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Konzert-Bericht

Kreator, Exodus, Death Angel & Suicidal Angels

Thrashfest

Backstage, München 11.12.2010

Die Thrasher Suicidal Angels, Death Angel, Exodus und Kreator laden zum Jahresende noch einmal ins Backstage zum Thrashfest ein. Da es solch ein klasse und hochkarätiges Line-Up nur selten zu bestaunen gibt rechnete ich schon im voraus mit einer gut gefüllten Halle - und so sollte es dann auch sein.
Für mich wurden an diesem Tag allerdings ganz andere Begebenheiten zu einem Problem - es schien als ob mir eine höhere Macht das Beisein an diesem Konzert nicht gestatten wollte.
Zu allererst sprang mein fahrbarer Untersatz nicht an - die Batterie hatte sich in der letzten Nacht verabschiedet. Nach einigem Herumtelefonieren, was jedoch leider nicht von Erfolg gekrönt war, fand sich in meinem Nachbarn letztendlich doch noch die mit Verzweiflung ersehnte Starthilfe.
Eine gute Dreiviertelstunde im Verzug - den Anfang der Suicidal Angels werde ich wohl nicht mehr sehen. Aber als ob das nicht schon genug gewesen wäre musste irgendein ***** bei Garching-Nord auch noch einen Unfall bauen was selbstverständlich einen Stau sondergleichen zur Folge hatte. Zu diesem Zeitpunkt mit mir zusammen im Auto eingesperrt zu sein muss wahrlich alles andere als ein schönes Erlebnis gewesen sein.
Endlich am bereits überfüllten Backstage angekommen spielen Death Angel gerade Thrown To The Wolves - es sollte ihr letztes Lied an diesem Abend sein.

Berichten eines Bekannten und anderer Besucher, die das Glück hatten die beiden ersten Acts auch sehen zu können waren Suicidal Angels und Death Angel beide ein Knaller. Die Griechen spielten gleich zu Beginn höchst motiviert und engagiert und so startete das Publikum u.a. auch von Frontmann Nick Melissourgos aufgefordert ziemlich bald den ersten Pit. Die Stimmung war ausgesprochen gut und somit war eine perfekte Grundlage für den folgenden uns bekannten Fünfer aus Kalifornien gelegt.

Death Angel, welche ihr neues Album Relentless Retribution mit im Gepäck hatten, knüpften dann auch direkt und ohne Umschweife an die von den griechischen Thrashern geschaffene Stimmung an. Sie lieferten eine mitreißende Show mit dem ein oder anderen herausragenden Gitarrensolo und auch die Freude über so ein klasse Publikum machte sich zuweilen in Form eines Lächelns in den Gesichtern der Bandmitglieder breit und griff schließlich auch auf die Menge über - die Stimmung war äußerst ausgelassen, was auch mir beim Betreten des Backstage sofort auffiel; viele strahlende Gesichter kamen mir nach dem Auftritt der Fünf von der Bühne entgegen.

Viele steuerten direkt die Bar an, um sich das ein oder andere Bier zu beschaffen und ihre trockenen Kehlen ein wenig zu befeuchten. Es war ja schließlich erst Halbzeit. Sollte mir nur recht sein, so war mehr Platz für mich und es gelang mir einen ziemlich bühnennahen Platz für den nächsten nicht weniger bekannten Act zu ergattern.

Alsbald betreten die legendären Bay Area Thrasher von Exodus die Bühne. Frenetischer Beifall ertönt - ein kurzes Grinsen Rob Dukes und ab geht's! Dieser heizt gleich zu Beginn das Publikum so dermaßen an, dass es schier kein Halten gibt und sich sofort ein Pit bildet. Es soll nicht der letzte an diesem Abend sein. Unter anderem packen die Jungs an diesem Abend Hits wie "Blacklist" und "War is Our Shepard" vom Tempo Of The Damned-Album aus, bei denen Frontsau Dukes das Publikum anleitet sich die Seele aus dem Leib zu grölen, was dieses dann auch selbstverständlich mit allem Fleiß tut. Selbiges macht er an diesem Abend wie gewohnt auch und zwischen seinen Ansagen und den geilen Soli der Herren Holt und Altus flitzt dieser auch ständig wie ein tollwütiger Pitbull auf der gesamten Bühne herum. Diese wahnsinnige Energie überträgt sich auch ohne Umweg direkt auf das Publikum und so bleibt kein - nein kein einziger(!) - Song ohne Mosh- oder Circlepit. Aber natürlich lassen Exodus es sich nicht nehmen auch ein paar Klassiker rauszuhauen. Was heißt ein paar - es ist ein schieres Feuerwerk an Klassikern und so gibt es neben "Bonded by Blood" und "Braindead" auch "Toxic Waltz" auf die Ohren - das Publikum dankt mit riesigen Pits und noch lauterem Gegröle!
Als Exodus die Bühne verlassen, hinterlassen sie ein ziemlich erschöpftes aber auch sehr zufriedenes Publikum. Ich bin mir ziemlich sicher, dass vielen dieser Auftritt noch lange in den Knochen stecken aber auch in guter Erinnerung bleiben wird.

