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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Heaven & Hell, Running Wild, Motörhead, In Flames, Machine Head, Saxon, Heaven Shall Burn, Amon Amarth, Doro, Axel Rudi Pell, Bullet For My Valentine, Volbeat, Der W., Gwar, Walls Of Jericho, Lacuna Coil, Schandmaul, Gamma Ray, Nevermore, Hammerfall, Rage, Testament, Epica, Pain, Borknagar, ASP, Dragonforce, Airbourne, Tristania, Walls Of Jericho, Endstille, Vreid, Whiplash, Bring Me The Horizon, Sarke, Eths, Cadaver Race, Einherjer, Ingrimm, Grand Magus, Skyline, Crysys, X-Plod, Beneath & Mambo Kurt

Festivalgelände Wacken, Wacken 29.07. - 01.08.2009

(Fotogalerien: Wacken2009 Donnerstag, Wacken2009 Freitag, Wacken2009 Samstag)

Freitag, 30.07.2009

Cervisia Et Circenses - Bier und Spiele

VreidÜber Nacht hat der Regen das Festivalgelände in einen großen Sumpf verwandelt, das Wetter zeigt sich heute durchwachsen, doch bleiben weitere Regenfälle glücklicherweise aus. Pünktlich um 11:00 Uhr morgens kämpfen wir uns durch den schwarzen Schlamm in Richtung Black Stage. Es hat Tradition in Wacken, dass dort am Freitagmorgen mittels lauten Krawalls das Festival mitsamt seiner verkaterten Belegschaft zu neuem Leben erweckt wird. In Anbracht mancher Krachmaten der vergangenen Jahre wirken die Norweger Vreid mit ihrer Mischung aus Black Metal und Rock'n'Roll allerdings noch relativ zahm. Der Sound zu so früher Stunde ist sicherlich noch nicht optimal, die Bassdrums schlucken doch manch eine Resonanz der anderen Instrumente und auch die Stimmung im Publikum ist eher zurückhaltend. Dennoch helfen Stücke wie "Svart", "Speak Goddamnit", natürlich "I Krig" oder der Rausschmeißer "Pitch Black" samt Pyroeffekten und lauter Böller beim Munterwerden. Der aufbrausende Beifall erübrigt die Frage, ob es gefallen hat.
(Ray + Dagger)

EndstilleBeim zweiten Black Metal-Gig des Tages schwirren erstmal einige Fragezeichen um meinen Kopf. Auf der Bühne steht das Kieler Geschwader Endstille, doch mit einem anderen Frontmann. Wo ist Iblis? Und warum ist er nicht auch auf der Bühne? Auch ein Blick ins Internet zuhause bringt hier keine Klärung. Endstille ohne Iblis, geht das? Schließlich machen seine Gesten und seine Mimik erst einen typischen Endstille-Gig aus. Und die zweite Frage: wie wird der Sound sein, denn nicht immer bekommen Black Metal-Bands live einen entsprechenden Sound hin. Der Sound ist auf dem diesjährigen Wacken Open Air gut geraten und unterstützt die Geschosse, die die Kieler auf die Meute los lassen. Die Setlist ist im Wesentlichen identisch zu den Setlists auf den bisher abgerissenen Festivals, mit der Ausnahme, dass man für einen punkig angehauchten neuen Song (dessen Titel ich leider nicht verstanden habe) einen Gastsänger auf die Bühne holt. Ansonsten gibt es nichts zu meckern, mein persönlicher Fave "Bastard" wurde mir um die Ohren gehauen, der nicht nur in meinem Nacken für Bewegung sorgte. "Frühlingserwachen" markierte dann den Schlusspunkt unter einem intensiven Black Metal-Morgen. Bleibt nur noch die Frage: Was ist jetzt mit Iblis??
(Ray)

