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Ken Hensley - Blood On The Highway

Ken Hensley - Blood On The Highway
Stil: Rock
VÖ: 25. Mai 2007
Zeit: 43:50
Label: Politur
Homepage: www.ken-hensley.com

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Wer war John Maynard? Nein falsch, wobei das auch eine interessante Sache ist, mit der Schwalbe und dem Eerie See und so weiter. Aber hier geht es um Ken Hensley - der war bis 1980 Gitarrist, Sänger und Keyboarder bei den Ur-Rockern Uriah Heep (keine Punkte für die Antwort, woher der Name kommt). Insgesamt ist er über dreißig Jahre im Geschäft, hat dabei nach eigenem Bekunden alle Höhen und Tiefen erlebt und diese nun in Form eines Konzeptalbums vertont. Wie er selbst sagt: "Mit Blood On The Highway erzähle ich eine ganz spezielle Geschichte, die zu großen Teilen autobiographisch ist, aber auch die Erfahrungen vieler Kollegen und Freunde aufgreift. Es ist die Geschichte der siebziger Jahre, wie sie sich aus Sicht eines Rockmusikers damals zugetragen hat." Und das ist der Traum vom Ruhm, der schnelle Weg nach oben (damals noch ohne Casting-Shows!), das dekadente Star-Leben, die obligatorischen Drogen, der Absturz, der Weg zurück. Das kennen wir von The Wall, teilweise von The Crimson Idol, das hatten wir alles schon mal. Besonders ist, dass Hensley verschiedene Sänger einsetzt, um konkrete Anspielungen auf Personen der Zeitgeschichte zu geben.
So etwa steht Jorn Lande, der gleich fünf Songs gesanglich inszeniert, mit seinem rauen, bluesigen Timbre für den Free- und Bad Company-Fronter Paul Rodgers oder auch für den jungen Coverdale zu Deep Purple-Zeiten. Für zwei andere Songs hat sich Hensley mit dem ehemaligen Purple-Sänger Glenn Hughes zusammengetan. Die oft an Tina Turner erinnernde Eve Gallagher kommt bei den langsameren Nummern zum Einsatz, für einen Song hat sich Hensley die Unterstützung des alten Heep-Kollegen John Lawton gesichert, und natürlich singt er selbst auch drei Nummern.
Selbst ist er auch für sämtliche Kompositionen und Texte verantwortlich, und hier liegt vielleicht das kleine Problem dieses ambitionierten Werkes. Der Sound ist sehr Rock-Musical-haft, wobei die Betonung eher auf Musical als Rock liegt. Das ist ok, wenn man diese Richtung gut findet, scheitert bisweilen aber am hehren Anspruch eines Konzeptalbums über eine Dekade. Zu leicht, teilweise zu seicht plätschern die Songs da manchmal dahin, werden soundmäßig aber in der Regel von den hervorragenden Gesangsleistungen in den grünen Bereich gerettet.
Musikalische Meisterleistung ist ohne Zweifel der Titelsong, der hervorragend atmosphärisch-melancholisch daherkommt und enormes Feeling entwickelt. Textlich brilliert Hensley leider nicht so ganz, da die Lyrics oft platt und plakativ wirken - was stört, wenn man der Story folgen will.

Insofern von der Komplexität und dem Anspruch her sicher keine Konkurrenz zu Blackies Story über Jonathan, aber für Freunde der 70er und des guten Gesangs in jedem Fall einen Blick wert. Am 22. Mai führte Hensley das Werk übrigens als Rock-Oper in Hamburg auf. Sein Traum: eine Konzerttournee mit Band und 24-köpfigem Streichorchester. Wir wünschen für ihn, dass es klappt. Und der Name ist übrigens aus David Copperfield.

Holgi

4 von 6 Punkten

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