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Festival-Bericht

Way Of Darkness

mit Absorb, Abysmal Torment, Accuser, Assassin, Cannibal Corpse, Common Grave, Dew-Scented, Die Zwangsversteigerten Doppelhaushälften, Dying Fetus, Ebola, Emergency Gate, Evocation, Fleshgod Apocalypse, Fleshless, Graveworm, Hate, Lower Hell, Malevolent Creation, Malignant Tumour, Marduk, Nervecell, Obscura, Postmortem, The Modern Age Slavery, The Ordher, Vader, Vomit The Soul, Vomitory, Warpath & Wolfchant

Stadthalle Lichtenfels, Lichtenfels 02. - 03.10.2009

(Fotogalerien: Wayofdarkness2009 )

Eigentlich war es ja ganz anders geplant...
Ich wollte ja nur endlich mal wieder Vader spielen sehen und dass die saustarken Italiener von Fleshgod Apocalypse noch im Vorprogramm zu finden wären, wäre ja nur das Sahnehäubchen auf der Death Metal-Torte. Aber wie das Leben so spielt, macht dem Hobby-Redakteur natürlich der depperte Job einen Strich durch die Rechnung und schickt ihn just für das Münchner Date nach Dunkeldeutschland. Aber was ist das? Treten beide Kapellen doch glatt zwei Tage später (am Rückreisetag des Redakteurs) beim Way Of Darkness-Festival in Lichtenfels auf und ein Blick auf den Fahrplan unserer allseits geliebten Deutschen Bahn ließ mich ungläubig werden, hielt eben jener Zug, der mich zurück nach München bringen sollte, doch glatt in eben jenem Lichtenfels. Tja, Glück gehabt und sogar noch die Fahrkosten gespart! Gut, ein kleiner Wermutstropfen war dann doch dabei, da ich leider nicht pünktlich zum Festival-Beginn vor Ort sein konnte, aber irgendwas ist ja immer...

Freitag, 02.10.2009

So traf ich denn gegen 14:40 Uhr vor Ort ein, was zu spät war, um die ersten vier Bands zu sehen, darunter auch die von mir so freudig erwarteten Italiener. Da das Einchecken aber recht flott ging (die Orga war allgemein sehr gelungen), konnte ich zumindest den Auftritt der Die Zwangsversteigerten Doppelhaushälften komplett bewundern. Okay, das war vielleicht ein etwas ungewöhnlicher Einstieg in ein Death Metal-Festival, aber was soll's. So richtig viele Zuhörer waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Stadthalle, aber ein Teil der Anwesenden fühlte sich vom Gig der fränkischen Blödelbarden recht gut unterhalten. Ich selbst fand's ein bisschen platt und mir geisterte der böse Ausdruck "J.B.O. für Arme" durchs Hirn, aber ich muss ja auch nicht alles gut finden. Musikalisch war es sogar ganz brauchbar, die Ansagen und Texte aber waren mir deutlich zu platt und prollig. Egal, der Anfang war gemacht und ich freute mich auf die nächsten Bands.

Die nächste Band passte auch schon eine ganze Ecke besser ins Billing, denn nun war es an der Zeit, den Auftritt der Melodeather von Emergency Gate zu bewundern. Viel mehr war zwar auch noch nicht los in der Halle, aber die Musik der Band traf den Nerv der Zuhörer doch schon wesentlich besser. Um die Zuhörerschaft an die härteren Klänge heranzuführen, waren die leicht melodisch angehauchten Töne der Münchner durchaus geeignet. Stageacting war vorhanden, die Keyboards zumindest nicht überpräsent, das war schon in Ordnung, was die junge Band da ablieferte. Das sah das Publikum wohl genauso und so wurde der Gig mehr als wohlwollend aufgenommen. (Notiz am Rande: Beim Helion-Festival darf auch der Münchner Metalhead einen Auftritt der Band bewundern.)

Weiter ging es dann in einer anderen Härteklasse, denn mit Abysmal Torment trat ging es deutlich in Richtung Death/Grind. Ausgestattet mit zwei Sängern, entfachten die Malteser ein äußerst heftiges Gemetzel auf der Bühne, das den noch jungen Tag in ein (positiv gemeintes) blutrotes Loch zu ziehen vermochte. Holla, haben die Jungs hingelangt, das war Geprügel vom Feinsten. Technisch beeindruckend fit, war es vor allem das Wechselspiel zwischen den beiden Frontmännern, was das Besondere am Auftritt der Band ausmachte. Starke, energiegeladene Show, klasse Sound, tolle Stücke, die Band war für mich der erste Gewinner des Festivals.

Allerdings ließ das Niveau auch bei der nächsten Band nicht nach, denn auch wenn Dubai jetzt nicht wirklich als Zentrum der harten Musik bekannt sein dürfte, hat das Emirat mit Nervecell einen sehr beachtenswerten Export in Sachen Todesblei vorzuweisen. Die sympathischen Musiker, die nach dem Auftritt im Publikum zu finden waren und dabei keinerlei Berührungsängste mit den Fans zeigten, lieferten eine Old School-Show vom Allerfeinsten ab. Mit dieser Musik kann man das Herz eines alten Mannes jederzeit erfreuen und mit dieser Meinung war ich wohl nicht alleine, wenn ich die Reaktionen des Volkes richtig interpretiert habe. Einzig das Bolt Thrower-Cover "Where Next To Conquer" war meines Erachtens ziemlich daneben; es gibt nicht umsonst keine ernstzunehmenden Covers der britischen Dampfwalze. Aber ansonsten ein absolut makelloser Gig, der groovte ohne Ende und deutlich machte, dass diese Band verdammt großes Potential hat.

