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Konzert-Bericht

Saxon, Skid Row & Halcyon Way

Backstage, München 20.11.2014

(Fotogalerie)

A setlist 35 years in the making (das ist deutlich länger als mein Lieblingsfilm "This Island Earth")! The holy trinity! Na, wenn das alte Schlachtross von Saxon mit solchen Sprüchen aufwartet, dann sind wir freudig interessiert, auch wenn die Briten mittlerweile auf gefühlt jedem Festival und an jeder Steckdose spielenderweise aufzufinden sind. Wenn dann noch der eigentlich vollkommen ausgeschlossene Fall eintritt, dass eine Vorgruppe, die zumindest potenziell auch was auf dem Kasten hat sich zu der Vorstellung gesellt, dann ist ein Besuch ebendieser sozusagen alternativlos.

Halcyon Way

Das dachten sich dann auch gleich zwei Schreiberlinge unseres illustren Magazins und machten sich auf dem Weg ins Backstage, in dem pünktlich um 19 Uhr erst einmal die US-Freunde von Halcyon Way zu bestaunen sind. Vor einem schon durchaus respektabel gefüllten Haus fabrizieren diese Herren eine anfangs gewöhnungsbedürftige, dann immer schmackigere Mischung aus Metalcore, Prog und Power Metal - Powermetalcore, nennt es Kollege Sebbes flugs treffend -, die vor allem mit melodischen Refrains und teilweise richtig fetten Riffs überzeugt. Auch wenn die Herren optisch mehr in der Punk-Ecke angesiedelt sind und die Melodieattacken immer wieder von Growls unterbrochen werden, laufen Nummern wie "Web Of Lies" oder auch "Save Your Tears" gar nicht so schlecht rein. Guter Auftakt, passt!

Skid Row

Auch wenn sich seit Jahrzehnten keine Menschenseele mehr um den Studio-Output der Mannschaft schert, genießen die früheren Freunde von Sebastian Bach, die nach wie unter dem Namen Skid Row durch die Lande tingeln, auf den Live-Bühnen der Welt nach wie vor einen passablen Ruf. Insofern sind wir gespannt, wie der direkte Vergleich ausfällt, da ja auch Rampensau Sebastian, unterstützt von diversen Statisten, den alten Fundus zum Besten gibt - wie etwa dieses Jahr beim Bang Your Head. Die Truppe um Gitarrero Dave "Snake" Sabo lässt sich jedenfalls nicht lumpen und steigt mit "Slave To The Grind" gleich ordentlich ins Geschehen ein - der Sound ist von Anfang an tight und mächtig, das knallt richtig gut, meine Herren. Bevor ich mich in Reminiszenzen an den Auftritt 1991 in Mannheim verliere, wo Herr Bach ins Publikum hüpfte und seine Kratzer mit einem launigen "Germany I Bleed For You" kommentierte, geht das Geballer mit "Another Piece Of Me" fröhlich weiter. Wenn Fronter Johnny Solinger mit Baseballcap optisch nun nicht gerade ein Hingucker ist und auch die Animateurs-Qualitäten des TV-Serienstars Bach nicht vorweisen kann, muss auch ein Stein-und-Bein-Fan der Slave To The Grind-Ära wie Sebbes zugeben: "wenn man die Augen zumacht, fast wie früher!"

Skid Row

Ja, richtig, die Chose macht deutlich mehr Laune als Bachs Stelldichein in Balingen in diesem Jahr, Herr Solinger bringt auch gefahrvolle Passagen wie "18 And Life" (wie immer ein famoser Moment, wahrscheinlich ihre Sternstunde) famos unters Volk. Die zahlreich angerückte holde Weiblichkeit gerät zunehmend in Verzückung, als die Kombo weiter Hits wie "Big Guns" rausfeuert. Die punkigeren Nummern (wie etwa das Ramones-Cover "Psycho Therapy", mit Gesang von Basser Rachel Bolan) wirken dagegen verzichtbar, aber heute gefällt selbst mir das üblicherweise nicht gerade zwingende "Monkey Business", das neue "We Are The Damned" weiß zu gefallen, bevor dann natürlich "Youth Gone Wild" den krachigen Schlusspunkt setzt. Also, die Herrschaften, ich ziehe den Hut - reife Leistung. Unerwartet. So kann eine Vorgruppe auch sein!

