen, darüber wurden schon so viele Worte verloren und auch auf Nymphetamine thront Danis Stimme über den Kompositionen, flüstert bedrohlich, kreischt und growlt ebenso gekonnt wie furchteinflößend. Interessant wird es vor allem immer dann, wenn Dani sein hohen Schreie mit tiefen Growls untermalt bzw. das Ganze umgedreht gestaltet, so dass die Schreie im Hintergrund sind, während die Growls die Führung übernehmen. Der Typ ist einfach der Wahnsinn. Ebenso variabel wie der Gesang ist auch die musikalische Darbietung der Songs, denn Cradle wildern auf Nymphetamine noch stärker in sämtlichen Funden (Fundussen??) düsterer Musik, aber auch nicht ganz so düstere Riffs aus dem Power oder Thrash Metal Bereich werden geschickt in das Soundkorsett eingebunden und verschmelzen mit den typischen Blast Parts und den Gothic und Horror-Soundtrack-mäßigen Passagen zu einem typischen und mitreissenden Gesamtwerk. Hier muss aber auch gesagt werden, dass die orchestralen Einsätze nicht mehr so dominant sind wie beim letzten Album, was aber auch wieder befreiend wirkt.

Nymphetamine ist definitv ein würdiger Nachfolger zu Damnation And A Day, verzeichnet keinen Ausfall und zeigt einmal mehr, zu welchen Leistungen Cradle Of Filth im Stande sind. Ich freue mich jedenfalls schon tierisch auf die livehaftige Umsetzung von Nymphetamine und auf eine gehörige Portion Grusel- und Horroratmosphäre. Aber vorher geb' ich mir noch eine gehörige Portion Nymphetamine!
Unter http://www.roadrunnerrecords.de findet ihr übrigens den Song "Gilded Cunt" als free MP3.

Lord Obirah

6 von 6 Punkten

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