Gamma RayEs ist kurz nach zwei und eigentlich sollte ich jetzt Gamma Ray hören, damit ich euch berichten kann, wie der Ex-Kürbiskopf und seine Mannen das Publikum unterhalten haben. Kann ich aber nicht, denn Ray, Dagger und ich haben das Privileg, mit dem Jägermeister-Kran circa 50 Meter über das Wacken Open Air gehoben zu werden. Da muss Herr Hansen schon mal zurückstecken. Andererseits, so ein bisschen was wird man doch bestimmt auch in luftiger Höhe mitbekommen. Also los geht's! Nachdem das Heavyhardes-Team von den durchaus hübschen Damen am Jägermeister-Stand fachgerecht untergebracht oder an den Stühlen festgebunden wurde (alleine das ist schon ein Erlebnis), schwingt sich die Bar empor, um uns einen umwerfenden Blick auf das Festivalgelände zu erlauben. Höchste Zeit, um die Nachbarn kennen zu lernen! Rechts neben mir sitzt ein Herr mit schwerer Videokamera vom Nachrichtenkanal Reuters, der haufenweise Stress mit seiner Chefin hat, weil die Bilder nicht schnell genug zu ihr kommen. Links neben mir hat Frederic, seines Zeichens Bassist von Dragonforce, Platz genommen, der mir von seinem neuen Sideprojekt Iron Steel erzählt, das deutlich härter als die Dragonforce-Sachen ausfallen soll. Während wir den ersten Jägermeister serviert bekommen, brettern Gamma Ray dem Publikum unter uns "New World Order" und "Mission In Dreamland" entgegen. Ich meine, mich auch an "Ride The Sky" erinnern zu können. Jägermeister Nummer zwei wird begleitet von der Mitsinghymne "Heaven Can Wait", bei der selbst von hier oben dem riesigen Publikum die frohe Stimmung anzumerken ist. Tolle Erfindung, dieser Jägermeisterkran, darf man sich wirklich nicht entgehen lassen, wenn man mal die Chance dazu bekommt. Vor der Bühne dagegen sind nun alle dabei, die alten Helloween-Klassiker "Future World" und "I Want Out" mitzugrölen, bevor Gamma Ray den Gig mit dem formidablen "Send Me A Sign" beschließt.
(Sebbes)

Zurück auf festem Boden geht es geradewegs zur Black Stage. Mit der maskulinen Sängerin Candace Kucsulain besitzen die Detroiter Walls Of Jericho doch einen gewissen Exotenstatus im weiten Meer des Metalcore. So haben sich um 15:30 Uhr Unmengen von Karatekids vor der Bühne eingefunden, um ordentlich die Sau raus zu lassen. Die durchtrainierte und von Kopf bis Fuß tätowierte Frontdame macht es vor, springt zusammen mit ihren Kollegen unermüdlich auf der großen Bühne herum, während sie wild gestikulierend ins Mikro brüllt. So etwas steckt an! Bereits zum zweiten Song entbrennt im Publikum ein Circlepit mit geschätzten 30 Metern Durchmesser. In der folgenden Stunde Spielzeit gibt es nicht nur einmal die Wall Of Death zu bestaunen, kollektives Jumpen und Unmengen von Crowdsurfern gehören ebenso zum Programm. Leider offenbart die Truppe doch einige Schwächen in Sachen Songwriting, die Lieder schlagen alle in die gleiche Kerbe und das Konzert beginnt nach einer halben Stunde anstrengend zu werden, vorausgesetzt natürlich man zählt sich nicht zur Die-Hard-Fraktion im Pit.
(Dagger)

TristaniaZur selben Zeit auf der Party Stage gibt es ebenfalls eine Female Fronted Band zu bestaunen, die jedoch als krasser Gegenpol zu der maskulinen Show auf der Black Stage zu verstehen ist. Für mich als Gothic-Metal-Fan war die Entwicklung von Tristania in den letzten Jahren sicherlich etwas enttäuschend zu beobachten. Nachdem Sänger Morten Veland schon früh die Band Richtung Sirenia verließ, wodurch der Stil deutlich an Härte eingebüßt hatte, verabschiedete sich vor zwei Jahren auch noch die bezaubernde Vibeke Stene. Gerade bei den wenigen alten Stücken wie "Beyond The Veil", "Angellore" und "World Of Glass" wird deutlich, dass die neue Frontgrazie Mariangela Demurtas sicherlich eine gute Sängerin ist, aber an die opernartige Stimme von Vibeke in keiner Weise herankommt. Somit bilden fast schon folgerichtig neue Songs wie "Emerald Piper", "Shadowman", "The Witched" und "Mercyside" das Gros der Setlist. Sicherlich kein schlechter Auftritt um 15:30 Uhr auf der Party-Stage, die Bombenstimmung kommt aber nicht so richtig auf. Live kann der mittlerweile eher als Gothic-Rock zu bezeichnende Stil noch einigermaßen überzeugen, hat aber mit den alten genialen Scheiben wie Widow's Weedes und Beyond The Veil leider absolut nichts mehr zu tun.
(Jan)