Weniger überraschend, aber nicht weniger freudvoll gestaltet sich dann die Inszenierung eines echten britischen Urgesteins: die Mannen um Biff Byford sind nicht umsonst Dauergast in Wacken und Balingen - ihre Live-Qualitäten überzeugen immer wieder, der Backkatalog ist schier unerschöpflich, und trotz gefühlten Jahrhunderten auf der Bühne wirkt es immer noch so, als ob man mit Freude bei der Sache ist. Die Frage ist eigentlich immer nur, was kommt wann dran, und welche kleinen Überraschungen haben sie im Sack. Gleich vorweg, die versprochene Ausrichtung auf die drei maßgeblichen Alben Wheels Of Steel, Strong Arm Of The Law und Denim And Leather handhaben sie nicht so strikt, wie die Tourpromotion das vielleicht glauben machen wollte. Ist auch nicht so wichtig, kommen die meisten Evergreens ja sowieso von diesen Scheibchen. Auf geht's dann auch gleich mit dem fetzigen "Motorcycle Man", der schon auf meinem Märchenplattenspieler seine Runden drehte. Biff ist wie stets mit schlohweißer Mähne und im hochgeschlossenen Mantel unterwegs, der ihm später zur Last wird. "It's hot in here", sagt er, und "It's not comfortable, but it's not supposed to be comfortable, it's a heavy metal concert!!". Gitarrist Paul Quinn sieht daneben mit Kopftuch und Lesebrille aus, als ob er gerade von Altersgenossen aus der Bibliothek geholt worden sei, und auch der Rest der Mannschaft versprüht wohliges Familien-Flair.

Saxon

Gottlob ohne die deplatzierten Streicherinnen, die in Wacken mit an Bord waren, ballern Saxon weiter mit dem wie immer herausragenden "Power And The Glory" und dem neueren "Sacrifice", als plötzlich ein BH mit stattlicher Dimension auf die Bühne fliegt. Biff erkundigt sich, welcher Dame der denn gehöre, und die freiwillige Meldung eines wamperten Herren lehnt er amüsiert ab: "No, your tits are too big for this!". Nach dem wie immer sehr atmosphärischen "Solid Ball Of Rock" und der Open-Air-Hymne "And The Bands Played On" (über ihren Auftritt beim Monsters Of Rock-Festival in Donington 1980) folgt dann mit "Strong Arm Of The Law" ein weiterer unkaputtbarer Hit, den das mittlerweile randvoll gefüllte Backstage Werk nach allen Regeln der Kunst abfeiert.

Saxon

Was die Damen können, das können die Herren schon lange, und so feuert denn auch ein Old School-Anhänger nach dem anderen seine Kutte auf die Bühne, die ein amüsierter Biff jeweils inspiziert, anprobiert und dann signiert ("smells like the 80s! what does it say? Judas Priest? Oh, we like Judas Priest. What does mine say on the back? Wanker??"). So sieht Authentizität und Fannähe aus, liebe divenhaften Neumetaller!! Immer wieder schön und mächtig (und inhaltlich fragwürdig, aber das gehört jetzt nicht hierher)). "Crusader", das als Album ja ihren kommerziellen Niedergang einläutete, als Song aber für immer strahlen wird. Dann gibt es mit "Suzie Hold On" doch noch eine kleine Überraschung. Der Adler muss zwar heute leider ohne Komplettshow auskommen, wirkt aber dennoch wie stets grandios-episch, ebenso wie das kleine Juwel "Frozen Rainbow" vom Debüt-Album. Biff schwadroniert zwischendurch, dass man in den frühen 80ern in München im Aufnahmestudio gewesen sei, "we spent a lot of time in Schwabing, a lot of German girlfriends there..." (ob man da auch mal einem gewissen Freddie Mercury über den Weg gelaufen ist? Aber der war ja eher im Pimpernel unterwegs), aber dann ist es Zeit "to go crazy" - "Heavy Metal Thunder" knallt wie immer alles nieder. Wunderbar. "To Hell And Back Again" gehörte noch nie zu meinen absoluten Favoriten, aber das wird durch "747 Strangers In The Night" (tja Schwesterlein, das haben wir immer zusammen angehört, schade dass Du nicht dabei warst!) und den Zugabenblock "Wheels Of Steel" und den ultimativen Headbanger "Denim And Leather" (wer dazu nicht das Haupt schüttelt, ist sicher nicht mehr unter den Lebenden) mehr als wettgemacht. Aus, Schluss, bis zum nächsten Mal.

Saxon

Fazit: Saxon ist wie immer eine sichere Bank, Biff hat abgespeckt, der Mantel ist angeblieben bis zum Schluss und auch die Vorgruppe war die Reise (in die Vergangenheit) wert. Wir sind wieder dabei, bestimmt irgendwann nächstes Jahr!

Setlist Saxon:
Motorcycle Man
Power And The Glory
Sacrifice
Solid Ball Of Rock
Lionheart
And The Bands Played On
I've Got To Rock To Stay Alive
Strong Arm Of The Law
Crusader
Suzie Hold On
The Eagle Has Landed
Frozen Rainbow
Heavy Metal Thunder
Demon Sweeney Todd
To Hell And Back Again
747 (Strangers in the Night)
Princess Of The Night
---
Wheels Of Steel
Denim And Leather

Setlist Skid Row:
Slave To The Grind
Piece Of Me
Makin A Mess
Big Guns
18 And Life
Thick Is The Skin
Psycho Therapy
Monkey Business
We Are The Damned
Youth Gone Wild

Holgi & Sebbes

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