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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Ozzy Osbourne, Motörhead, Judas Priest, The Aberlours, Golem, Skyline, Bülent Ceylan, Frei.Wild, Coldwar, Helloween, Blind Guardian, Battle Beast, Ensiferum, Pharao, Suicidal Tendencies, Morbid Angel, Skalmöld, Ignis Fatuu, Betontod, Sodom, Rhapsody Of Fire, Negator, Deadlock, Bullet, Heaven Shall Burn, Suidakra, Sirenia, Tsjuder, Kyuss Lives, Triptykon, The Murder Of My Sweet, Moonsorrow, Girlschool, Visions Of Atlantis, Crash Diet, Kataklysm, Onslaught, Torture Squad, Dir En Grey, Knorkator, Iced Earth, Vreid, Sepultura, In Solitude, Avantasia, Kreator, Hail Of Bullets, Motörhead, Edelweiss & Children Of Bodom

Festivalgelände Wacken, Wacken 04.-06.08.2011

(Fotogalerien: Wacken2011 Donnerstag, Wacken2011 Freitag, Wacken2011 Samstag)

Samstag, 06.08.2011

The Murder Of My Sweet
Wie immer ziemlich schnell vergehen auch am Samstag die Morgenstunden. Schon ist es wieder 12:00 Uhr und man hat die Qual der Wahl, welche Band man sich nun ansehen mag. Am schlimmsten trifft es heute diejenigen, die auf Kapellen mit hübschen, weiblichen Galionsfiguren stehen. Während Jason die Party Stage und Visions Of Atlantis ansteuert und Fuxx in Richtung Bullhead City zu Girlschool pilgert, führt mich mein erster Weg vor die W.E.T. Stage, wo sich die schwedischen Newcomer The Murder Of My Sweet auf ihren Gig vorbereiten. Leider ist kaum was los im Zelt, als die jungen Musiker ihren Gig starten - Freunde von Female Fronted Metal wären bei dieser Band um Sängerin Angelica Rylin sicherlich auf ihre Kosten gekommen. Denn das Mädel kann nicht nur singen, sondern weiß auch schon sehr genau, wie sie sich in Szene zu setzen hat, um möglichst viele Blicke auf sich zu ziehen. Doch vom optischen Faktor mal ganz abgesehen bieten Murder Of My Sweet mit ihrer Mischung aus Goth-Rock und Sleaze Metal einen angenehmen Muntermacher - muss ja nicht immer gleich die grobe Kelle sein zu so früher Stunde.

Nach einigen Songs packt mich dann aber doch die Unruhe. Schließlich spielen Moonsorrow zur gleichen Zeit auf der Black Stage und gerade zu dieser Uhrzeit hat man noch die Möglichkeit, zügig von A nach B zu wechseln. Gedacht, getan. Drei Minuten später stehe ich vor besagter Black Stage, wo doch deutlich härtere Töne angeschlagen werden. Obwohl die Finnen bekannt sind für ihre epischen, mitreißenden Songs, ist vor der Bühne noch relativ wenig los und auch der Zuspruch seitens der Anwesenden hält sich in Grenzen. Man merkt eben, dass dem Wackinger das Festivalleben mittlerweile in den Knochen steckt. Mit dem Treiben, das bei Ensiferum gestern zur selben Zeit am selben Ort herrschte, lassen sich diese Szenen nicht vergleichen. An der Band liegt es aber sicher nicht, denn die ist qualitativ erwartungsgemäß über jeden Zweifel erhaben.
(Dagger)

Wir drehen die Zeit zurück auf 12:00 Uhr. Während manche noch besagte Qual der Wahl beschäftigt, werden andere von der eben noch zurück gedrehten Zeit schon wieder eingeholt, was an einem Ort wie Wacken im wahrsten Sinne des Wortes in ernüchterndes Gedankengut münden kann...