NevermoreBei gefühlten 50 Grad im Schatten entern etwas später die amerikanischen Power-Metaller von Nevermore die True Metal Stage und werden mit massivem Beifall empfangen. Ja, so stelle ich mir einen gelungenen Festivalnachmittag vor: ein kaltes Bier in der Hand und Songs wie "Dead Heart In A Dead World" und "Enemies Of Reality", die einem die Ohrmuscheln freiputzen. Trotz des eher mittelmäßigen Sounds wird der Stoff vom Publikum hervorragend aufgenommen. Beachtlich ist auch, was bei den Hits "Heart Collector" und besonders "Narcosynthesis" geheadbangt wird. Wirklich irre! Als Sänger Warrel Dane gegenüber dem Publikum dann noch den Wunsch äußert, dass er alle beim Crowdsurfen sehen will, ist die Meute vor der Bühne nicht mehr zu halten. Ganz ehrlich, so viele Crowdsurfer wie beim folgenden "Born" hab selbst ich nur selten gesehen. Da darf man froh sein, dass man kein Security geworden ist, denn die mussten in dieser Hitze richtige Knochenarbeit leisten...
(Sebbes)

Natürlich muss man auch dem Nachwuchs einen Besuch abstatten. Wie bereits erwähnt wird auf der W.E.T. Stage im Zelt der Metal Battle ausgetragen, dem Gewinner winkt ein Plattenvertrag bei Armageddon Music. Um 16:15 Uhr stehen für 25 Minuten die isländischen Finalisten Beneath ihren Mann. Ihr technischer Brutalo-Death kracht zwar ordentlich, kann die verhältnismäßig wenigen Laute vor der Bühne aber kaum begeistern. Das mag vielleicht daran liegen, dass man diese Gangart schon zigfach zu hören bekommen hat. Da muss man sich schon etwas mehr einfallen lassen, wenn man heutzutage was reißen will...
(Dagger)

AirbourneIn dieser Hinsicht haben ein paar Herren von der anderen Seite des Globus im letzten Jahr demonstriert, wie man es richtig macht. Die Australier Airbourne sorgten schon auf dem Wacken Open Air 2008 für reichlich Zuschauerzuspruch. So war es eigentlich klar, dass man diese Band noch einmal holen musste, diesmal jedoch mit einem besseren Sendeplatz. Der Ruf eilt den Jungs voraus, denn vor der Black Stage stehen die Fans dicht an dicht, um Airbourne zu erleben. Und eines muss man vor allem Frontsau Joel o'Keeffe (Guitar, Vocals) attestieren: dieser Kerl lebt, frisst und scheißt Rock'n'Roll, dass einem Hören und Sehen vergeht. Unglaublich, was diese Jungs auf die Bretter legen, das ausgestoßene Adrenalin ist fast mit Händen greifbar. Und dazu noch Hämmer wie "Too Much, Too Young, Too Fast" oder "Cheap Wine & Cheaper Women" und die Menge rastet aus. Joel posed dazu wie ein junger Gott und genießt sichtlich die Reaktionen der Fans vor der Bühne. Zu "Girls In Black" lässt er es sich nicht nehmen und erklimmt wieder einmal die Lichttraverse auf der linken Seite der Bühne bis ganz unters Dach, und das komplett ohne Sicherung. Oben angekommen, hängt er sich mit einem Bein ein und spielt mal eben so ein Solo, bevor er sich kurz abstützt und die Beine baumeln lässt. Die Menge tobt, während Joel langsam aber sicher wieder festen Boden unter seinen Füßen erreicht. Der Titelsong des aktuellen und einzigen Albums, "Runnin' Wild" ist dann auch gleichzeitig das Ende des mehr als kurzweiligen Gigs der Australier. Das war ein fette Portion Rock'n'Roll.
(Ray)

