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Nocte Obducta - Nektar Teil 1: Zwölf Monde, Eine Handvoll Träume

Nocte Obducta - Nektar Teil 1: Zwölf Monde, Eine Handvoll Träume
Stil: Avantgarde Black Metal
VÖ: 19. Juli 2004
Zeit: 51:21
Label: Supreme Chaos Records
Homepage: www.nocte-obducta.de
MySpace: www.myspace.com/nocteobducta

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Vier Songs plus ein Intro? 51 Minuten Spielzeit? Was vom Format her zunächst an Prog-Eskapaden a la Dream Theater/Transatlantic erinnert, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als das neue Werk unserer Landsleute von Nocte Obducta, die ja eigentlich bisher eher mit deutschsprachigem Black Metal von sich reden machten. Auch das kurze, stimmungsvolle Intro "Zwölf Monde" lässt noch an der Linientreue der Schwarzmetaller zweifeln, doch dann wird richtig losgelegt: Das 15-minütige "Des Schwarzen Flieders Wiegenlied" ist ein Kracher allererster Sahne. Vor Seelenschmerz triefende, mitreißende Melodien bestimmen sowohl die schnellen Blastparts wie auch die immer wieder eingestreuten ruhigen Passagen. Und tatsächlich - obwohl Black Metal die Grundlage bildet, klingen Nocte Obducta nun bisweilen richtig progressiv. Das erstaunt umso mehr, als die Kompositionen an sich überhaupt nicht neu sind, sondern aus der frühen Schaffensphase der Band, aus den Jahren 1994 bis 2000 stammen. Textlich ist Nektar - Teil I eine Art halbes Konzeptalbum: Die vier Songs orientieren sich an den vier Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling (besagtes "Wiegenlied"), es wird allerdings keine Operation: Mindcrime-artig durchgehende Geschichte erzählt.
Auf den Frühling folgt der Sommer mit "In Einem Mittsommernachtsschatten / Nocte Obducta... ". Gekonnt werden hier schnelle, sägende Knüppelparts inmitten fast schon Burzum-artig meditativer Klanglandschaften in Szene gesetzt.
Der Herbst mit "Lenkte Einsam Meinen Schritt" erinnert mich vor allem an den melodischeren Stellen an die frühen Immortal und Mayhem, was zwar sympathisch, aber natürlich nicht gerade ein Anzeichen von Progressivität ist, so dass die dritte Jahreszeit den Hörer wieder ein bisschen zum traditionellen Schwarzmetall zurückträgt.
Den krönenden Abschluss dieser wahren Black Metal-Symphonie macht - wer hätte das gedacht? - der Winter mit "Dezembermond". Ein umwerfendes Stück - der Kontrast zwischen hypnotisierener Ruhe, gnadenlosem Geknüppel und schwer schleppenden Melodien wird hier noch einmal auf die Spitze getrieben.
Apropos Black Metal-Symphonie: Hier ist ein Album, bei dem der etwas abgenutzte Begriff mal den Nagel auf dem Kopf trifft. Nicht nur, dass die klassische Einteilung in vier knapp viertelstündige Teilstücke passt, ich glaube, dass Nektar - Teil 1 sogar als reines Instrumentalalbum eine gute Figur gemacht hätte. So aber haben wir ein umwerfendes, melancholisches Epos, das sich hervorragend eignet, um sich von der viel zu guten Sommerlaune das Gemüt ein wenig abzukühlen. Man darf gespannt sein auf den Nektar - Teil 2, den wir Januar 2005 aus dem Musikregal schlürfen dürfen.

Tankred

6 von 6 Punkten

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