Camping-Area. Samstagmorgen? Sollen denn schon wieder drei W:O:A-Tage vorbei sein? Lieber nicht dran denken und verhalten wie immer. So machen sich mein australischer Partner In Crime und ich uns erst mal zum berühmt-berüchtigten Starting-Point, auch bekannt als Kaffee-Gärtchen am Eingang zum Zeltplatz B, auf. Selbst belegte Brötchen (hat einer da "Semmel" geschrien?) und frisch aufgebrühter Kaffee (brüllt da einer "Guten Morgen, Captain Morgan!"?) wirken Wunder und so gestärkt geht man gerne und ohne Hast den Gang quer über's ganze Areal in Richtung Bullhead City an, wo vier alte Freundinnen zum mittäglichen Reigentanz laden. Zeit die Mädchenschule zu betreten. Zeit für Girlschool!
Ein wenig viel Zeit hat der Weg dann doch gekostet, denn just als wir vorm Zirkuszelt ankommen, legen Enid Williams, Denise Dufort, Kim McAuliffe und Jackie Chambers auch schon mit "Demolition Boys" los. Gibt es einen besseren Einstieg? Wohl kaum. Allerdings müssen die bereits zappelnden Arme und Beine zunächst noch in der Warteschlange am Zelteinlass im Zaum gehalten werden, doch etwa zur Mitte von "C'mon, Let's Go" stehen wir dann im mit einem sehr schicken Laufsteg ausgestatteten Inneren. Hat schon je einer ein schwaches Girlschool-Konzert gesehen? Eher nein, denn seit 1978 geben die "Femaletörhead", wie sie ein dänischer Kollege nannte, bei jedem Konzert alles. Die Frische und Spielfreude der Damen ist auch heute vom ersten Akkord an greifbar und ein ganzer Funkenregen springt sodann, sogleich aufs Publikum über. Kein Wunder bei Hits wie "Not For Sale" und der schon an vierter Stelle gebrachten Alltime-Hymne "Hit & Run". Allerdings herrschen hier mittlerweile exorbitante Temperaturen und so sichern wir uns vor dem Zelt einen Platz, von dem aus wir gleichzeitig durch einen Nebenausgang das Treiben auf der Bühne sehen können und einen guten Blick auf die rechts vom Zelt aufgestellte Großleinwand haben. Platz! Exzellente! Der Rest ist eine große Dancing-Party - nicht zu wild, denn da soll ja heute noch so einiges anstehen, dafür aber ohne Unterbrechung. Girlschool liefern dazu einen toll ausgesuchten Soundtrack: nach dem Ronnie James Dio gewidmeten "I Spy" werden Schlag auf Schlag "Screaming Blue Murder", "Future Flash" und "Everything's The Same" rausgehaut. Die Mädels nutzen den Laufsteg voll aus und punkten wie immer durch ihr unglaublich sympathisches Auftreten bzw. ihre Ansagen. Viel zu schnell kommen da schon "Yeah Right" und der Klassiker "Race With The Devil" und nach dem lautstark geforderten "Emergency" verlassen die vier erstmal unter tosendem Applaus die Bühne. Ein weiser Entschluss der Veranstalter, die Spielzeit der Mädels (wie die von Onslaught) zu verlängern, denn ohne "Take It All Away" kein Konzert in der Mädchenschule, und so nimmt die Band samt uns noch mal Fahrt auf für einen letzten Tanz. Dieses ist schlichtweg eine Combo, die bei jeder Gelegenheit funktioniert - gute Laune als Garantie im Gepäck.
(Fuxx)

Und täglich grüßt der Metal, female fronted, um genau zu sein! Wieder 12:00 Uhr, dieses Mal vor der Party Stage:

Neben Edenbridge gehört die Band Visions Of Atlantis zur Speerspitze der alpenländischen Szene im Bereich Symphonic/Power Metal. Waren in den Anfangstagen noch deutliche Parallelen zu Nightwish unverkennbar, so ist der derzeitige Stil überwiegend geprägt durch Duette von Sängerin Maxi Nil und Frontmann Mario Plank. Der aufgrund der Mittagsstunde und der Konkurrenz Moonsorrow doch anfangs sehr übersichtlichen Zuhörerschaft wurden überwiegend Songs vom Album Trinity ("Seven Seas", "Through My Eyes", "Wing-Shaped Heart" und "Passing Dead End") sowie vom aktuellen Delta ("Elegy Of Existence" und "New Dawn") präsentiert. Für mich genau der richtige und vor allem ein sehr entspannter Einstieg in den letzten Festivaltag. Dass mir der Gig trotz extremer Bühnennähe insgesamt einen Tick zu leise vorkommt, ist wohl ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass meine Ohren noch vom Vortag etwas geschädigt sind.
(Jason)