Parallel zum Airbourne-Auftritt riskiere ich einen Blick zu den Power-Metallern Dragonforce aus London. Vielleicht sollte man besser sagen die Spaßvögel unter den Speed-Metallern. Sehr bunt gewandet und vor allem mit einem nimmermüden, auf der ganzen Bühne herumturnenden Keyboarder feiern die Briten ab 18:00 Uhr ihre Party auf der gleichnamigen Stage. Musikalisch hat die Multi-Kulti-Truppe sicher was drauf, vor allem die Gitarren-Soli stehen immer wieder im Mittelpunkt der einzelnen Songs und sind inzwischen auch bandprägend. Mit ihrem nach eigener Aussage "Extreme Power Metal" schaffen Dragonforce eine gute Stimmung vor der Bühne und das ist die Hauptsache. Party on!
(Jan)

Gleich im Anschluss können sich die britischen Deathcoreler Bring Me The Horizon über mangelnden Zuschauerzuspruch auf der Zeltbühne wahrlich nicht beklagen. Vor allem in der vorderen Hälfte ist die Bude sehr gut gefüllt. Die fünf Jungs von der Insel liefern aber auch wirklich eine sehr gute Show mit ordentlich Bewegung auf und dementsprechend auch vor der Bühne ab. Auch wenn der hintere Teil im Zelt eher statisch ist, das geforderte Mitklatschen funktioniert auch bis nach hinten. Auch ein Pit ist im Gange und obwohl erst vor kurzer Zeit von der Hauptbühne aus die an diesem Wochenende oftmals geforderte Wall Of Death verboten wurde, stört es die Fans vor der Bühne nicht im geringsten. Und so wird auch ohne Bandunterstützung das Areal geteilt und aufeinander zugebrandet. Bring Me The Horizon erklimmen derweil ihre Verstärker und nutzen diese als Sprungbrett, um zum Schluss noch einmal alles zu geben. Eine gute Show, die mit empor gereckten Pommesgabeln bis nach hinten und ordentlichem Beifall belohnt wird.
(Ray)

HammerfallInzwischen ist es kurz nach sieben und das Motto der kommenden Stunde heißt, zu den Waffen zu greifen, um zusammen mit Hammerfall das Schlachtfeld zu verteidigen. Das lassen sich die Besucher des Wacken Open Airs natürlich nicht zweimal sagen und feiern zusammen mit der schwedischen Kampftruppe und dem Opener "Blood Bound" schon mal einen fulminanten Einstieg in den bevorstehenden Gig. Man kann Sänger Joacim Cans die Freude an den zahlreich erschienenen Metalheads deutlich ansehen und auch der in roten Lederhosen gekleidete Spargeltarzan Oscar Dronjak kann sich das Grinsen kaum verkneifen. Blöd nur, dass es noch so hell ist, denn Lichtshow und Pyroeffekte laufen wegen der direkten Sonneneinstrahlung mehr oder weniger ins Leere. Von den Songs kann man das nicht behaupten, denn Hammerfall haben das Publikum mit ihren Hymnen über die komplette Spielzeit fest in der Hand. Alte Gassenhauer wie "Heeding The Call" werden von den Heerscharen vor der Bühne genauso abgefeiert wie die Ohrwürmer "Renegade", "Life Is Now", "Riders On The Storm" oder das aktuelle "Any Means Necessary". Besonders mitreißend ist der Wacken-Publikums-Chor bei der Ballade "Glory To The Brave", von dem sich auch Herr Cans sichtlich beeindruckt zeigt und sich mehrmals mit den Worten "fucking unbelievable" bedankt. Ja, wer so viele Hits im Gepäck hat, der darf sich auch feiern lassen! Natürlich wird dem Publikum auch der Mitsing-Klassiker "Hearts On Fire", mit dem Hammerfall nach einer knappen Stunde ihren stattlichen Besuch in Wacken beschließen, nicht vorenthalten. Saubere Leistung - ohne Wenn und Aber!
(Sebbes)

