11 Headbänga online
Suche:
20.07.2024 Makewar
21.07.2024 Ronnie Romero
22.07.2024 Strung Out
22.07.2024 Godsleep
23.07.2024 The Dwarves
23.07.2024 Hellripper
Reviews (10431)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Scelerata

Interview:
Twyster

Live-Bericht:
Walpurgis Metal Days III

Video:
J.B.O.
RSS RSS
Atom Atom
 

Review

CDs von Abandoned kaufenZur Druckversion dieses ArtikelsDiesen Artikel als PDF speichern

Abandoned - Thrash You!

Abandoned - Thrash You!
Stil: Thrash Metal
VÖ: 01. Juni 2007
Zeit: 48:11
Label: Dockyard1
Homepage: www.abandoned.info

buy, mail, print

Hei, das ging aber fix wie die Fünf-Minuten-Terrine. Ein gutes Jahr nach dem Debüt Thrash Notes hauen die vier Darmstädter ihr zweites Volllangzeitalbum mit dem sinnigen Titel Thrash You! raus. Und der Titel ist Programm, es wird gethrasht bis die Rübe fein säuberlich vom Rumpf des Bangers abgeschraubt ist. Thrash Metal der alten Schule, als die Bay Area in San Francisco der güldene Boden und das Maß des Hartwursttreibens der Mittachtziger Jahre waren. Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei, dennoch rotzen wieder verstärkt einige Truppen aus deutschen Landen diesen Sound vom Steg der Sechssaitigen. Contradiction, Red To Grey, Runamok, Delirious oder die hier vorliegenden Abandoned.

Wer wie ich nach wie vor dieser brachialen traditionellen Metalmusik huldigt, wird mit Thrash You! hervorragend bedient. Riffs und melodische Soli, die genügend Freiraum gestattet bekommen, dazu ein tief gurgelndes an Rage-Peavy oder Björn Eilen (Ex-Rebellion, Ex-Warhead) erinnerndes Organ und fertig ist die Bay Area-Mischpoke teutonischen Ursprungs. Was für eine amtliche Rifforgie! Wo ich gerade bei Björn Eilen bin, fällt mir beim Hören des Riffmassakers "Die In Dignity" der Südhessen dessen alte und wieder aktive Band Warhead ein. Deren Beyond Recall-Album aus dem Jahr 2000 riffte ähnlich nach vorne, wenn auch mit deutlich weniger Speed, aber irgendwie sind die Alben seelenverwandt. Der Gitarrenbereich ist natürlich das prägnante Merkmal der Scheibe und hier sind es neben dem feinen Grundrhythmusgeschredder die fein ausgearbeiteten Soli, die für ein stets gut gefülltes Sabbermaul sorgen. Beispielhaft für die geile Sologitarre sei das Hochtongefiedel in "This Is The End" angeführt. Dass nicht nur blind drauflos geholzt wird, beweisen das im mittleren Tempo fahrende "Too Blind To See", das zum Schluss ein feines "Breadfan"-Riff aus dem Hut zaubert, und der "sanfte" Nackenbrecher "Sands Of Time", der nach einer Minute wie gewohnt an Fahrt gewinnt, aber das Tempo beim Shoutrefrain und einer Bridge wieder kurz raus nimmt. Mit "Feel The Fire" (KEIN Overkill-Cover!) haben die Jungs eine kleine Speedhymne geschrieben, die mit ihrem Text jedem Thrashbang-Jünger die restlichen Haare zu Berge stehen lässt. Nach dem kurzweiligen Vergnügen und dem letzten Ton der Scheibe vernehme ich ein leises "wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät" und drücke einstweilen die Starttaste. Jeder weitere Umlauf lässt die Songs noch tiefer in die thrashende Seele einbrennen.

Kommen wir zum Sound der Scheibe, der druckvoll und mit Schmackes aus den Boxen huscht und im Vergleich zum soundtechnisch so arg anstrengenden Debüt heraus sticht. Dieses einzige Manko des Erstlings wurde hier komplett behoben, das ist Breitwandsound internationalen Formats und drückt bei Weitem mehr als so manches Hochglanzprodukt der letzten Zeit. Wer sich die zweite CD des Garagendoppeldeckers der Metallimen aus Frisco öfters einverleibt, sollte hier aufhören zu lesen und sich diesen Speedhammer beim nächsten örtlichen Tonträgerfachmarkt zulegen. Wie würde unser Hessendoktor Holgi so schön sagen: ein so genanntes must have der Marke "musst käff"!!! Darauf würzig freudig einen gelassen und einen weiteren Tankard Weißbier eingefüllt und den Saft die Kehle in einem Zug runtergestürzt. Prost!

Siebi

5 von 6 Punkten

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos
Weitere Reviews
Nächstes Review: Turbonegro - Retox
Vorheriges Review: Trashment - Deadly Silence (Demo)

© www.heavyhardes.de