Mittagspause? Von wegen. Nahtloser Übergang und im Laufschritt vor die True Metal Stage von der aus uns schon von Weitem ein Backdrop ins Gesicht springt, das mehr Sleaze Metal kaum sein könnte: Crash Diet! Peter London, Martin Sweet, Eric Young und Simon Cruz haben mit ihrem 2005er Debut Rest In Sleaze jenes Genre wieder salonfähig gemacht und dürfen ohne Wenn und Aber als die Vorreiter der New Wave Of Swedish Sleaze geltend gemacht werden. Als ob sie geradewegs einer Zeitmaschine entstiegen wären, die sie vom 80er Sunset Strip direkt auf die W:O:A-Bühne transportiert hat, wirbeln die Jungs zum anfänglichen Doppelschlag "Breakin' The Chainz" und "Down With The Dust" über die Bretter. Londons wasserstoffblondiert-auftupierte Mähne ließe sich bereits ausmachen, wenn man direkt am Einlass stehen bleiben würde - was uns selbstredend fern liegt; vor allem vor dem Hintergrund, dass sich nur ein Bruchteil der W:O:A-Besucher auf dem Gelände befindet, sich aber dennoch geschätzte Zweitausend vor der Bühne eingefunden haben, aber es bis dorthin ohne Probleme voran geht. So lobt man sich das und wir feiern gaaanz weit vorne zu Krachern wie "So Alive", "Riot In Everyone" und "Native Nature". In London scheint endlich der perfekte Nachfolger des viel zu früh verstorbenen Dave Lepard gefunden zu sein, denn sowohl stimmlich als auch was seine Agilität anbelangt erweist sich der Frontmann wie seine Mitmusiker in Topform. Es ist zu hoffen, dass den Jungs beim nächsten Mal ein höherer Platz im Billing zugestanden wird, denn als es bei "In The Raw" und "Rebel" richtig gemütlich wird, verschwinden die Glamster auch schon wieder. Aber: Zugaben gestattet. Mit viel Feuer und Böllern gibt es eine Rückkehr zu "Armageddon", dem Opener der neuen Scheibe (Generation Wild). Kräfte mobilisieren, Bewegung! "Zugabe, Zugabe!" oder "One more song, one more song!", wie vorgestern von Ozzy gefordert. Den gibt es - und wie: zu "Generation Wild" knattert London gleich dem Metalgott auf einer Harley auf die Bühne und es heißt ein letztes Mal ausrasten zu Crashdiet. Dass die Zündung beim Abgang nicht funktionierte und der Sänger ca. eine Minute nach Schichtende noch mal zurück kommt und erst dann davon rast, erweist sich als letzter sympathischer Höhepunkt einer absolut energiegeladenen Show. Sleaze Metal rules!
(Fuxx)

Kataklysm
14:00 Uhr - die perfekte Zeit um sich mal eben ordentlich die Rübe abzuschrauben bzw. abschrauben zu lassen. Zu diesem Zwecke findet man sich also nun vor der Black Metal Stage ein, wo die kanadische Institution Kataklysm diesen Job gerne übernimmt. Als ich kurz nach Setbeginn dort ankomme, sind zahlreiche Banger bereits an besagter Aufgabe zu Werke. Kataklysm liefert für dieses Szenario mit "A Soulless God", "Illuminati" und dem guten alten "In Shadows And Dust" die perfekte musikalische Untermalung. Dann ist es aber an der Zeit für den ultimativen Kataklysm Stress-Test, wie es Maurizio (Vocals) so schön nennt, denn schließlich haben die Jungs von der Securtiy eine Menge Geld bezahlt und stehen nur gelangweilt rum... Also, Einflugschneisen aufgerissen und die Surfer weitergereicht. Die Security hat diesen ersten Belastungstest mit Bravour bestanden und wird dafür auch mit viel Beifall bedacht. Doch genug der Höflichkeit, "Like Angels Weeping (The Dark)" steht in den Startlöchern, zu dem Maurizio je einen Pit links und rechts von der Bühne fordert. Gesagt, getan. Das mächtige "Crippled And Broken" ist dann leider schon der Schlusspunkt unter diesen intensiven Gig. Kurz nachgeschaut, ob der Kopf noch halbwegs auf dem Hals sitzt und weiter geht's.
(Ray)

Wer es gerne thrashig mag, der kommt dagegen nicht umhin, sich zur selben Zeit zur Bullhead City zu begeben. Schließlich stehen Onslaught auf dem Plan. Kein Wunder ist es daher, dass das Zelt sich ordentlich gefüllt hat und auch ständig neue Ankömmlinge hinein drängen. Wo draußen ein leichter und durchaus angenehmer Nieselregen für Erfrischung sorgt, herrscht drinnen schon jetzt eine Bullenhitze - das Zelt heißt eben nicht um Bullhead City. Und noch heißer soll es in den kommenden 75 Minuten werden, wenn Onslaught ihren höllischen Thrash Metal zelebrieren. Los geht das Gemetzel mit "Killing Piece" und seinem zentralen Aufruf "Spitting blood in the face of god!". Nach "Born For War", dem Opener des aktuellen Hassbrockens Sounds Of Violence folgt eine Kreuzfahrt quer durch die gesamte Diskografie der Engländer und Hitmaterial der Sorte "Let There Be Rock", "Planting Seeds Of Hate" oder "Metal Forces". Die fanatischen Fans in den ersten Reihen propellern sich beinahe die eigene Rübe vom Rumpf, während auch weiter hinten noch einiges an Bewegung herrscht. Sänger Sy Keeler nutzt in dessen immer wieder den Catwalk zwischen Bühne und Wrestling-Ring und heizt die Meute weiter an - mit Erfolg. Es geht doch! Onslaught beweisen, dass auch zu früher Stunde und am letzten Tag die ersten Reserven mobilisiert werden können.
(Dagger)

