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Konzert-Bericht

Strapping Young Lad, Devin Townsend & Zimmers Hole

Backstage, München 06.04.2003

Ich weiß nicht, wer zum Teufel dieses Package zusammengestellt hat, aber derjenige verdient eine Auszeichnung höchster Kategorie. Denn dieser Abend bot Unterhaltung pur! Von Spaß über Melancholie bis hin zu derbster Aggressivität wurde so ziemlich jedes Spektrum, sowohl musikalisch als auch unterhaltungsmäßig, abgedeckt. Die Tatsache, daß der ganze Spaß im Club des Backstage stattfand, trug dann noch dazu bei, daß man sich wie bei nem großen Familienfest im eigenem Wohnzimmer fühlte. Wobei man sich schon fragen muß, wieso zu so einem genialen Konzert bloß 300 Hanseln erscheinen?!?!
Aber wurscht, die Anwesenden hatten ihren Spaß und verließen nach Ende auch alle mit Grinsen das Wohnz..äh..Backstage. Aber der Reihe nach....

Den Anfang machten Zimmers Hole. Und die Aufgabe einer Supportband, das Publikum ein wenig einzuheizen, gelang ihnen mehr als ganz. Soviel Blödsinn, Spaß und gute Musik zusammen hab ich selten von einer Vorband gesehen. Blickfang der Band, bei der auch SYL Gitarrist Jed Simon und Bassist Byron Stroud spielen, war natürlich Sänger Chris Valagao in seinem sehr schicken Teufelskostüm (Ausführung "Arschfrei") und seinen etlichen Utensilien, wie Schwert, Chicken, "Mama"-Skelet und natürlich seinem Riesenpenis! Und eins steht fest, der Typ ist ein Entertainer vor dem Herrn, was der auf dieser kleinen Bühne rumsprang, sich an seinen Utensilien verging und dabei noch göttlich sang, war schon teuflisch gut. Zu Hits wie "The Hole is the Law", "Evil Robots", "This Flight Tonight" und "1000 Miles of Cook" ging tierisch die Post ab und Zimmers Hole können diesen Gig wohl gut unter der Sparte Erfolg in ihre Tourmappe einheften.

Danach sollte es eigentlich ein bisschen ruhiger zur Sache gehen, doch zum Glück wollte sich diese Ruhe nicht wirklich einstellen. Kurz nach Zimmers Hole enterte ein bis oben hin zugedröhnter Devin Townsend samt Band die Bühne und auf die Begrüssungs-Frage: "Is this a happy city or a bitchy city?" lautete die einhellige Antwort: "BITCHY!!!" Anschliessend begab man sich auf eine Soundreise durch die abgedrehten Sphären des Devin Townsend. Fast von Beginn an bildete sich dabei vor der Bühne ein Moshpit, der mehr oder weniger stark ausfiel, je nachdem, welche Songs Devin und Co dem Publikum präsentierten. Knaller wie "Earth Day", "Truth" oder "Life" lassen eben keinen unberührt. Das machte auch der Band Spass, die sich verdammt viel Mühe gab und gute Laune ohne Ende versprühte. Als dann zum finalen "Bad Devil" auch noch Front-Teufel Chris Valagao auf die Bühne stürmte, gabs vor der Bühne kein Halten mehr... leider, leider war danach auch Schluss.

Nach kurzer Umbaupause donnerte dann das Intro für Strapping Young Lad durch die Boxen. Devin selber schien wie ausgewechselt - stand er kurz zuvor noch mit einem selig-lieblichen Lächeln auf der Bühne, so war dies einem dämonisch-diabolischem Grinsen gewichen. Und dann brachen alle Dämme, SYL zündeten ein Feuerwerk allererster Güte. Von der ersten Sekunde an war vor der Bühne die Hölle los, es wurde gepogt, gebangt und gegrölt, daß es eine wahre Freude war. Und so mancher stand mit offenem Mund herum, beeindruckt von dem, was da auf der Bühne geboten wurde. Devin selber brüllte sich die Seele aus dem Leib und machte zwischen den Songs immer wieder irrwitzig schnelle und vor allem unverständliche Ansagen. Byron und Jed an Bass und Gitarre lieferten einen tighten Rhythmusteppich während hinten im Eck ein scheinbar entspannter Gene Hoglan saß, der bangte wie ein Irrer und sein Drumkit in Grund und Boden trümmerte. WOW! Ich glaube, ich hab noch nie jemanden so Schlagzeug spielen sehen, so scheinbar mühelos und entspannt, aber dennoch knallhart, schnell und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.
Und während einem noch vom vielen Bangen zu Killer-Songs wie "Aftermath", "All Hail The New Flesh" und vor allem "Detox" schwindlig war, war das Ganze nach ca. 60 Minuten inklusive Zugabe leider auch schon wieder vorbei, die Zeit verging wie im Fluge. Danach strömten durch die Bank glückliche und zufrieden grinsende Metal-Heads aus der Halle, während auf der Bühne schon wieder die Abbauarbeiten begannen. Wer allerdings noch ein paar Minütchen länger blieb, hatte noch die Chance auf ein kleines Schwätzchen mit Gene Hoglan, der nach dem Konzert mit einer Flasche Wodka in den Club zurückkam.
Summa Summarum ein endgeiler Konzertabend, den zu toppen schwer werden dürfte, für mich jetzt schon das Konzert des Jahres.

Thorsten & Lord Obirah

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