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Konzert-Bericht

Dropkick Murphys, Sick Of It All & The Mahones

Zenith, München 27.01.2010

(Fotogalerie)

Als das Gerücht die Runde machte Al Barr, Ken Casey, James Lynch und Co. kämen in die Stadt, galt es alle aufzutreibenden Mitglieder der alten Gang zusammenzutrommeln - denn "Do or Die" - es kommt nur alle paar Jahre vor, dass sich die Murphys in unseren Breiten sehen lassen. Lang ist sie her, die letzte "Ramble and Roll, Blood and Whisky, Caps and Bottles"-Party. Anno 2002: With Full Force. Die ersten siebzig Quadratmeter vor der Mainstage wurden damals zum Kriegsgebiet erklärt. Pogo-Performance par excellence und Hits, Hits und noch mal Hits. Vorfreude und Erwartungen waren demnach hoch, als es am 27. Januar hieß: "I'm Shipping Up To Boston" - oder zumindest bis ins Zenith, wo neben den Murphys noch die Hardcore-Veteranen Sick Of It All und The Mahones auf der Agenda standen.

Da ich zwei Tage zuvor bereits bei Manowar und Freunden den Abend in der gleichen Location zubrachte, stellte sich flux der "Wie nicht weg gewesen"-Effekt ein - allerdings mit vier gravierenden Unterschieden: deutlich weniger Andrang bei Öffnung der Tore, mehr als Fan-freundliche Eintrittspreise bei ca. 25 Euro, empfangen wurde man nicht von den (allerdings immer sympathischen) True Metal-Horden, sondern von Spicy McHaggis, der vor dem Einlass seine Dudelsack-Pfeifen warm blies, was auch dringendst vonnöten war, denn letztens war es noch um einige Grad kälter als am Montag davor. Bevor The Mahones ihren Electric Celtic Folk der Menge präsentieren durften, ließ schon die Mucke aus der Dose den Stimmungspegel rapide ansteigen, denn mit Krachern der Sorte "Pretty Vacant" (Sex Pistols), "I Fought The Law" (The Clash), Teenage Lobotomy (Ramones) oder "I Was Wrong" (Social Distortion) konnte man beim recht jungen, angepunkten Publikum, in dem sich auch der ein oder andere echte Irokese verlor, kaum was falsch machen.

Ab in den Photograben zu den Mahones, die es recht schnell schafften die Aufmerksamkeit der bisher Anwesenden zu erlangen, nicht zuletzt durch die bildhübsche Akkordeon-Spielerin Katie McConnell in ihren Reihen (Warum muss die Cam bei den ungünstigsten Gelegenheiten streiken???), die genauso wie der Rest der Combo ständig in Bewegung war (allen voran Singer/Songwriter Finny McConnell) und mit ihrem Punk/Rock-untypischen Instrument einen guten Teil zur Eigenständigkeit des Sounds beitrug. "Paint The Town Red" und "Drunken Lazy Bastard" dampften schon ganz ordentlich. Allerdings blieb ein Großteil der Songs im Folk-Format (vgl. The Pogues) und so trifft die auf der Band-Page und in diversen Chat-Rooms kolportierte Bezeichnung "Celtic Punk" nur für einige wenige Stücke zu. Die Spielzeit von etwa 45 Minuten erwies sich als gerade richtig und die Band erntete zu Recht für eine unterhaltsame Darbietung Applaus - mehr aber dann auch nicht. Ab und an ein Pärchen, das sich im Volkstanz übte, der Rest beließ es zunächst beim obligatorischen Fußwippen. Ein-Stimmung nennt man das für gewöhnlich.

In der Umbauphase füllte sich schlagartig der Saal, so dass das Zenith schon beim nächsten Act zu gut zwei Dritteln ausgelastet war, was sich bei den Murphys nur noch unmerklich nach oben hin verschob, wollten doch die meisten keinesfalls die New Yorker Urgesteine Sick Of It All verpassen. Soviel vorweg: es lohnte sich in diesem Fall rechtzeitig zur "Vorband" zu erscheinen, wobei für diese Formation ein solcher Titel eine klare Untertreibung darstellte (schon allein, da es eine gute Stunde Hardcore-Vollbedienung gab). Seit 1986 prügeln sich Lou und Pete Koller, Craig Setari und Armand Majidi nun schon durch aller Herren Länder, floppten mit dem einen und landeten dann wieder einen Volltreffer mit dem nächsten Album. Für eines sind die New Yorker jedoch schon seit jeher bekannt: schweißtreibende, energetische Live-Shows, bei denen keine Gefangenen gemacht werden. Nachdem das Backdrop mit dem Cover der neuen Tribute-Scheibe ein paar Minuten lang in verschiedenen Farben verheißungsvoll erstrahlte, und Cypress Hill im Intro lärmten, waren die Hardcore-Legenden urplötzlich mit einem Satz auf den Brettern und ballerten mit "Good Lookin' Out" los. Der Knalleffekt zeigte Wirkung, denn schon beim ersten Song bildete sich ein lockerer Pit vor der Bühne, der bis zum Brecher "Built To Last", der bereits als vierter Song gebracht wurde, kaum zum Stillstand kam. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich mich selbst früher weniger zu den Die Hard-Fans zählte und alle Stücke nur noch vom Hören her kannte (im Rikscha-Club gab es Anfang/Mitte der Neunziger nur Kassetten ohne beschriftete Hüllen!). Dank gilt meinem Partner in Crime Epson, der mir mit einigen Songtiteln unter die Arme griff. So wissen wir, dass es danach "Clobberin Time" in Kombination mit dem mächtigen "Us vs. Them" gab, das mir noch jetzt in den Ohren klingelt. Auch der Überflieger "Busted" und das anschließende "My Life" wurden von der neuen Hardcore-Generation im Zenith dankbar aufgenommen. Da der Name der Halle gerade fällt: ich dachte schon bei Manowar am Montag davor, dass sich die Sound-Verhältnisse im Zenith über die Jahre nun endlich verbessert hätten. Der Sick Of It All-Gig (und der der Murphys danach) machten mir aber schmerzlich bewusst, dass dieses ein Fehlschluss gewesen war. Ich kenne kaum einen unter meinen Bekannten, der je von gutem Sound im Zenith berichten konnte und für mich selbst ist und bleibt leider wohl der Manowar-Auftritt die einmalige Ausnahme. Sorry, aber viel zu leise, zu dumpf und über das Publikum weg, egal wo man steht, nimmt dem Konzert die Energie und schmälert den Musik-Genuss!!!!!
SOIA war's gleich. Wie aufgedreht rannten die Protagonisten über die Bühne und bolzten mal einen Track, der wie "Try Again" von den Spermbirds klang, mal ein Sham 69-Cover und anschließend das überragende "Injustice System" ins Rund. Da zum Abschluss noch der einzige Song, den ich mit Titel kannte - "Scratch The Surface" -, und das schön brutale "Step Down" angeboten wurden, darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass mich Sick Of It All nach all den Jahren vollends überzeugen konnten. Geile Show.