Ähnlich deftige Kost wir uns auch auf der W.E.T. Stage serviert: Torture Squad aus Brasilien kennen wahrlich keine Gnade mit ihren Anhängern. Denen wird der harte Thrash Metal des Vierers nur so um die Ohren geblasen, dass die zahlreich mitgebrachten Brasilien-Flaggen bereits von ganz alleine wehen. Das Zelt ist sehr gut gefüllt und die Stimmung dementsprechend topp. Dass dieser Support nicht selbstverständlich ist, bringen die sympathischen Jungs mehrfach zum Ausdruck, ehe es mit "Pandemonium", welches stürmisch empfangen wird, schnell weiter geht. Zum finalen "Chaos Corporation" wird noch einmal ein ordentlicher Pit ins Leben gerufen, danach werden die Jungs noch einmal frenetisch abgefeiert.
(Ray)

Die Neugierde ist es, die mich kurz nach drei vor die True Metal Stage zieht. J-Rock hat auch in Wacken seine Fans - viele sind es allerdings nicht. So komme ich durch gelichtete Reihen der Bühne schon recht nahe, um einen Blick auf Dir En Grey zu werfen. Als eher unfreiwilliger Besitzer zweier DVDs der Band weiß ich, welch Stürme der Begeisterung die Jungs aus Osaka vor den Bühnen ihrer Heimat entfesseln. In Japan echte Superstars stehen Dir En Grey in Wacken dagegen einem eher ratlos wirkenden Publikum gegenüber. Das mag an den chaotisch wirkenden Songstrukturen liegen oder vielleicht am vollkommen entarteten Gesangsstil von Frontmann Kyo. Eines ist jedoch sicher: kaum eine Band auf dieser großen Bühne dürfte während der letzten Tage so wenig Emotionen beim Publikum ausgelöst haben, wie eben Dir En Grey - ein paar anwesende Die-Hard-Fans natürlich ausgenommen.

Campinggelände
Um 16:00 Uhr finde ich mich zusammen mit Jason und Ray - der gute Fuxx ist wie auch im letzten Jahr verschollen - am Jägermeister-Hochsitz ein. Ein Flug in 50 Metern Höhe ist immer wieder ein besonderes Ereignis. Wo sonst, wenn nicht in einem der zahllosen Ballons und Flugzeuge, die täglich ihre Kreise über dem Gelände drehen, erhält man solch einen fantastischen Blick auf die Bühnen und die endlosen Weiten der Zeltplätze. Zu diesem Panorama wird man von netten jungen Damen mit Jägermeister pur und in Mischung mit dem neuen Energydrink versorgt - ausgezeichnet! Eben unsere durstigen Kehlen befeuchtet, können wir von hier oben beobachten, wie sich der Raum vor der Party Stage dank tausender Besucher zunehmend verdichtet und schließlich ein paar altbekannte Enfants Terribles der Szene das Podest erobern...
(Dagger)

Knorkator
Nachdem sich Knorkator vor gar nicht allzu langer Zeit aufgelöst hatten, haben sie sich nun wieder zusammen gefunden, um weiter das Volk mit ihrer ganz eigenen Musikmischung zu beglücken. Dass dem Volk nach derlei Musikgut dürstet, ist mehr als offensichtlich, schließlich ist der Platz vor der Party Stage gerammelt voll, als die Berliner ihren Set beginnen. Den Beginn erleben wir in luftiger Höhe vom Jägermeister Hochsitz, wieder zurück auf Mutter Erde heißt es schnell (ha ha) nach vorne (ha ha ha) kommen. Doch schon im hinteren Drittel ist Schluss. Nichts geht mehr. So bleibt nichts anderes, als den Berlinern von weiter Ferne zu lauschen und zu sehen, zu welchen Aktionen Stumpen (dezent in lila gekleidet) die Fans anstacheln kann (Tanzt die Leute nach außen; macht einen Handstand, ich will eure Füße sehen; nehmt einen auf die Schulter und macht Huckepack-Ringkämpfe) und diese es auch bereitwillig mitmachen. Unglaublich! Passend hierzu natürlich die Klassiker dieser schrillen Boygroup wie "Eigentum", "Kurz Und Klein", "Alter Mann", "Ich Lass Mich Klonen" und auch "Böse" darf nicht fehlen. Für alle Anhänger dieser Boygroup sei der 16.09. genannt, denn da kommt das neue Album dieser netten Verrückten heraus.
(Ray)