Die US-Thrasher Whiplash haben sich nach elf Jahren wieder aufgerafft und ein neues Album, Unborn Again, eingezimmert. Und obwohl die Band damals, Anfang der 90er, eine Reihe von Fans hatte, hat es zum großen Durchbruch nicht gereicht. Um kurz nach acht ist das Zelt der W.E.T.-Stage gut zur Hälfte gefüllt (vielleicht haben sich einige vom See, der sich direkt vor dem Eingang gebildet hatte, abschrecken lassen), als die Jungs aus New Jersey loslegen. Die Stimmung ist sofort top und ein ordentlicher Pit ist im Gange. Zwischen den Songs wird die Band immer wieder mit Whiplash-Sprechchören belohnt, die sie sichtlich dankbar aufnehmen. Auch einen Special Guest hat man mit dabei, kein Geringerer als Frank Blackfire (Ex-Sodom) hat sich die Klampfe für einen kurzen Gastauftritt umgeschnallt. Die Setlist setzt sich klar aus neuen Songs wie "Pitbulls In The Playground" sowie älteren Stücken ("Stagedive") zusammen, auch auf das Debut Power And Pain aus dem Jahre 1985 wird mit "Nailed To The Cross" zurück gegriffen. Eine ordentliche Thrash Metal-Party, die vom Banger und Crowdsurfer bis hin zum Circle-Pit alles enthält, was das Thrasher-Herz begehrt. Der tosende Beifall belohnt die Band für ihren 40-minütigen Gig.
(Ray)

Um 22:30 Uhr dürfte sich ein erheblicher Prozentsatz aller weiblichen Festivalbesucher vor der Black Stage eingefunden haben, denn die Waliser Neumetaller und Shootingstars Bullet For My Valentine mit Matt Tuck an der Spitze haben sich dort eingefunden, um eine Stunde lang das W:O:A zu rocken. Es ist nicht zu fassen, welche Menschenmassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf dem Gelände befinden und sich diese Band ansehen. Die melodischen Stücke laden zum Feiern und Mitsingen ein, das ständige Aufkeimen kleiner Circle-Pits zwischen Bühne und Technikturm demonstriert, dass sich wohl auch der eine oder andere männliche Fan von der Mucke angesprochen fühlt. Mir ist das unter dem Strich aber doch zu glatt gebügelt und modern, sodass ich zum Finale mit "Scream Aim Fire" bereits weit vorne vor der benachbarten True Metal Stage verharre und auf ein paar alte Bekannte warte.
(Dagger)

MotörheadUm 21:45 Uhr steht der allseits bekannte kleine Mann mit dem Cowboyhut dort oben und richtet sich das Mikro in Stirnhöhe zu Recht. "Good evening!" Die Masse grölt. "Are you alright?" Die Masse grölt lauter. "Ha?" Vor der Bühne rasten alle aus. "We are Motörhead and we play Rock'n'Roll!" Gesagt, getan! Mit "Iron Fist" gehen Lemmy, Phil Campbell und Mikkey Dee gleich richtig in die Vollen, dicht gefolgt von den alten Klassikern "Stay Clean" und "Metropolis". Mit 33 Jahren auf dem Buckel und 20 Langrillen im Gepäck sind Motörhead in der Lage, stets ein individuelles Programm zu liefern. Auch heute gibt es einen feinen Querschnitt durch ihre Discographie zu hören und neben besagten Klassikern schallen auch andere Altrocker, wie "Another Perfect Day" oder brandaktueller Stoff, wie "Rock Out" oder "In The Name Of Tragedy" mit ellenlangem Schlagzeugsolo in gewohnt dreckigem aber deftigem Sound aus den Boxen. Lupenreinen Rock'n'Roll bietet "Going To Brazil". Vor der Bühne geht's mittlerweile richtig zur Sache, es wird geschoben und gedrängelt, so dass man von der aufziehenden Kälte nicht das Geringste mitbekommt. Schließlich erhält der gute Lemmy zu "Killed By Death" Gesellschaft von den heißen Fuel Girls, die leicht bekleidet das Feuer auf die Bühne bringen. Ja, das gefällt dem Bub dort oben und er kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Danach ist erstmal Schluss. Doch selbstverständlich kehrt das Trio zur ultimativen Zugabe aus "Ace Of Spades" und "Overkill" noch einmal zurück. Das sind eben Motörhead und sie spielen... ihr wisst schon.
(Dagger)

