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Konzert-Bericht

Secrets Of The Moon, Code & Solstafir

Rockhouse, Salzburg 07.10.2009

Es ist kurz nach 18:00 Uhr. Obwohl der kalendarische Herbstanfang schon hinter uns liegt, hat sich der Sommer heute noch ein letztes Mal aufgebäumt und uns sonnige 25 Grad beschert. Auch jetzt ist es noch verdammt warm, während ich im Auto durch den Salzburger Stadtverkehr fahre. Zum Glück bleibt das obligatorische Chaos in den Straßen dieser Stadt heute ausnahmsweise einmal aus und so erreiche ich kurz vor sieben das Salzburger Rockhouse, um mir dort Secrets Of the Moon anzusehen. Ob die Osnabrücker wohl live genauso genial sind, wie auf CD? Ich werde es sehen, doch zunächst stehen mit Solstafir und Code noch zwei andere, sehr interessante Kapellen auf dem Programm.

RockhouseAls ich das Rockhouse betrete, muss ich zu meinem Verwundern feststellen, dass die Schose heute nicht in der Konzerthalle, sondern in der Rockhouse-Bar steigen soll. Für alle, die noch nicht dort drin waren: die Rockhouse-Bar ist eine etwa sieben Meter breite und vermutlich an die 25 Meter lange und verdammt niedrige Röhre mit Tonnengewölbe und frei liegenden Versorgungsleitungen. Viele Menschen passen hier nicht rein. Aber viele sind ja auch noch nicht da.

SolstafirNach über einer Stunde des Wartens, während man mit teils unerträglicher Musik beschallt wurde, erscheinen endlich die Isländer Solstafir auf der kleinen, in rotes Licht getünchten Bühne und schon drängen sich die Fans auf dem ebenso kleinen Raum davor. Etwa 70 Gäste schätze ich zu diesem Zeitpunkt in der Röhre, als die Klangwellen Solstafirs erster Anschläge mit enormer Lautstärke durch dieselbe dröhnen und vergeblich nach einem Ausweg suchen. Ohne Witz - es ist wirklich verdammt laut hier drinnen... ausgezeichnet! Solstafir sind absolute Individualisten und ihre alternative Musik nur schwer in Worte zu fassen. Mal ruhig und meditativ, dann wieder stürmend schnell, aber stets emotional. Die Musiker gehen völlig auf in ihrem Tun und ernten dafür lauten Beifall nach jedem ihrer überlangen Stücke. Meine anfänglichen Anlaufprobleme sind schnell passe und ich verliere mich in den endlosen Klanglandschaften der vier Musiker, tanze mich in Trance. Eine Stunde Spielzeit vergeht wie im Flug und die zurückhaltenden Isländer verlassen das Podium. Ich für meinen Teil bin von ihrer Darbietung begeistert. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass Solstafir die Anwesenden in zwei Lager spalteten und viele vor allem mit dem hohen und klagenden Gesang Tryggvasons nicht allzu viel anzufangen wussten, wie ich einigen Unterhaltungen entnehmen kann.

CodeNach einer halben Stunde Umbau ist es an der Zeit für die britisch/norwegische Black Metal-Band Code, mit der ich heute zum ersten Mal in Kontakt komme. Die Reihen vor der Bühne sind etwas lichter geworden, als die Herren ruhig beginnen und schnell an Brutalität gewinnen. Old-School ist das alles sicher nicht, zu viele experimentelle Parts stecken in den Liedern, jedoch zerstören sie die wünschenswerte Eingängigkeit keineswegs. Es ist mächtig was los auf der Bühne, alle vier Musiker vor dem Schlagzeug sind am Headbangen und Sänger Kvohst durchlebt seine Texte mit ausdrucksstarker Gestik. Lediglich die klar gesungenen Strophen sitzen oft nicht hundertprozentig und klingen etwas schräg. Dennoch bieten Code eine ausgesprochen intensive Show. Leider fallen die Reaktionen im Publikum doch etwas zurückhaltend aus. Lediglich ein männlicher Groupie rastet vor der Bühne so richtig aus. Nicht nur sturzbetrunken, sondern wohl auch etwas beschränkt in der Birne, kann der Kerl nicht aufhören, den armen Kvohst wirklich penetrant zu begrabschen. Selbst nachdem dieser ihn völlig entnervt bis in die dritte Reihe geschubst hat, nimmt die Belästigung kein Ende. Ja - manchmal ist es schon ein hartes Los, Musiker zu sein. Nach 45 Minuten ist die Show zu Ende, Kvohst klopft seinem Peiniger noch einmal freundschaftlich auf die Schulter und verlässt sichtlich erleichtert das Szenario.