Iced Earth
Denkwürdige Augenblicke sind in Wacken bekanntlich keine Seltenheit. So dürfen Iced Earth-Fans nun das letzte Konzert mit Sänger Matt Barlow erleben, der sich nach diesem Auftritt aus familiären Gründen mal wieder aus der Band verabschiedet. Im Wechselspiel aus Nieselregen und Sonnenschein geht es relativ ruhig vor der Bühne zu - lediglich in nächster Nähe zum Podest herrscht einiges an Bewegung in den Reihen, als die Amis mit "Burning Times" in ihr Set einsteigen. Nur gelegentlich finden einzelne Crowdsurfer den Weg bis in den Graben. Nach dem Klassiker "I'd Die For You" kommt zu "Jack" und "The Hunter" schließlich doch noch mehr Action in die Sache. Nach einem Wicked-Trio aus "Prophecy", "Birth Of The Wicked" und "The Coming Curse" verabschiedet sich Bandchef Jon Schaffer herzlich von seinem Kollegen: "It was an honour and a privilege to share the stage with you. I love you." Nach inniger Umarmung, einer großen Geste echter Männerfreundschaft, beschließen die Mannen ihren Gig mit "Iced Earth" als Zugabe. Matt Barlow steht wenig später der Presse und den Fans hinter der Bühne zu Gesprächen und gemeinsamen Fotos zur Verfügung.
(Dagger)

Vreid
Der erste Auftritt von Vreid, damals noch auf der W.E.T. Stage, wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben, haben die Norweger damals alles in Schutt und Asche gelegt. Umso erstaunter bin ich, als ich mich der Party Stage nähere... alles noch sehr übersichtlich, obwohl der Set gleich beginnt. Vreid legen dann auch mit ordentlichem Pyro-Einsatz gut los und ziehen die Fans mit ihrem Black'n'Roll gleich auf ihre Seite. "Raped By Light", "Speak Goddamnit" und auch "Iarnbyrd" haben ihren Weg auf die Setlist gefunden und werden entsprechend gefeiert. Trotzdem: so richtig will der Funke nicht überspringen... liegt es daran, dass die Fans am Samstag Nachmittag schon ausgepowert sind? Oder an den doch zahlreichen ruhigen Passagen, die den Drive rausnehmen? Etwas mehr flottere Nummern wären sicherlich hilfreich gewesen, mehr Leute zur Party Stage zu ziehen.
(Ray)

Ich komme nach einer kurzen Pause beim Zelt gerade rechtzeitig vor der Black Stage an, als Sepulturas Frontriese Derrick Leon Green "some material for the old school fans" ankündigt. Ausgezeichnet! Schließlich hab ich die Ethno-Thrasher aus Brasilien nach dem Roots-Album irgendwie aus den Augen verloren. Auf "Troops Of Doom" vom 87er Schizophrenia, der Granate "Territory" und "Inner Self" folgt die Tribal-Jam-Session "Ratamahatta", zu der auch Mr. Green die Percussions malträtiert. Nach speziellem Introitus bekommen wir für das Finale noch "Roots Bloody Roots". Und es scheint, als würden nun Abertausende von Metalfans bis zum Eingangsbereich im Buschtrommeltakt auf- und abhüpfen, während vor der Bühne ein dicker Circlepit entbrennt und einmal mehr die Crowdsurfer auf den Plan gerufen werden.
(Dagger)