IngrimmParallel zu diesem Spektakel kann man aber auch einmal der neuen Bühne im Mittelalterbereich, kurz Medieval Stage betitelt, einen Besuch abstatten. Dort sind bereits die Regensburger Ingrimm bei ihrem Soundcheck. Die Band wirkt noch etwas angespannt, doch angesichts der stetig wachsenden Zuschauerzahl und der einsetzenden Ingrimm-Rufe verflüchtigt sich diese doch recht schnell. Mit einem kecken "So, wir machen uns jetzt noch ein wenig hübsch für euch und sind gleich wieder da" verabschiedet sich Sänger Stephan von den wartenden Fans. Der Zuschauerzustrom an der doch recht kleinen Bühne ist enorm, Fans und empor gereckte Fäuste soweit das Auge reicht. Als kleines Unterhaltungsschauspiel für zwischendurch fungiert ein schmächtiger Punk, der sich just diesen Augenblick ausgesucht hat, um einmal ergiebig neben die Bühne zu reihern. Erstaunlich, was in so einem kleinen Körper alles Platz hat. Dann ist es endlich soweit, die Lichter gehen aus, das Intro geht an und alle Hände gehen in die Höhe. Mit dem Titelsong ihres aktuellen Albums "Todgeweiht" steigen die Regensburger in ihr einstündiges Set ein und werden mit vollem Einsatz der Fans belohnt. Textsicher wird jede Zeile mitgesungen, was die Band weiter anstachelt. Auf der Bühne wird mächtig gerockt und auch einiges an Bewegung ist zu verzeichnen, was jedoch aus Platzmangel doch etwas schwierig ist. Egal, kurzerhand springt Sänger Stephan in den Fotograben, schreitet die erste Reihe an Fans ab und lässt sich von der Welle der Euphorie tragen. Gleich im Anschluss an den Opener folgt die Bandhymne "Ingrimm", dem sich der "Krieger" anschließt. Zu "Teufelsweib" wird kurzerhand ein eben solches gesucht und auch gefunden. Die holde Weiblichkeit wird auf die Bühne gebeten, um sich mit Sänger Stephan den Refrain zu teilen. Die Setlist setzt sich in etwa aus gleichen Teilen aus Songs vom Debüt Ihr Sollt Brennen und der aktuellen Scheibe Todgeweiht zusammen. Die Fans vor der Bühne gehen jedenfalls sehr steil ab und auch Surfer werden gesichtet. Unter sehr lautem Beifall werden Ingrimm nach dem letzten Song "Letzte Reise" verabschiedet. Die gleich einsetzenden Zugabe-Rufe finden auch nach kurzer Zeit Gehör und die Regensburger kommen noch einmal für "Vogelfrei" und "Sündig Fleisch" auf die Bühne zurück. Danach ist aber wirklich Schluss, doch nur für den Auftritt. Neben der Bühne stehen Ingrimm für Autogramme bereit und der sehr große Andrang hier lässt erahnen, dass es den Fans gefallen hat.
(Ray)

Um kurz nach elf drängt alles, was noch laufen kann und will vor die Black Stage, denn In Flames sind wieder einmal zurück in Wacken. Ich weiß gar nicht, wie oft man die Jungs hier schon hat erleben dürfen, aber dem Zustrom im Festivalgelände nach haben die meisten Metalheads noch lange nicht genug von den alten Schweden. Beeindruckend ist wie immer die Bühnenshow, die hier aufgefahren wird. Nach dem per Video eingespielten Intro ballern In Flames dem Publikum mit reichlich Pyrounterstützung "Delight And Angers" um die Löffel. Neben den riesigen LED-Leinwänden, die die Black Stage in ein geschmackvolles Licht tauchen, kracht, scheppert, blinkt und brennt es wirklich überall, wo man den Blick hinschweifen lässt. Und so geht die Fahrt durch die jüngere In Flames-Geschichte los. Mit Songs wie "Trigger", "Cloud Connected", "Disconnected" und natürlich dem Hüpfklassiker "Only For The Weak" können die Jungs da nicht viel falsch machen. Wobei, ich kann mich an Zeiten erinnern, da waren Anders Frieden und seine Mannen ein Garant dafür, dass man so richtig eins auf die Fresse bekommt. Davon ist jedoch heute nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Im Gegenteil, mit den eher balladesken Songs "Come Clarity", "The Chosen Pessimist" und "The Quiet Place" unterstreichen In Flames 2009 ihre Funktion als Produzenten von bombastischen Soundtracks für multimedial gestaltete Pyroshows. Immerhin sind mit "Alias", "The Mirror's Truth" und "Take This Life" noch ein paar Banger-Songs im Programm geblieben. Überraschung des Abends ist für mich das nur selten vorgetragene und hammermäßige "Dead End", das von der etwas schüchternen Countrysängerin Lisa Miskovsky unterstützt wird. Herrlich! Als Rausschmeißer bekommen die lechzenden Fans noch den Hit "My Sweet Shadow" vor den Kittel geknallt, unterstützt von einem bombastischen Feuerwerk und unglaublichen Feuerwänden, die sogar weit hinten im Publikum die Temperatur deutlich anheben.
(Sebbes)

