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Konzert-Bericht

Gamma Ray, Rhapsody Of Fire & Stormwarrior

Kaminwerk, Memmingen 12.04.2014

(Fotogalerie)

Die Geburt der neuen Scheibe von Hamburgs Besten Gamma Ray - Empire Of The Undead - war sicher nicht die leichteste, sind doch inmitten des Recording-Prozesses die Hamburger Hammer Studios, an welchen neben Produzent Eike Freese auch Bandmitglieder beteiligt waren, abgebrannt. Die Aufnahmen und zumindest der größte Teil des Equipments konnte jedoch gerettet werden, andere dort untergebrachte Bands traf es entschieden härter. Dass nach diesem Drama jedoch Empire Of The Undead ein echter Geniestreich wurde und quer durch die Gazetten als bestes Gamma Ray-Album seit No World Order abgefeiert werden würde, war kaum zu erwarten. Kaum ist die Scheibe draußen, schnüren Kai Hansen und seine Mannen zusammen mit Storm Warrior und Rhapsody Of Fire auch schon ein tolles Package, um die Hallen der Nation beben zu lassen. Freundlicherweise auch das Kaminwerk in Memmingen, das mittlerweile dafür einsteht, vor allem der deutschen Metalszene bzw. ihren Aushängeschildern (wie Doro, Primal Fear, Sinner etc.) ein optimales Ambiente zu bieten - sowohl soundtechnisch wie auch von der Besucherfrequenz her.

Merchandising

Wenn auch sicher noch mal 100 Headbanger mehr an diesem Abend in die Halle gepasst hätten, durften sich die drei Bands über ca. 400 Nasen freuen und die Anwesenden bei aller Kuscheligkeit über ein wenig Beinfreiheit. 32 Euro sind für einen solchen Dreierpack heutzutage völlig in Ordnung und erfreulicherweise kosteten die Gamma Ray-Tourshirts auch "nur" 15 Euronen, bei insgesamt reichhaltigem Angebot am Merchandise-Stand.

Der Boden war also bereitet für die Hamburger Urgesteine Stormwarrior, um dem Publikum entsprechend einzuheizen. Allerdings schien so mancher im Rund mit dem Material der Combo vertraut, wurden doch gleich die ersten drei Tracks "Thunder & Steele", "Metal Legacy" und vor allem "Steelcrusader" mit deutlich mehr als wohl wollendem Applaus bedacht, sodass die Warmlaufphase gestrichen wurde und Fans wie Musiker sofort in die Vollen gingen.

Stormwarrior

Stormwarrior zeigten sich extrem spielfreudig und profitierten sicher auch vom druckvollen Sound, in welchem Songs wie "Sacred Blade" oder "Heading Northe" ins Rund gefeuert werden konnten. Manch einer hatte sicher auf einen Kurzauftritt von Chef Hansen im Rahmen der Show seiner alten Weggefährten gehofft (wie damals auf dem WOA oder dem HOA, wo es je ein Special-Oldschool-Helloween-Set gab), aber man kann ja nicht alles haben, und so war nach "Odin's Warriors" leider schon wieder Schluss. Ein, zwei Truemetal-Perlen mehr hätte man Stormwarrior ruhig gönnen können, so auch der allgemeine Tenor nach ihrer Show.

Rhapsody Of Fire stehen von jeher für Melodic Power Metal in Perfektion, was für ihre Platten wie auch ihre Live-Auftritte Geltung beansprucht. An diesem Abend lieferten sie zwar routiniert ein starkes Set ab, doch ganz so wie vorher bei Stormwarrior wollte der Funke nicht überspringen. Oliver und Alex Holzwarth, einer der besten Rhythmus-Sektionen im Metalbereich überhaupt zuzuschauen, macht dennoch immer Laune und auch Sänger Fabio Lione erwies sich in Topform.

Rhapsody Of Fire

Gesetzt wurde hauptsächlich auf Songmaterial, das schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, und so wurden "The March Of The Swordmaster", "Unholy Warcry" oder "Dawn Of Victory" mit den lautesten Jubelstürmen quittiert - während des regulären Sets. Denn der Pegel stieg noch mal schlagartig, als als zweite Zugabe "Emerald Sword" ertönte und mit aller metallischen Inbrunst vom Publikum zelebriert wie mitgesungen wurde. Fein, fein!