Es kostet immer ein wenig Überwindung (und noch mehr Kraft), sich am W:O:A-Samstag den Weg von einer der Main-Stages in den Headbanger's Ballroom zu bahnen, doch der kanadische Loonatic Bryan hatte noch genügend Energie, um den Führer durch die Reihen zu machen, denn er wollte genauso wie ich vielleicht DIE Metal-Nachwuchshoffnung für die nächsten Jahre - In Solitude - auf keinen Fall verpassen. Erstmal im Zelt angelangt freuen wir uns, dass dieses nicht mal zu zwei Dritteln gefüllt ist bzw. über die wieder erlangte Bewegungsfreiheit. Und da sind ja auch einige Bekannte vom Headbanger's Open Air letzte Woche - nicht gänzlich unerwartet, denn In Solitude sind definitiv eine jener Bands, die sich den traditionellen Metal auf die Fahnen geschrieben haben und diese hoch und höher halten.
Und los geht's mit dem Titelsong der Überplatte The World The Flesh The Devil. Sänger Pelle Ahman, der in seinem Fell-Leder-Mantel schwitzen muss wie Hölle, ist sofort sowohl stimmlich als auch was die Ausstrahlung anbelangt präsent und die Band zockt wie ein Uhrwerk. Die Soli von Niklas Lindström kommen in "We Were Never Here" genauso druckvoll und filigran wie auf Platte daher, wenn auch der Gesamtsound ein wenig lauter eingestellt sein könnte. Jetzt schon einen Gang runter zu schalten, kommt den Schweden erst gar nicht in den Sinn und dem Publikum, das wächst und wächst, wird demzufolge "Demons" offeriert. Es stellt sich ein unerwarteter Effekt ein, denn was aus der Konserve im heimischen Wohnzimmer noch recht magisch-okkultisch aus den Boxen erschallte, erweist sich live als absolut partytauglich - vielleicht eines der Geheimnisse des Erfolgs von In Solitude. Eine düstere Atmosphäre um diese Uhrzeit im Zelt zu kreieren, scheint eigentlich auch fast unmöglich. Eigentlich, denn jetzt steht einer der genialsten Songs der Platte auf dem Tableau: "To Her Darkness" und im Zelt breitet sich eine längst verschüttet geglaubte Mercyful Fate-Stimmung aus. "I wish the King could witness that." Da kann ich nur beipflichten. Für diejenigen, die die Combo schon länger verfolgen, gibt's doch tatsächlich nun auch noch den "Witches Sabbath" vom selbstbetitelten Erstwerk, doch gerade als wir uns ins Konzert richtig eingefühlt haben, müssen die Vier auch schon wieder die Segel einholen. Das Los der Zeltbands macht auch vor In Solitude keinen Halt. Leider, leider, denn diese Band hätte deutlich mehr Spielzeit verdient als die ca. 35 Minuten. Daraus haben sie jedoch nur das Allerbeste gemacht. Beide Daumen hoch für In Solitude, die jetzt bereits für's Headbanger's Open Air nächstes Jahr bestätigt sind und dort sicher vor einem äußerst traditionell gestimmten Publikum länger spielen dürfen.
(Fuxx)

Aufgrund eines Regenschauers und einer dringend benötigten Pause komme ich erst verspätet vor die True Metal Stage, um mir Tobias Sammet mit seinem Metal Oper-Projekt Avantasia anzusehen. Hierbei vereinigt der Edguy-Frontmann - wie ja bereits im Billing angekündigt - seit 2000 immer wieder verschiedene Szene-Größen auf der Bühne, um insbesondere auf großen Festivals ein kleines Rock-Musical aufzuführen. In diesem Jahr beim zweiten W:O:A-Auftritt nach 2008 sind es keine Geringeren als Michael Kiske (Ex-Helloween), Kai Hansen (Gamma Ray), Bob Catley (Magnum), Amanda Somerville (sie hat bereits für Epica, After Forever und Kamelot Alben mit eingesungen) und Jorne Lande (Masterplan), die Stücke wie "Dying For An Angel", "Farewell" sowie den aufgrund seiner Chartplatzierung von Tobi Sammet selbsternannten Pop-Song "Lost In Space" zelebrieren. In der Zugabe treten dann bei den Songs "Shelter From The Rain", "Avantasia" und "Sign Of The Cross" noch einmal alle Stars miteinander auf und runden einen überaus gelungenen und stilvollen Gig perfekt ab. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Sammet hat verkündet, dass dies der letzte Open-Air-Auftritt der Band war und er dieses Projekt künftig nicht mehr weiter betreiben will. Da bleibt den Fans wohl nur die Vorfreude auf das bereits angekündigte neue Edguy-Album.
(Jason)