Dass bei Fleshless Potential vorhanden ist, dürfte eh jedem Anwesenden klar gewesen sein und das bewiesen die Tschechen mit ihrem Auftritt auch. Nicht ganz so massenkompatibel wie die Truppe aus Vorderasien, dafür aber mit gehöriger Grindkante ausgestattet, konnten die Ostler zwar nicht ganz so viel Erfolg beim Publikum erreichen wie ihre Vorgänger, schlecht war der Gig aber trotzdem keineswegs. Irgendwie habe ich jedes Mal, wenn ich Fleshless sehe, das Gefühl, Sänger Vladimir wäre unzufrieden mit dem Gig, der Reaktion des Publikums oder sonst irgendwas, so sauertöpfisch wirkt sein Gebaren nach dem Auftritt, aber wahrscheinlich interpretiere ich da einfach etwas rein, was gar nicht da ist.

So, jetzt war aber Zeit, einmal durchzuatmen, denn mit Wolfchant war eine Band an der Reihe, welche die härtemäßige Schlagzahl erst mal etwas weniger forcierte. Trotzdem (oder vielleicht sogar genau deswegen) kam der Auftritt der Folk/Pagan-Metaller beim Publikum äußerst gut an, ein wenig Abwechslung war also doch willkommen. Neben der eh schon sehr beachtlichen Performance der Combo um Sänger Lokhi wurde dieser Gig durch ein Gastspiel der Rebellion-Mitglieder Michael Seifert und Uwe Lulis zusätzlich veredelt. Ehrensache, dass dabei auch der Grave Digger-Klassiker "Rebellion" zum Besten gegeben wurde. Auf jeden Fall eine recht überraschende und dabei sehr abwechslungsreiche Show, die der Stimmung im Saal keineswegs abträglich war.

Dieses hohe Niveau konnten die nachfolgenden Assassin leider nur bedingt halten. Wirklich schlecht waren die Ruhrpottthrasher nicht, aber herausragend wäre nun auch wieder der falsche Begriff. Vielleicht war es aber auch einfach etwas ungeschickt, bei einem Extremmetal-Festival drei Bands hintereinander spielen zu lassen, deren Herangehensweise etwas weniger grob gestrickt war als vom Publikum insgesamt erwartet wurde. Auf jeden Fall tat die Band sich trotz überzeugenden Einsatzes etwas schwer, die Anwesenden auf ihre Seite zu ziehen. Aber sie ließen sich nicht entmutigen und gaben ihr Bestes, wodurch zumindest ein kleiner Achtungserfolg am Ende zu verzeichnen war.

Graveworm musste ich wegen eines Interview-Termines auslassen, weswegen mein nächster Programmpunkt der Freitags-Headliner Vader war. In neuer Besetzung antretend und mit einem neuen Album im Gepäck, schlug den Polen eine sehr gespannte Erwartungshaltung entgegen. Dass das Zusammenspiel trotz der kurzen Zeit des gemeinsamen Wirkens über jeden Zweifel erhaben sein würde, war mir spätestens seit dem Gig auf dem Summer Breeze klar, aber wie würde sich die Band über die gesamten 80 Minuten Spielzeit schlagen? Dazu gibt es eigentlich nur einen passenden Ausdruck: Äußerst professionell. Peter und seine Mannen waren schon immer, in welcher Besetzung auch immer, eine gut geölte Death Metal-Maschine, bei der sich kein Fitzelchen zwischen die Zahnräder verirrte, so auch heute abend. Fehlerfrei und extrem präzise nahmen die Vier den Hörer mit auf eine Reise durch die gesamte Schaffensphase von Vader und ließen nicht viel Raum für Kritik über ihre Setlist. Genauso wenig gab es etwas an der Darbietung selbst zu kritteln, exakt und präzise wurden der Halle die Stücke um die Ohren gehauen. Mir persönlich war das fast schon zu perfekt, wenn es so etwas überhaupt gibt. Egal, das Volk bekam genau das, was es wollte und war's mehr als zufrieden, der Headliner hatte sich als würdig erwiesen.

Dass der Auftritt von Marduk erst nach dem von Vader stattfand, war einer Auflage der Stadt Lichtenfels zu verdanken, der die bösen Jungs wohl nicht geheuer war und die deswegen darauf bestand, dass sowohl Marduk als auch am Tag danach Cannibal Corpse nur von Personen über 18 Jahren besucht werden durften, was die Veranstalter dazu bewog, diese beiden Gigs auf einen Zeitpunkt nach Mitternacht zu verlegen, da die Jugend da eh schon im Bette sein sollte. So kam es denn, dass die Schweden ihr "böses" Liedgut erst zu später Stunde abliefern durften. Nun, mein Problem war das nicht, ich bin ja schon seit ein paar Tagen volljährig, also (mehr oder weniger) frisch ans Werk und die Öhrchen gespitzt. Doch was war das? Mortuus' Stimme klang fürchterlich künstlich! So übermäßig verfremdet und von Elektronik unterstützt war der Gesang einfach gruselig. Nein, das musste ich mir nicht lange antun, Mitte des zweiten Stückes war für mich der Abend gelaufen. Schade eigentlich, vor allem in Anbetracht der Qualität des aktuellen Albums, aber ich muss mir die Laune ja nicht mit Gewalt verderben lassen. Also noch das letzte Bier ausgetrunken und dann nach Hause. Dachte ich zumindest, aber irgendwie hat die Sache dann doch wohl noch etwas länger gedauert, zumindest, wenn ich den Reaktionen tags darauf Glauben schenken darf. Da haben mich Leute mit Handschlag und Schulterklopfen begrüßt, die ich noch nie im Leben gesehen habe, ehrlich! Hat wohl irgendjemand Alkohol in mein kalorienreduziertes Mineralwasser gegeben; wenn ich den erwische...

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