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Konzert-Bericht

Kreator, Dark Tranquillity, Ektomorf & Hatesphere

Zeppelinhalle, Kaufbeuren 26.02.2005

Samstag Nachmittag, der Club liegt in Bielefeld 2:0 hinten und es ist schweinekalt. Zwei Gestalten machen sich nach Kaufbeuren auf, um eine deutsche Thrash-Institution live zu erleben. Kreator gaben sich an diesem Abend die Ehre und rockten die Zeppelinhalle. Im Gepäck hatten sie die Melodic Deather Dark Tranquillity sowie die Thrash/Metal-Core Knaben von Ektomorf und Hatesphere. Frierend betraten wir die Halle, stolperten dabei erst mal über Nevermore's Warrel, der seine Mähne unter einem Kapu versteckt hatte und gingen dann nach Betrachtung des Merch-Standes weiter in die (warme) Halle.

Relativ pünktlich legten Hatesphere gegen 19:30 los und feuerten ihre Agro-Geschosse in die zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllte Halle. Dass der Funke trotzdem nicht so richtig übersprang, kann wohl einerseits an der - meiner Meinung nach - doch recht eintönigen Mucke, andererseits aber auch an der an diesem Tag vorherrschenden generellen Lahmarschigkeit des Publikums gelegen haben. Bis auf die ersten beiden Reihen bewegte sich nichts und auch das wandelnde Tattoo Jamey Jasta konnte mit seinen Kommunikationsversuchen daran nichts ändern. Nach knapp 30 Minuten Spielzeit verabschiedeten die Jungs sich und machten Platz für die nächste Band.

Aber auch bei ihren ungarischen Kollegen Ektomorf zeichnete sich mehr oder weniger das selbe Bild ab. Die Jungs rockten sich mit einer gesunden Mischung aus alten und neuen Songs auf der Bühne den Arsch ab und vor allem Sänger und Gitarrist Zoltan Farkas nutzte jeden Meter Platz um die Menge zu animieren. Aber Pustekuchen - die Frontrows spielten mit, der Rest sah mehr oder weniger interessiert zu und hielt sich an seinem Bierbecher fest. So kann keine wirklich gute Laune aufkommen. Nach einer knappen halben Stunde strichen dann auch diese Jungs die Segel.

Mit Dark Tranquillity war es dann an der Zeit für meinen ersten Fave des Abends. Mit "Final Resistance" eröffneten die sympathischen Schweden ihr Set und vor allen Dingen Frontmann Mikael Stanne präsentierte sich in Höchstform. Mimik- und gestenreich sowie mit einem Dauergrinsen war er immer in Bewegung und suchte den ständigen Kontakt zum Publikum. Da die Spielzeit der Band mit knapp 45 Minuten recht knapp bemessen war, verschwendete Mikael relativ wenig Zeit mit Ansagen und konzentrierte sich mehr darauf möglichst viele Songs unterzubringen. Dass diese hauptsächlich auf den neueren Scheiben zu finden sind, war nicht verwunderlich. Aber auch Nostalgiker wurden mit Liedern von The Gallery und The Mind's I befriedigt. Einzig das etwas ruhiger gehaltene Projektor Album wurde außen vor gelassen, was mich doch ein wenig enttäuschte, denn auch hier sind viele starke Tracks zu finden. Egal, der Auftritt war ziemlich genial und es waren auch erstmals mehr als die ersten vier Reihen bei der Sache. Ein Manko hatte die ganze Sache aber doch: So gut die Band, so schlecht der Sound. Die Keys waren während des gesamten Sets zu dominant, dafür hatten die Gitarren zu wenig Power, wodurch vor allem bei den etwas "ruhigeren" Sachen ein verwaschenes und klimperlastiges Klangbild entstand.

Anscheinend hatte der Mischer heute generell keinen guten Abend, denn auch Kreator hatten mit einem recht breiigem Gemisch zu kämpfen, das den Gitarren und vor allem Mille viel vom normalerweise schneidenden und bratenden Sound nahm. Mit "Enemy Of God" und "Impossible Brutality" eröffneten die Ruhrpottler ihr Set und hatten damit auch das Publikum in der Hand. Bei "Pleasure To Kill" wurde dann auch erstmals ein Moshpit gesichtet, der allerdings genauso schnell wieder versiegte wie er sich aufgetan hat. Dieses Phänomen zeigte sich noch mehrfach an diesem Abend. Scheinbar waren die Leute wohl nicht so recht in der Stimmung. Dies fiel auch Mille auf, der ein ums andere Mal versuchte die Menge zu motivieren, dabei aber leider nicht allzu viel oder nur kurzfristigen Erfolg hatte. Seiner Spielfreude tat dies allerdings keinen Abbruch. 1 3/4 Stunden lang wurden Songs aus allen Zeiten der Bandgeschichte hinausgejagt. Nur das ruhige Endorama Album wurde nicht berücksichtigt. Obwohl die Songs darauf erstklassig sind, hätten sie an diesem Abend aber auch nicht gepasst. Dafür zündeten alte Klassiker wie "Extreme Aggression", "Flag Of Hate" oder "Pleasure To Kill" und die Stücke der letzten beiden Alben umso mehr. Nach mehr als 105 Minuten erstklassigem Thrashmetal war der Spass dann aber leider vorbei und die Zeppelinhalle begann sich zu leeren. Nachdem dann der Flüssigkeitshaushalt mit Hilfe diverser Antialkoholika wieder ausgeglichen war, machte sich auch die Heavyhardes Crew auf die Heimreise - immer in der Gewissheit auch beim nächsten Kreator Gig wieder anwesend zu sein. Und auch die Tatsache, dass der Club wieder mal verloren hat, war gar nicht mehr so schlimm...

JR

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