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Konzert-Bericht

Manowar & Bludgeon

Zenith, München 02.12.2002

Wir waren recht spät dran, weil unseren Kumpels, die von weither hinterm Wald angereist waren, natürlich der platte Reifen auf der Hinfahrt passieren musste. Auf der Rückfahrt wärs langweilig gewesen, da hätts ja net pressiert. Als wir um 10 nach 8 bei der Halle ankamen, standen immer noch ca. 500 Leute davor herum, obwohl drinnen die Death-Metaler Bludgeon schon kräftig herumlärmten. Über den Sinn oder Unsinn einer solchen Kapelle als Vorband von Manowar kann man sich streiten, die vier ließen es jedenfalls mächtig krachen und hatten jede Menge Spaß. Woran es gelegen hat, weiss keiner, an der Reaktion des Publikums kanns jedenfalls nicht gelegen haben - von den ca. 5000 anwesenden Leuten waren ungefähr 30 begeistert, der Rest zog es vor, die armen Kerle vollkommen zu ignorieren. Den meisten Applaus riefen die Worte hervor "We now play our fucking last song". Jedenfalls war pünktlich um dreiviertel neune Schluss.

Die ganze Halle jubelte und freute sich auf Manowar. Da die Genies der Roadcrew es aber nicht auf die Reihe gekriegt hatten, die Bühne am Nachmittag fertig aufzubauen (Bludgeon bekamen eh nur den halben Platz; hinter deren Riesenbanner wurde wohl noch gesoffen), so dass es eine geschlagene Dreiviertelstunde mit Fahrstuhlmusikberieselung dauerte, bis endlich die Lichter angingen. Und das buchstäblich: Die Boxen waren mit einem Metallgestell verkleidet, an dem jede Menge Strahler angebracht waren. Das Ganze sah ziemlich ufo-mäßig aus. Jedes Bandmitglied wurde dazu ständig von zwei Spots verfolgt.

Mit dem Opener "Manowar" legten die Kings of Cattle äh Metal denn auch richtig los und machten Hoffung auf ein paar ältere Songs wie "Bridge of Death", "Blood Of My Enemies" oder "March For Revenge". Aber weit gefehlt. "Manowar" und "Sign Of The Hammer" waren die einzigen wirklich alten Songs, die gespielt wurden - wirklich schade. Das Publikum hätte es honoriert, da der Großteil doch älteren Kalibers war. Stattdessen gab es nach dem furiosen Start noch "Brothers Of Metal" und dann gleich die grandios dargebrachte Hymne "Warriors Of The World" vom aktuellen Album zu hören, gefolgt von "Spirit Horse Of The Cherokee". Das krachte alles noch anständig. Danach gings leider ziemlich bergab. Nach lustigen Singspielchen mit Eric Adams sprengte das obligatorische Gitarrensolo/Bassgewichse jeden interessanten Zeitrahmen und ödete nach 10 min. ziemlich an. Danach kamen noch einige weitere Lieder, bevor nach 70 min. (!) der erste Abschied angekündigt wurde.

Natürlich kamen die Jungs zurück und schickten sich an, ein viertelstündiges Akustikmedley aus "Herz aus Stahl" (*grusel*), "Courage" und "Master of the Wind" zum Besten zu geben. Danach bretterten die Jungs mit viel Gas und Getöse auf ihren Harleys auf die Bühne, geziert von ein paar durchaus ansehnlichen Mädels, die Joey vorher aus der Menge ziehen liess. So weit, so kultig. Jeder, der daraufhin einen musikalischen Knaller a la "Wheels of Fire" erwartet hatte, wurde enttäuscht. Joey sülzte stattdessen das Publikum mit einer "Fuck the authorities!"-Rede zu (*gähn*), wobei es seltsam komisch anmutete, dass er die Leute anfeuerte, ihm lautstark mehrmals ein großes "FUCK YOU!" ins Gesicht zu brüllen. Er zitierte auch eines der Mädels auf die Bühne und las irgendwelche deutschen Texte vor, um zu beweisen, wie toll sein Deutsch mittlerweile doch sei (*doppelgähn*). Danach wurde doch tatsächlich wieder mal Musik gemacht, unter anderem mit "Hail and Kill" und "Black Wind, Fire and Steel".
Zum Schluss rupfte Joey noch seinem Bass unter mächtigem Gepose drei Saiten aus und verteilte sie als Reliquien unterm Publikum (die vierte Saite blieb am Bass hängen und schwurbelte lustig herum). Auch eine effziente Methode, Zugaben zu vermeiden.

Danach war jedenfalls Schluss, nach ca. 1 h Musik und 1 h Show. Achja, "The Crown and the Ring" wurde als Rausschmeisser noch gespielt - von CD.

Der Sound war für Zenith-Verhältnisse übrigens ganz ok.

Was soll man da für ein Fazit ziehen? Ticketpreise von 35 Euro, ein T-Shirt für 24, ein Kapuzenpulli für 40, ein Tourneeposter für 5 Euro - und das Ganze für effektiv eine Stunde Leistung. Der einzige des Quartettes, der sich richtig reingehängt hat, war Eric, der auf der Bühne rumfetzte wie gestochen und auch die Fans am Rand nicht vergaß. Er versuchte sogar crowdzusurfen, was allerdings an der Security scheiterte, die ihn sofort wieder aus der Menge fischte. Der Rest der Band: abgeklärt und gnadenlos posig.

Der überwiegende Teil der Besucher war nach dem Konzert denn auch durchaus enttäuscht, die Showeinlagen kamen wohl nicht so ganz an. Es fehlten den Leuten Klassiker wie "Fighting the World", "Carry On" oder auch noch ältere Sachen.

Zumindest für uns wird es wohl das einzige Manowar-Konzert bleiben.

Kara & Lord Obirah

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