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Konzert-Bericht

Pentagram, The Order Of Israfel & Cult Of The Black Moon Rising

Backstage, München 23.05.2015

Eigentlich hatte ich mich auf einen dieser ruhigen Konzertabende eingestellt, bei dem zwischen 30 und 50 Hanseln in der Backstage Halle verteilt sind und andächtig den Klängen von der Bühne lauschen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Als ich um 20:00 Uhr das Backstage betrete, ist die Halle schon fast vollständig gefüllt. Andächtig lauschen die Anwenden den Darbringungen von Cult Of The Black Moon Rising. Die Band ist engagiert und hat an Gitarre und Bass zwei neue Musiker, die heute zum ersten Mal mit auf der Bühne stehen. Das fällt vielleicht nur insofern auf, als dass der Bewegungsradius hier insgesamt doch überschaubar ist. Fixpunkt dagegen ist Sänger Calippo Schmutz, der unterstützt von einem Bodenventilator wehenden Haares den Stoner Doom Rock der Münchener präsentiert und lebt. Für Abwechlung in der Musik ist gesorgt, Rockiges mischt sich mit Doomigem und psychedelischen Passagen, zu denen dann auch die Bühnendeko in Form von Kerzen und Räucherstäbchen passt. Das Publikum quittiert den Auftritt mit zustimmenden Kopfnicken und mehr als nur Höflichkeitsapplaus am Ende des Sets.

Deutlich engagierter präsentieren sich im Anschluss The Order Of Israfel. Die Jungs rocken wie Schwein und haben sichtlich Spaß bei der Sache. Die teilweise in Ehren ergrauten Schweden freuen sich angesichts der guten Reaktionen aus dem Publikum und geben dazu auch die passende Anekdote zur Bandgründung wieder. Demnach trafen sich Sänger/Gitarrist Tom Sutton und Bassist Patrik Winberg auf einer Pentagram-Tour, ersterer, weil er Gitarrentech für Pentagram war, letzterer, weil er mit seiner damaligen Band als Support für den heutigen Headliner fungierte. Der folgende Applaus freut die Jungs natürlich und motiviert gleich nochmal so sehr und mit stolz geschwellter Brust geht's weiter im Programm. Aufgrund ihrer Länge, die teilweise die Zehn-Minuten-Grenze erreicht, kommen leider nicht allzu viele Songs zum Zuge, aber das was The Order Of Israfel hier bieten ist aller Ehren wert und lässt Doom-Fans mit leuchtenden Augen in die Zukunft blicken.

Als kurz vor Pentagram die Lichter ausgehen, brandet lauter Jubel auf in Erwartung dessen, was da kommen sollte. Noch lauter wird es, als der erste Progtagonist die Bühne betritt und als der Meister himself, Bobby Liebling, auftaucht, gibt es beinahe kein Halten mehr. Der Einstieg in den Abend mit "Sign Of the Wolf (Pentagram)" ist dann auch mehr als gelungen. Dichtes Gedränge herrscht vor der Bühne, lauter Jubel kommt auf, wenn Bobby am Mikro seine Grimassen zieht. Überhaupt ist der inzwischen doch in die Jahre gekommene Fronter der Blickfang schlechthin. Verzerrte Fratzen mit weit aufgerissenen Augen werden permanent präsentiert, bei Soli spielt er teilweise an der Luftgitarre mit. Von den Tanzeinlagen ganz zu schweigen. Hier kann ich mir aber ein kopfschüttelndes Grinsen nicht verkneifen, den Booby sieht in seiner hautengen weißen Leggins, die über und über mit Augäpfeln unterschiedlicher Größe bedruckt ist, schon etwas ulkig aus. Aber der alte Herr ist immer für einen Scherz gut und flirtet auch gerne mal mit dem Publikum. "Beautiful lady, want some lollipop" fragt er in lasziver Pose mit bierernster Miene und harrt erwartungsvoll der Antwort. Die fällt wohl weniger positiv aus als erwartet und so widmet sich der Entertainer wieder seiner Musik und der Show. Man mag es kaum glauben, aber an dieser sind auch noch andere beteiligt. Wenn auch nicht so dominant, auch die Herren an Bass, Gitarre und Schlagzeug liefern eine mehr als souveräne Show ab, die das Publikum immer mehr anstachelt. Je weiter die Zeit fortschreitet, desto mehr Leute beginnen vor der Bühne zu toben, bis die ersten aus den vorderen Bereichen zu flüchten beginnen aufgrund des heftigen Moshpits, der sich dort entwickelt hat. Pentagram registrieren dies mit Genugtuung und legen sich nur noch mehr ins Zeug.

Wie so oft bei solchen Shows ist gefühlt viel zu früh Schicht im Schacht, doch die lauten Forderungen nach einer Zugabe holen die Band nochmal zurück auf die Bühne. Satte drei Lieder gibt es dann obendrauf, bevor sich die Legende in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet und nur glückliche Gesichter zurück lässt.

Lord Obirah

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