Nach einer kurzen Pause ist es dann soweit, der Headliner betritt die Bühne. Halt, nein - zuerst gibt es ein ziemlich langes mit Countrymusik unterlegtes Videointro. Der Videoteil zeigt die Herren von Kreator bei ihren Vorbereitungen am Nachmittag im Backstage. Gute Idee und zudem klasse umgesetzt. Dann endlich Nebel auf der Bühne. Kreatorgesänge beherrschen dato die Halle. Endlich dem Country nicht mehr verwandte Gitarrenklänge - sie sind da, es geht los!
Und wie es losgeht - "Violent Revolution"! Die Menge steigt sofort ein, wurde ja auch lange genug hingehalten und so ist die Entladung der gestauten Anspannung nun umso größer! Es werden munter die Haare geschüttelt und auch von deutlich mehr Personen als bei Exodus - nimmt der entstandene Pit nun nicht mehr die Hälfte der Halle ein. Es folgt der Titeltrack des neuen Albums "Hordes Of Chaos" der beim Publikum ebenso gut ankommt wie der ihm vorangegangene Song. Dennoch war Mille zu diesem Zeitpunkt der einzige auf der Bühne der sich in erwähnenswertem Maße bewegte und mehrmals von den Podesten, die vor der Show neben den Drums installiert wurden, Gebrauch machte - der Rest der Band schien heute leider ein wenig bewegungsfaul. Nichtsdestotrotz ließen Ansagen wie das vielleicht etwas fragwürdige "Wollt ihr den totalen [- Pause -] TERROR!" oder die Aufforderung einen bayrischen Moshpit (Weißwurstmoshpit?!) zu bilden das Publikum noch leidenschaftlicher agieren und sorgten neben Songs wie "Enemy Of God", "Voices Of The Dead" und "Destroy What Destroys You" für mächtig Stimmung. Doch wussten neben den bereits erwähnten Klassikern auch weitere wie "Pleasure To Kill" oder das herrlich zelebrierte "Endless Pain" vom gleichnamigen Album zu gefallen und mit einem gutgelaunten Mille am Mikrofon, der sich über "Oldschoolkiddies", die schöne Tatsache, dass an diesem Abend Jung und Alt zusammen feierten und Kleinigkeiten, wie den von manchen 2012 prophezeiten Weltuntergang und das pünktlich zu diesem Anlass erscheinende neue Kreator-Album, ausließ, vergingen die knapp 75 Minuten wie im Fluge.
Natürlich gab es noch eine Zugabe und natürlich wurde noch die "Flag Of Hate" geschwungen und besungen so wie sich das bei Kreator halt gehört, ehe nach eineinhalb Stunden mit "Tormentor" der Schlusssong ertönt und sich die Herren auf der Bühne verabschieden.

Und so lichtet sich alsbald das Gedränge in der Halle und es bildet sich ein Strom ins Freie bzw. Richtung Bierausschank. Beim Blick in die Gesichter der doch zahlreich erschienenen Konzertbesucher lässt sich eines feststellen - so ziemlich alle haben ein zufriedenes Grinsen aufgelegt, was vermuten lässt das es ein durchaus gelungener Abend war. Das ist auch mein Eindruck und das obwohl er für mich mehr als bescheiden begonnen hat. Ein super Line-Up, das hielt was es versprach, eine super Stimmung trotz dieses doch eklatanten Platzmangels und sehr viel Spaß. Und so bleibt zu hoffen dass auch wieder im nächsten Jahr Bands unter dem Banner des Thrashfests Europa bereisen und uns eine klasse Show bieten werden, dem Andrang und den positiven Rückmeldungen nach sollte - nein muss dem einfach so sein. Also dann, (hoffentlich) bis nächstes Jahr!

Wolf

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