Review
Bloodstain - Bloodstain

VÖ: 25. September 2026
Zeit: 42:33
Label: Threeman Records
Homepage: www.bloodstain.se
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Es gibt sie noch, die jungen Wilden von der Basis, die das Zeug haben, einmal ganz groß rauszukommen. Bloodstain haben definitiv einen exponierten Platz innerhalb dieses Zirkels an Nachwuchsmusikern. Sänger und Gitarrist Oskar Lindroos macht schon seit längerem mit seiner bemerkenswerten Gitarrenarbeit in den sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam und dient als Gesicht der vielversprechenden Band, deren selbstbetiteltes Debütalbum allerdings alle vier Jungspunde in gleichberechtigter Position abbildet.
Tief in den traditionellen Klängen des Schwermetalls verwurzelt, liefert der hymnische Opener "Annihilation Line" so ziemlich alles, was das Headbanger-Herz begehrt, um vor einer Bühne ordentlich ausrasten zu können: kernige Riffs, tolle Melodien und ein Chorus zum Mitmachen wecken unweigerliche Erinnerungen an den Heavy Metal der seligen 1980er Jahre. Mit den folgenden Nummern "Something Sinister" und dem grandiosen "I Am Death" zeigt der Kompass jedoch weit in Richtung Westen, zum Thrash Metal der Bay Area und den Frühwerken von Metallica und Testament. Dazu lässt sich Lindroos' Betonung der einzelnen Verse hier und dort durchaus mit einem jungen James Hetfield vergleichen, während die Songs per se einfach nur gut geschrieben und fabelhaft umgesetzt sind! "Carved Into Stone" zeigt mit balladesken Anleihen die sensible Seite des Quartetts, wohingegen Gangshouts die zügellos aggressive Ader des auf Speed getrimmten "Taint Me" noch unterstreichen.
Zwar versammeln sich die potenziellen Hits des Albums auf seiner ersten Hälfte, doch lassen die hitzköpfigen Schweden auch auf ihrer B-Seite rein gar nichts anbrennen! In der Grauzone zwischen klassischem Heavy und melodischem Thrash Metal versuchen Bloodstain gar nicht erst, mit aller Gewalt etwas Neues zu erfinden oder mit Maskierung und anderen optischen Effekten auf sich aufmerksam zu machen. Was hier zählt, ist die Qualität der metallischen Handwerkskunst, wofür eben auch fette Gassenhauer der Marke "Lies Bleeding Through" oder "Banner Of Supremacy" während der zweiten Albumhälfte eintreten.
Welchen Status besäße eine Band namens Bloodstain wohl heutzutage, hätte sie diesen Metal-Sturm bereits vor 40 Jahren entfesselt? Derartige Fragen sind grundsätzlich kniffelig, da den Schweden zu jener Zeit die Vorbilder gefehlt und sie sich selbst als Pioniere hätten erweisen müssen. Eines wage ich dennoch zu prophezeien: mit diesem Output gehören Bloodstain sicherlich zu den Newcomern des Jahres. Der weitere Werdegang der vier Schweden dürfte interessant werden!