Kreator
Nach dieser freundlichen Angelegenheit wird es noch einmal Zeit für die grobe Kelle. Kreator sind wieder zu Gast in Wacken! Im Bewusstsein ihrer exzellenten Livequalitäten und dessen, was die Jungs aus dem Pott bisweilen vor der Bühne entfachen, platzieren sich Jason und ich in respektvollem Abstand, aber immer noch recht weit vorne vor der Black Stage. Verhältnismäßig friedlich bleibt es vorerst zu den Tönen von "Hordes Of Choas" und "War Curse", als alle um uns und natürlich auch wir selbst noch brav mit Headbangen beschäftigt sind. Eine gewaltige Videowand hinter den Musikern zeigt abwechselnd die entsprechenden Clips zu den jeweiligen Songs, das zugehörige Albumcover oder Textfragmente aus den Refrains der Stücke. Die Musiker selbst werden vom Boden aus rot angestrahlt, was dem Szenario einen zusätzlichen höllischen Charakter verleiht. Song Nr. 3: Sänger Mille stachelt die Massen an und will einen Pit sehen, dann die Riffs zu "Endless Pain" und schon verwandelt sich unsere Umgebung in einen einzigen Hexenkessel. Zwei Meter vor mir tobt der entbrannte Circle-Pit - so groß, dass er bis zur benachbarten Bühne reicht - von hinten strömen uns im Sekundentakt die Crowd Surfer entgegen, zu meiner Rechten ein wahnsinnig gewordener Headbanger und zu meiner Linken ein dicker Typ, der, vermutlich stimuliert durch das enge Drängen und Schieben, einen grausigen Koffer nach dem anderen abstellt. Dass sich im Folgenden die Situation und auch der Darm des Nachbarn zu "Pleasure To Kill" nicht sonderlich entspannen, braucht wohl nicht bemerkt zu werden. Immer wieder heizt Mille nun zu seiner Salve hochkarätiger Songs wie "Enemy Of God", "Phobia" oder "Violent Revolution" die Meute an, sobald der Pit nachzulassen droht. Zum finalen Dreierpack aus "Betrayer", "Flag Of Hate" und natürlich "Tormentor" breitet sich das Chaos weiter aus. "War!" steht passender Weise in großen Lettern auf der Videowall und nichts anderes herrscht in diesem Augenblick um mich herum. Da hilft nur noch die Flucht nach vorne. Also nichts wie hinein ins wilde Treiben, wo sich die Massen zu guter Letzt auch noch zur Wall Of Death formieren. Was für ein Konzert! Absolut genial! Und was für eine Überraschung! Mit soviel Action hatte ich zu so später Stunde wirklich nicht mehr gerechnet.
(Dagger)

Hail Of Bullets
Auf dem Weg über das Gelände schau ich noch mal kurz bei der W.E.T. Stage vorbei, um mir Hail Of Bullets zu gönnen. Den Weg haben leider nur recht wenige gefunden, schließlich zerlegen Kreator nebenan gerade die Hauptbühne. Es ist schon lustig, vor gar nicht langer Zeit habe ich seine ehrwürdige Eminenz, Mr. Martin van Drunen, mit Asphyx gesehen, nun steht er mit Hail Of Bullets auf der Bühne. Egal, den wenigen Anwesenden gefällt, was durch die Lautsprecher gejagt wird. Hinzu kommt, dass es Mr. van Drunen versteht, mit dem Publikum zu kommunizieren, eben wird noch gegrowlt, nun wird locker mit den Fans gefeixt. Die Mischung macht's halt, genau wie bei der Musik: eben noch schnell, jetzt langsam doomig. Jedes einzelne Doom/Death-Geschoss wird gefeiert und mit "Tokyo Napalm Holocaust" gibt's am Ende noch ein Sahnehäubchen oben drauf.
(Ray)

Eine stets berechenbare Angelegenheit ist ein Auftritt von Motörhead, die ja irgendwie zum festen Inventar des W:O:A gehören. Und so beginnt das verhältnismäßig statische Treiben auf der True Metal Stage um 23:00 Uhr ein weiteres Mal mit Lemmys kultiger Begrüßung "Good evening! You're fine? We are Motörhead and we play rock'n'roll!", dicht gefolgt vom Opener "Iron Fist" bei schweine-lautem, basslastigem Sound. Nach "Stay Clean" steht dann schließlich mit "Get Back In Line" ein Song vom aktuellen Album The Wörld Is Yours am Start. Wenig später zeigt Phil Campbell, von einzelnem Spotlight erleuchtet, sein Können an der Leadgitarre, als er mittels Solodarbietung von "Rock Out" zu "One Night Stand" überleitet. Schließlich muss ich doch noch etwas staunen, wie knallhart doch "In The Name Of Tragedy" aus den Boxen donnert, das dank integriertem Drumsolo von Mikkey Dee aus seinen Fugen gerät. Ein stetiger Regen setzt nun ein und treibt mich in Richtung Essensausgabe, um frisch gestärkt dem Nass zu trotzen und das Finale aus "Bomber", "Ace Of Spades" und natürlich "Overkill" nicht zu versäumen.
(Dagger)

Edelweiß
Eigentlich bin ich auf dem Weg zurück aufs Gelände mit dem klaren Ziel des Schlafsacks vor Augen, als ich just in dem Moment den Biergarten passiere und Edelweiß ihr Set beginnen. Und es ist kein Leichtes, gegen die lauteste Band der Welt anzukommen. Doch Edelweiß machen ihre Sache ganz gut und können einige Fans vor der Biergartenbühne festhalten. Der Rock'n'Roll, der sich aus Coverversionen von AC/DC zusammensetzt, läuft zu dieser späten Stunde gut rein, und so ertappt man sich, dass man lauthals "Bier, Bretzel, Rock'n'Roll" oder "Freibier, aber Schnell" (statt "Highway To Hell") mitgrölt. Ein lustiges Finale für den heutigen Abend!
(Ray)