Endlich ist es soweit. Für mich eines der Highlights in diesem Jahr, da ich die belgisch-holländisch Combo leider noch nicht gesehen hatte, mich die letzten Alben aber absolut überzeugen konnten. Juhu, und ich werde nicht enttäuscht - das lange Anstehen vor der Party Stage hat sich gelohnt. Angeführt von der hübschen, klassisch ausgebildeten Sängerin Simone Simons und mit Unterstützung der Grunts von Mark Jansen liefert Epica ab 23:15 Uhr ein wahres Feuerwerk ihrer härtesten Songs, genau das, was man auf dem W:O:A von einer Band erwartet. Nicht nur mit den Stücken "The Obsessive Devotion", "Menace Of Vanity", "Fools Of Damnation" und "Sancta Terra" vom letzten Hammer-Album The Devine Conspiracy bringen Epica sämtliche Nacken zum Brechen, sondern beweisen, dass sie derzeit - v.a. nach der Auflösung von After Forever Anfang des Jahres - wohl die Speerspitze des Female Fronted Gothic/Symphonic Metal bilden. Wer die Einstellung hatte, das sei nur was für Pussys, deshalb auf den Gig verzichtete und sich somit Perlen a la "Sensorium", "Cry For The Moon", "Consign To Oblivion" und "Quietus" entgehen ließ, ist selber Schuld. Für mich als Gothic-Metal-Fan war es sicher nicht der letzte Besuch bei Epica, den würdigen Nachfolgern von Theatre of Tragedy, Tristania und After Forever.
(Jan)

EthsUnd da soll noch einmal einer sagen, Metal wär ne reine Männerdomäne! Mit den Franzosen Eths steht nämlich zeitgleich eine weitere Female Fronted Band auf den Brettern der W.E.T.-Stage im Zelt. Das Quintett um Sängerin Candice liefert eine teils schon etwas seltsam anmutende Mischung aus Psychothrash und Metalcore, die aber durchaus ihren Reiz hat. Ruhige Momente wechseln sich mit wüsten Eruptionen ab. Candice beherrscht alles von klarem Gesang über Keifen bis hin zu extremen Kreisch-Vocals. Mit dieser Mischung und der ausdrucksstarken Performance spielen sie sich schnell in die Herzen der Fans, was sich unter anderem an der unaufgefordert initiierten Wall Of Death manifestiert, die die Fans vor der Bühne ins Leben rufen. Auch sonst ist mächtig Bewegung vor und ebenfalls auf der Bühne angesagt. Besonders beeindruckend ist der sehr große Circle Pit, der sich bereits vor (!!!) dem letzten Song gehörig in Bewegung setzt. Interessant.
(Ray)

