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Mystic Prophecy - Savage Souls

Mystic Prophecy - Savage Souls
Stil: Dark Heavy Power Metal
VÖ: 24. Februar 2006
Zeit: 59:39
Label: Massacre Records
Homepage: www.mysticprophecy.net

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Manchmal kann es sich lohnen, eine Scheibe mehrmals anzuhören und diese erst wirken zu lassen. Savage Souls, das neue Werk der Power Metaller von Mystic Prophecy lag mir anfangs ungewöhnlich schwer im Magen und wollte überhaupt nicht zünden.
Weiß der Himmel warum, denn der Eröffnungssong "Shadows Beyond My Soul" leitet das Album als echter Ohrwurm sehr gelungen ein. Tighte Drums, sich duellierende Gitarren, der herausragende Gesang von Frontmann R. D. Liapakis und eine schöne Melodieführung machen den Song zu einem echten Genuss. Was das Tempo des Albums angeht, bewegt man sich vorzugsweise im Midtempo, kann aber mit "Evil Empires" eine herrlich thrashige Speedgranate vorweisen. Der Titelsong "Savage Souls" verpasst dem Hörer sogleich eine kalte Dusche, im genaueren Vergleich kann er das überragende Niveau der drei Vorgänger aber nicht halten. Bereits hier weiß man, dass es sich um ein sehr gitarrenbetontes Album ohne verkitschte Chöre oder Keyboardattacken handelt. Geradliniger, altmodischer Power Metal der amerikanischen Schule mit melodiösen Gitarren, knackigen Riffs und routiniertem Songwriting, nichts anderes. Leichte teutonische Einflüsse kann man zwar durchaus feststellen, doch halten sich diese sehr dezent im Hintergrund.
Was mir an der Scheibe wirklich gut gefallen hat, ist der Umstand, dass man geschickt den gängigen Klischees des klassischen Power Metal ausweicht und den Zuhörer nicht mit geistlosen, banalen und schon tausendfach gehörten Texten nervt.

Der Sound an sich ist glasklar, hört sich aber keinesfalls glattgebügelt an; man behält seine Ecken und Kanten. Kein Wunder, hat doch Fredrik Nordströms Fredmam-Studio der Scheibe den letzten Schliff verpasst. Weiter geht's auf der Scheibe mit dem abwechslungsreichen "In The Darkness", dem eingängigen "Deception Of Hate", und dem etwas ruhigeren "Sins And Sorrows", die alle einen durchweg guten Eindruck hinterlassen. Die nachfolgenden Songs schlagen alle in eine ähnliche Kerbe, wobei "Victims Of Fate" qualitätsmäßig etwas absinkt. Es hat einfach nicht mehr den Einfallsreichtum der anderen Lieder, wird dennoch durchweg routiniert vorgetragen.
Höchstwahrscheinlich rührt meine Abneigung daher, dass man hier zum ersten Mal so richtig die Klischees des True Metal tangiert. "Into The Fire" korrigiert diesen Negativeindruck wieder etwas, der üble Nachgeschmack bleibt trotzdem irgendwie bestehen. Der kleine Sketch am Ende der CD ist recht nett, ist aber etwas weit nach hinten "gerutscht"... (Anmerkung: Auf Grund des Hidden Tracks kann man ca zehn Minuten von der Gesamtspielzeit abziehen.)

Was bliebe also als Fazit zu ziehen? Fakt ist, dass es sich mit Savage Souls um ein gutes bis sehr gutes Power Metal Album handelt, welches alle Stärken der Band voll ausspielt. Leider hat man sich bei einigen Liedern kleinere Aussetzer geleistet, die für den Fan allerdings kaum in's Gewicht fallen dürften. Stilistisch gesehen bewegt man sich leicht in der Nähe von Iced Earth oder Judas Priest, behält aber trotzdem seine Eigenständigkeit. Ìn der Form darf man auf weitere Alben der Band gespannt sein.

Robert

5 von 6 Punkten

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