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Naglfar - Harvest

Naglfar - Harvest
Stil: Black Metal
VÖ: 23. Februar 2007
Zeit: 45:29
Label: Century Media
Homepage: www.naglfar.net

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Wieder einmal hat das Totenschiff den heimatlichen Hafen in Nordschweden verlassen und ist ausgezogen, um Europa das Fürchten zu lehren. Die Besatzung ist mittlerweile wieder auf fünf Mann angestiegen, nachdem Live-Bassist Morgan Lie zum vollwertigen Bandmitglied befördert wurde. Kristoffer Olivius konzentriert sich nun vollständig auf den Job am Mikro, den er von Jens Ryden vor etwas mehr als zwei Jahren übernommen hatte. Nun stellt sich die Frage, in welche Richtung Naglfar sich in den letzten beiden Jahren entwickelt haben. Mit dem etwas verspielteren und klinischeren Pariah konnte die Band dem Hammeralbum Sheol ja nicht das Wasser reichen und vergraulte damit auch einige Fans, die der Truppe laut schreiend den Ausverkauf unterstellten.

Ob man genau diese mit dem neuen, Harvest betitelten, Werk zurückgewinnen kann (oder will), wage ich hier einmal in Frage zu stellen, denn die morbide Faszination, die mit Sheol einherging, wird auch dieses Mal nicht erreicht. Im direkten Vergleich mit Pariah erscheinen die Songs auf den ersten Blick weniger melodisch, versprühen dafür wieder ein eisigeres, bösartigeres Klima. Doch schon der zweite Durchlauf offenbart das Potenzial der Lieder und die kompositorische Genialität Naglfars. Ja, man hat auf die etwas langatmige Gleichförmigkeit und die Experimente, die Pariah innewohnten verzichtet. Und nein, man hat sich nicht an der Raserei der alten Scheiben orientiert. Stattdessen bewegt man sich zwischen diesen Welten, präsentiert ein Gebräu aus melodischem Black und klassischem Death Metal, welches mit einigen Spritzern traditionellem Metalgut angereichert wurde.

Ein gutes Beispiel dafür ist bereits der Opener "Into The Black". Aus einem sanften Intro entsteht ein von Riffgewittern und Doublebass getriebener Song bei dem kein Auge trocken bleibt. Die unterschwelligen Melodielinien und Kristoffers starker Keifgesang runden diesen Naglfar-typischen Opener gut ab. Das nachfolgende "Breathe Through Me" sowie "Odium Generis Humani" oder auch "Way Of The Rope" bollern dafür mit gelöster Handbremse aus den Boxen und bieten dem Hörer erst beim Refrain kleinere Verschnaufpausen. Richtig dicht wird die Atmosphäre bei "The Mirrors Of My Soul". Dieser im Midtempo gehaltene Song kommt auch am ehesten an das Sheol Material heran. Auch in den restlichen Songs zeigen die Schweden, dass sie die Balance zwischen zügelloser Raserei, fesselnden Melodien und irrwitzigen Soli zielsicher finden. Allerdings gehen sie dabei ausgefeilter als auf dem letzten Album vor und lassen so spannendere, variablere Songs entstehen.

Puristen werden an diesem in jeder Hinsicht perfektem Album sicher keinen Spaß haben. Jeden anderen erwartet ein schwarzmetallisch-melodisches Highlight, das die Messlatte für dieses Genre erneut ein gutes Stück nach oben legt.

JR

6 von 6 Punkten

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