Durstlöscher, "Waiting Room" von Fugazi, Songtitel-Diskussion und schon stand Mr. Dudelsack auf der Bühne und stimmte "Cadence To Arms" an! The Murphys finally arrived! Kaum im Photograben angekommen, hieß es erstmal die Fäuste gen Himmel, denn die Band wählte einen so nicht erwarteten, aber erhofften Einstieg mit "Do Or Die" vom gleichnamigen Album. Vom ersten Akkord an herrschte viel Betrieb auf der Bühne, die Musiker kreuzten unaufhörlich und obwohl es nun schon über zehn Jahre her ist, dass Al Barr von Mike McColgan das Micro übernommen hat, muss man für diesen Wechsel immer noch dankbar sein, denn Barr interpretiert mit seinem verraucht-verruchten Organ die Klassiker einfach nur genial. Weiter ging es aber zunächst mit neueren Material in Form von "Captain Kelly's Kitchen" und der Single-Auskoppelung vom letzten Album (The Meanest Of Times) "State Of Massachusetts". Das Traditional "Johnny, I Hardly Knew Ya" hätte es in meinen Augen nicht unbedingt gebraucht, da die Meute aber jede Zeile mitbrüllte, hatte ich diese Meinung wohl exklusiv. Spätestens als danach jedoch "Good Rats", "Bastards On Parade" und "Sunshine Highway" im schicken Dreierpack vom Stapel gelassen wurden, ging ich mit dem Kollektiv wieder konform und feierte nach allen Regeln der keltischen Kunst. Dieses führte sogar soweit, dass ich bei "Heroes From Our Past" dem Pogo-Pit einen kurzen, aber nachhaltigen Besuch abstattete und anschließend beim "Spicy McHaggis Jig" ganze vier Euronen in Gerstensaft investieren musste. Bei den folgenden "Echoes On A Street" (sehr geil), "The Fighting 69th" (einziger Track vom Gang's-Album), "As One" (Sing-A-Long-Alarm), "Buried Alive" (viel Stoff von Blackout) und einem superben "Surrender" ergatterte ich einen verhältnismäßig ruhigen Mittelplatz, um mich aber zu "The Auld Triangle" und vor allem "The Gauntlet" erneut ins Getümmel zu werfen, wo ich "Citizen CIA" und die wohl geilste Nummer des Abends "Dirty Glass" (im Original Male-Female-Duett gesungen) nach Luft schnappend erlebte. Allerdings war die Action im Pit nix gegen die damalige Schlacht auf dem WFF! Mit "Never Forget" und "Kiss Me I'm Shitfaced" verabschiedeten sich die Murphys kurz, um jedoch mit "Barroom Hero" und - yep - "I'm Shippin Up To Boston" triumphierend zurückzukehren. Nachdem zu den beiden Überhits von Do Or Die - "Skinhead On The MBTA" und "Boys On The Docks" - jeder, der wollte, auf die Bühne gehievt wurde und so das (kontrollierte) Chaos zum Ende hin perfekt war, fiel der imaginäre Vorhang.
Was blieb: fast dreißig gespielte Lieder, die Band in Hochform und bei bester Spiellaune, die oben erwähnten Hits, die noch lange im Ohr nachhallten, waren (bis auf "Forever" und "Curse Of A Fallen Soul") vorhanden, ein Publikum, das auf einer Skala von eins bis zehn etwa bei einer sieben agierte und ein Sound der auf derselben Skala höchstens bei einer drei rangierte. Bis auf diesen Downer hat es sich mehr als gelohnt, mit den alten Kumpels und den Murphys wieder einmal eine waschechte (Celtic) Punkrock-Party anzuschieben. Unzufriedene Gesichter suchte man nach dieser Vorstellung vergebens.

Setlist Dropkick Murphys:
Cadence To Arms
Do Or Die
Captain Kelly's Kitchen
State Of Massachusetts
Johnny, I Hardly Knew Ya
Good Rats
Bastards On Parade
Sunshine Highway
Heroes From Our Past
Spicy McHaggis Jig
Echoes On A Street
The Fighting 69th
As One
Buried Alive
Surrender
The Auld Triangle
The Gauntlet
Citizen CIA
Dirty Glass
Never Forget
Kiss Me, I'm Shitfaced
---
Barroom Hero
I'm Shippin' Up To Boston
Boys On The Docks
Skinhead On The MBTA

Fuxx

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