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Konzert-Bericht

Motörhead, Saxon & Danko Jones

Zenith, München 07.12.2008

Vorweihnachtszeit. Staade Zeit.
Was passt da besser als ein Kammerkonzert mit Lemmy und seinen Freunden? Richtitsch: Gar nix!
Also hatten sich am 07. Dezember zu diesem Behufe Danko Jones, Saxon und eben Motörhead im Zenith eingefunden, um ein "Post-Nikolausiges" Konzert zu geben. Der Ruf der Künstler wurde denn auch von einer erklecklichen Schar weihnachtlich gestimmter Schwermetaller und Rock'n'Roller erhört, die sich trotz des recht beachtlichen Eintrittspreises von 40 Euronen an jenem Abend zu einem Tässchen alkoholfreien Glühweins in der Halle einfanden.
Die Ehre des ersten Auftrittes des Abends gebührte der jüngsten Band der Packung, Danko Jones durften also als erstes für Stimmung sorgen. Der knackige Rock'n'Roll der drei Kanadier sollte dafür eigentlich bestens geeignet sein, doch aus irgendeinem Grund gab sich das Publikum in der zu diesem Zeitpunkt etwas zur Hälfte gefüllten Halle eher reserviert der Performance gegenüber. Nach den Stücken gab es durchaus Beifall, aber während der einzelnen Songs war nur hin und wieder verhaltenes Kopfnicken in der Menge zu verzeichnen. Das mag allerdings daran gelegen haben, dass die Leute sich noch aufwärmen mussten, schweinekalt war der Weg zum Zenith gewesen. Vielleicht lag es aber auch an der "Redefreudigkeit" des Frontmannes und Namensgebers der Band, die manchmal doch recht prollig wirkte und zumindest meiner Meinung nach die oftmals gerühmte Selbstironie ein wenig vermissen ließ. Wirklich schlecht war der Auftritt aber nicht, als Aufwärmer war er durchaus geeignet und bereitete das Publikum für den nun folgenden Gig von Saxon ohne Zweifel bestens vor.

Besagte Metal-Dinos waren dann auch nach einer erfreulich kurzen Umbaupause dran, ihr Material unter die dürstende Menge zu bringen. Hier waren die Reaktionen im Zuschauerraum denn auch gleich um zwei Stufen intensiver, was auch daran lag, dass die Halle nun schon recht voll war. Außerdem waren die Heroen aus England dem Publikum altersmäßig doch ein gutes Stück näher als die "jungen Hüpfer" aus Nordamerika. Die Briten boten denn auch ein Potpourri ihrer größten Erfolge und die Menge nahm's dankbar an. Mehr als ein Haupt wurde hier geschüttelt und bei Krachern wie "Princess Of The Night" oder "Heavy Metal Thunder" gab's auch mehr als anständigen Applaus für die schwermetallischen Urgesteine. Leider war die Bühnenzeit viel zu kurz, so dass Highlights wie "747" oder "Dallas 1 P.M." keinen Platz mehr in der Setlist fanden. Das war dann aber auch der einzige Kritikpunkt meinerseits an einem rundum gelungenen Auftritt von Saxon.

Die nachfolgende Pause war dann aber schon von anderem Kaliber als die vorherige, eine gefühlte halbe Stunde ist denn schon am oberen Rand der Schmerzgrenze. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn Lemmy und Konsorten zockten ein Set runter, das vom Allerfeinsten war. Spielfreudig und mitreißend, so hatten sie das Publikum sofort auf ihrer Seite. Und wenn auch böse Zungen immer wieder den Begriff "untalentiert" in den Raum werfen, wenn es um Motörhead geht, so hat dieser Auftritt den Anwesenden mit Sicherheit gezeigt, dass da Könner am Werke sind. Besonders Mickey Dee hat mich mit seiner Performance an den Kesseln positiv überrascht, aber auch der Rest der Band stand ihm in nichts nach. Und die Setlist war vom Feinsten, außer "Orgasmatron" war alles dabei, was ich mir hätte wünschen können. "Overkill", "Bomber", "Ace Of Spades", was will man mehr? Ein besonderes Schmankerl war dann "Whorehouse Blues" mit Mickey an der zweiten Klampfe, welches eine der Zugaben darstellte, das sorgte noch mal für einen Stimmungsschub im eh schon kochenden Saal. Recht nett waren auch die beiden Videoleinwände, die links und rechts der Bühne aufgespannt waren und auf denen entweder die Cover der Scheiben zu sehen waren, auf denen das aktuell gespielte Stück zu finden ist oder aber eine Aufnahme von der Bühne, was für die weiter hinten in der vollen Halle Stehenden sicher auch nicht das Schlechteste war. Und wie immer war die Lautstärke bei Motörhead nicht unbedingt das, was ich als gemäßigt bezeichnen würde, denn, auch wenn ich schon auf vielen Konzerten war (u.a. Cannibal Corpse oder Napalm Death), so war dieser Gig doch der mit weitem Abstand lauteste, den ich mit anhören durfte. Mir pfeifen die Öhrchen immer noch, aber jetzt habe ich wenigstens eine Ausrede, wenn ich mal wieder die Aufforderung, den Müll rauszubringen, ganz galant überhöre.

Starke Sache, dieser Abend! Und er beweist, dass auch in München die Hallen noch voll zu kriegen sind, wenn nur die richtigen Bands spielen. Ein lauschiger vorweihnachtlicher Abend, sozusagen ein Fest für die Sinne, besonders natürlich fürs Gehör...

Hannes

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