Nach kurzer Umbauphase wurde dann auch schon das riesige Backdrop enthüllt, welches der Gamma Ray-Coverkopf von der neuen Scheibe zierte, bzw. die auf einem hohen Podest platzierten Schlagzeugaufbauten. Von Anfang an fiel auf, dass Gamma Ray so einiges in die Lightshow investiert haben müssen - jeder Song wurde mit entsprechenden Effekten und ausgewogenen Farbübergängen untermalt - ein Paradebeispiel dafür, wie viel die Stagelights zum Gelingen eines Konzerts beitragen können. Nach Joan Jetts "Bad Reputation" aus der Dose und dem bekannten "Welcome"-Intro starteten The Kai und Co. mit dem Epos "Avalon" von der neuen Scheibe in ihr Set. Bei aller heraus ragenden Klasse des Songs, hätte man sich die Nummer evtl. für einen späteren Zeitpunkt aufheben können, denn so richtig ab ging's erst bei dem darauf folgenden Evergreen "Heaven Can Wait". Danach wurde jedoch erst mal aus allen Hamburger Rohren gefeuert: nacheinander wurden "New World Order", überraschenderweise "Tribute To The Past" und der Helloween-Klassiker "Future World" zum Besten gegeben.

Gamma Ray

Vor Letzterem machte Kai Hansen das Publikum auf seine recht strenge Bronchitis aufmerksam, was dazu führte, dass zunächst erneut Fabio Lione auf die Bühne gebeten wurde. Verhaspelte sich der Rhapsody Of Fire-Sänger zwar noch bei "Future World", legte er bei den folgenden "Empire Of The Undead" (wie geschrieben für Liones Stimme!) und "Time For Deliverance" eine blitzsaubere Performance hin. Nach kurzem Drumsolo und einer mit endlosen Publikumschören verzierten Version von "Blood Religion" (wieder mit Hansen am Mikro), machte der Bandchef die Zuschauer mit einem Herrn namens Frank Beck bekannt, der am Tag vorher noch in der Fußgängerzone "Lady In Red" intoniert haben soll, dabei jedoch auf die Band solch einen Eindruck gemacht haben muss, dass sie ihn kurzerhand als Aushilfe für den angeschlagenen Kai Hansen verpflichteten. Der Mann machte einen klasse Job. Das neue "Master Of Confusion" wurde zum Siegeszug. Bei "Rebellion In Dreamland", das mit "Land Of The Free" verquickt wurde, zeigte Beck zwar einige Textunsicherheiten, aber Hansen sprang da und dort wieder kurz ein, sodass dies nicht weiter ins Gewicht fiel. Außerdem sang jeder im Publikum die beiden Songs in voller Lautstärke mit, die Kurzausfälle störten also kaum weiter. Zum Höhepunkt des Abends überhaupt avancierte das anschließende "Man On A Mission", ebenfalls darauf zugeschnitten (durch diverse Einflechtungen von Akustik- und Schunkelparts) die Zuschauer zum Mitsingen zu bewegen, bevor das manowarisch angehauchte "To The Metal" den regulären Set beendete.

Gamma Ray

Zwar spielen Gamma Ray nun schon seit Jahren mit "I Want Out" und "Send Me A Sign" immer die gleichen Zugaben, sodass der Überraschungseffekt hierbei gen Null tendiert, aber hey: diese beiden Songs sind eben Metalpartyhymnen schlechthin! So freuten sich die Anwesenden auch an diesem Abend noch mal mit der Band über, trotz Krankheit, ein mehr als gelungenes Konzert, welches durch die Gastsängerauftritte sogar etwas Einmaliges bekam.

Wer so souverän mit Hindernissen umzugehen weiß und sich sichtlich zu keinem Zeitpunkt den Spaß am eigenen Tun bzw. am Metal überhaupt verderben lässt und dazu noch so viele Songs in petto hat, die einfach immer funktionieren, gehört einfach in die oberste Liga der Szene. Gut zu wissen, dass Gamma Ray nichts von ihrem Feuer verloren haben. Man freut sich über jeden weiteren Abstecher in unsere Gefilde.

Setlist Stormwarrior:
Thunder & Steele
Metal Legacy
Steelcrusader
Ragnarök
Sacred Blade
Heading Northe
Odin's Warriors

Setlist Rhapsody Of Fire:
Rising From Tragic Flames
Land Of Immortals
The March Of The Swordmaster
Unholy Warcry
Dark Wings Of Steel
Lamento Eroico
Holy Thunderforce
Dawn Of Victory
---
Reign Of Terror
Emerald Sword

Setlist Gamma Ray:
Welcome
Avalon
Heaven Can Wait
New World Order
Tribute To The Past
Future World
Empire Of The Undead
Time For Deliverance
Blood Religion
Master Of Confusion
Rebellion In Dreamland/Land Of The Free
Man On A Mission
To The Metal
---
I Want Out
Send Me A Sign

Fuxx

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