Secrets Of The MoonO.K. - nun noch einmal an die Luft und durchatmen, denn gleich ist es an der Zeit für den Headliner des heutigen Abends. Für mich stehen Secrets Of The Moon mit ihrer zeitgemäßen und eigenständigen Musik mit an der Spitze des deutschen Black Metals und das erst kürzlich erschienene Privilegivm gleicht einer kleinen Offenbarung. Mal sehen, wie sich die Jungs auf der Bühne machen. Zurück in der Röhre merke ich erst jetzt, wo ich von draußen komme, wie besch***en doch die Luft dort drinnen ist. Vorne in der ersten Reihe warte ich noch einige Minuten und pünktlich um 23:00 Uhr schleichen sich die vier Musiker über einen Seiteneingang auf die Bühne, warten bis das Intro verklungen ist und gehen mit "Sulphur", dem Opener von Privilegivm, gleich richtig in die Vollen. Es folgt eine unglaublich intensive Stunde, die nur so an mir vorüber zuziehen scheint. Neben mir stehen die Bassisten von Code und Solstafir. Sie haben wie ich die Finger in die Monitorboxen gekrallt und lassen ihren Mähnen im schnellen und oft doomig schleppenden Takt kreisen, während ihre Kollegen auf der Bühne im Chorus die Refrains der einzelnen Stücke im Sprechgesang durch die Boxen scheuchen. Was hinter mir passiert, darüber kann ich nichts berichten. Meine Aufmerksamkeit ist der Band gewidmet. Das konstant rote Licht und undurchdringliche Nebelschwaden, die nicht selten die eigene Hand vor den Augen verschwinden lassen, untermauern die teuflische Atmosphäre dieser Ausgeburt okkulter Klänge und Gedanken. Freunde der beiden ersten Alben von Secrtes Of The Moon haben das Nachsehen, denn gespielt werden ausschließlich Songs von Antihesis und eben Privilegivm. In einer Stunde Spielzeit bringen die Musiker gerade einmal sieben ihrer überlangen Kompositionen unter. Zum Glück hat es auch "Ordinance", einer meiner Favoriten von Antithesis, in die spärliche Auswahl geschafft. Nach "Queen Among Rats" verschwinden Secrets Of The Moon ohne Worte von der Bühne, während ihre Gitarren noch ausklingend auf den Brettern liegen.

Das nenne ich eine gelungene Veranstaltung. Kein Vorgeplänkel lokaler Support-Acts, die ohnehin niemand sehen will, drei außergewöhnliche Bands - was will man mehr? Auch ich suche schnell das Weite, denn morgen blüht mir ein ganztägiges Seminar. Das kann ja heiter werden, und verstehen werd' ich wohl auch nicht allzu viel von den Vorträgen bei dem Ohrensausen, das ich mir neben ein paar feiner Erinnerungen von diesem Abend mit nachhause nehme.

Setlist Code:
Smother The Crones
In The Privacy Of Your Own Bones
I Hold You Light
Aeon In Cinders
The Cotton Optic
The Rattle Of Black Teeth
Tyburn
Possession Is The Medicine
Brass Dogs

Setlist Secrets Of The Moon:
Sulphur
Ghost
I Maldoror
Lucifer Speaks
Seraphim Is Dead
Ordinance
Queen Among Rats

Dagger

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