Und wieder ist es der nun zunehmend stärker werdende Regen und die zum Ende des Festivals einsetzende Müdigkeit, die mich zu so später Stunde so rein gar nicht mehr zu den "Kindern vom See" drängt, zumal wir am Sonntag früh sehr bald aufbrechen wollen, um möglichen Staus aus dem Wege zu gehen. Aber was ich von Children of Bodom mitbekomme, kann sich wie immer sehen lassen. Mit reichlich Pyros werden der gewohnt Crowd Surfer-gefluteten Masse Kracher wie "Not My Funeral", "Bodom Beach Terror" und "In Your Face" buchstäblich um die Ohren gehauen. Auch wenn der inoffizielle Crowd Surfer-Weltrekord wohl inzwischen an Heaven Shall Burn verloren wurde, lassen sich die trotz Regens nimmermüden Fans auch dieses Mal nicht lumpen. "Children Of Bodom", "Hate Me!", "Angels Don't Kill", "Follow The Reaper" und "Downfall" stehen dann auf dem Programm, ehe es mit "Are You Dead Yet?" und "Hate Crew Death Roll" in die Zugabe geht. Beim einem Gig der Finnen, die zum mittlerweile sechsten Mal in Wacken auf der Bühne stehen, weiß man einfach was man bekommt. Und so findet auch das Wacken Open Air 2011 für mich einen gelungenen Abschluss.
(Jason)

Ein letztes Beisammensein am Zelt und dann geht es ab in die Heia, wohin einen die müden Knochen ohnehin schon lange befehligen. Schließlich heißt es morgen wieder früh aufstehen, um der großen Masse an Flüchtigen zuvorzukommen und nicht vor Hamburg im Stau zu landen.

Credits

Was soll man sagen. Die Vorfreude war auch 2011 wieder berechtigt. Egal, wie oft man sich schon in den hohen Norden zum weltweit größten Metal-Festival des Erdenrunds begeben hat, es ist immer wieder eine Freude, ein Erlebnis und die Tage vor Ort vergehen wie im Flug.

Schon kurz nachdem wir wieder zuhause sind, kann man auf der Festivalseite nachlesen, dass die ersten 20.000 Tickets für 2012 bereits unters Volk gebracht sind, obwohl bislang nur einige wenige Künstler bestätigt wurden. Dieses blinde Vertrauen in die Veranstaltung spricht an sich schon Bände. Schließlich wird nicht jeder Käufer mit dem Gedanken spielen, sein Ticket kurz vor Fristablauf für teueres Geld in einem Online-Auktionshaus zu verscherbeln.

Die Heavyhardes-Crew
Die Opfergaben
Es war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, als Jason, Ray und meine Wenigkeit den Abend wie schon eingangs erwähnt im Biergarten haben ausklingen lassen und in Anbetracht der Flut an Eindrücken, die das nächtliche Treiben zu dieser Zeit bei uns hinterlassen hatte, darüber philosophierten, wie es wohl soweit mit diesem Festival kommen konnte. Fest steht, dass das W:O:A ab einem gewissen "Point of no return" eine unglaubliche und unerwartete Eigendynamik entwickelt hat. Der Wille und der Mut der Organisatoren, sich jährlich zu verbessern, zu vergrößern spielt vermutlich ebenfalls eine gewichtige Rolle. Dass das Ganze mit der Zeit zwangsläufig immer professioneller wurde, liegt dann in der Natur der Sache. Einer der ganz großen Pluspunkte des W:O:A dürfte aber sein, dass es trotz seiner Größe als eines der friedlichsten Festivals überhaupt gilt. Es scheint fast, als wären sich alle Besucher der Verantwortung bewusst, dass es bei ihnen liegt, diesen Ruf nicht zu gefährden. So meldeten die Sanitäter 2011 die Behandlung von Wespenstichen - ja die Biester waren wirklich ekelhaft penetrant in diesem Jahr - als häufigsten Einsatzgrund. Möge es auch weiterhin so bleiben! Wir freuen uns aufs kommende Jahr und bereits bestätigte Bands, wie Amon Amarth, Ministry, Cradle Of Filth und die Scorpions. Der Countdown läuft!

Wir berichteten vom Wacken Open Air 2011, Faster Harder Louder, rain or shine - bis zum nächsten Mal!
(Dagger)

Dagger & Ray

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