DoroFemale Fronted, die Dritte - naja, um genauer zu sein eigentlich die Erste. Denn Doro, die Metal-Queen, ist quasi die Mutter aller heutigen Kapellen mit schöner Sängerin an ihrer Spitze. Ihre Fans müssen dieses Jahr einiges an Stehvermögen mitbringen, denn unsere Lieblingsblondine entert erst kurz vor ein Uhr nachts die Bühne. Aber dafür weiß die in schwarzem Leder gekleidete Metal-Queen genau, was die Fans hier in Wacken von ihr hören wollen, und beginnt ihren Auftritt dementsprechend mit einem Feuerwerk an Warlock-Klassikern wie "Für Immer", "I Rule The Ruins", "Burning The Witches" und "True As Steel". Das war schon mal ein hervorragender Auftakt für diese Uhrzeit und auch "Night Of The Warlock" vom aktuellen Album Fear No Evil und Regina Halmichs Box-Song "Fight" kommen ziemlich gut an. "Above The Ashes" und "Burn It Up" werden dagegen - wohl auf Grund des geringeren Bekanntheitsgrades - deutlich zurückhaltender aufgenommen. Als Doro die Single "Celebrate" zusammen mit Freundin Sabina Classen (Holy Moses) anstimmt, hat sie das Publikum aber wieder voll auf ihrer Seite. Bei dem Judas Priest-Coversong "Breaking The Law" dürfen sich die Fans noch mal austoben, bevor Doro, begleitet von abertausenden Stimmen, ihren Auftritt mit dem obligatorischen "All We Are" beendet. Ja, und dann ist unser blonder Engel auch schon wieder verschwunden und ich muss sagen, der Auftritt war nicht übel, aber das gewisse Etwas habe ich bei diesem kurzen Stelldichein schon vermisst. Es gab eigentlich keine großen Überraschungen, dafür aber eine auf Sicherheit ausgelegte Songauswahl - business as usual sozusagen.
(Sebbes)

Wem die gute Doro zu true ist, der kann natürlich auch einen Abstecher ins Zelt wagen, denn dort gibt's Underground. Die Band Sarke ist ein gutes Beispiel dafür, dass große Namen nicht immer mit einer großen Show gleich zu setzen sind. Der Musiker Sarke, bekannt unter anderem aus Bands wie Khold, Tulus sowie Old Man's Child und Nocturno Culto (Darkthrone) geben sich auf der W.E.T.-Stage die Ehre. Nocturno Culto, der hier livehaftig auf der Bühne steht, wirkt bei seiner Performance jedoch eher lustlos und ist bei den ersten Songs mehr mit seiner Zigarette als mit dem Mikro beschäftigt. So kann man ihm die Aufregung und Freude, wie er uns zwischen den Songs mitteilt, nicht ganz abnehmen. Die Mischung aus Black'n'Roll und Doom zieht auf jeden Fall ordentlich viele Leute vor die Bühne, doch auf Dauer ist mir das Ganze für eine Live-Darbietung doch eine Spur zu statisch. Da helfen auch Songs der Marke "Frost Junkie", Dead Universe" oder "Cult Ritual" nicht mehr viel. Schade.
(Ray)

Jeder kennt sie, jeder liebt sie und manchmal hat man das Gefühl, sie spielen an jeder Straßenecke - wenn's sein muss für ein Butterbrot und 'nen Humpen Met, Hauptsache nur sie können spielen. Klar, die Rede ist von jedermanns Lieblingswikingern Amon Amarth, die heute als letzte Band die Bretter der Black Stage zum Beben bringen sollen. Leider kommt es dann doch anders, denn der Sound ist eine wahre Katastrophe, für die die Musiker natürlich nichts können. Außer den Bassdrums ist quasi kaum was zu verstehen. Der Gesang kann von den Technikern zwar noch verbessert werden, aber die Gitarrenarbeit bleibt ein einziger dumpfer und ausgesprochen leiser Brei. Sehr schade! Denn Johann Hegg und Konsorten haben extra ihr großes Wikingerschiff mitgebracht und im Set reiht sich ein wahrer Klassiker an den nächsten. Als die Bässe der Zugabe "Death In Fire" über die Felder dröhnen bin ich bereits am Zelt. Sinnlos erschien es, diesem Trauerspiel bis zum Ende beizuwohnen.
(Dagger)

Zeitgleich, es ist es schon zwei Uhr morgens, betreten ASP die Party Stage. Zu dieser frühen Stunde ist der Platz davor noch mehr als ordentlich gefüllt und die Wartenden feiern jeden Song ab. "Ich Bin Ein Wahrer Satan", "Denn Ich Bin Der Meister" und "How Far Would You Go?" bilden den Einstand in 60 Minuten ASP, die lauthals von den Fans mitgesungen werden. Mit einigem an Pyrotechnik unterlegt wird "Krabat" durch die PA gejagt, das fleißig von den Fans mitgeklatscht wird. Auch mit wenigen Gesten hat Sänger und Namensgeber ASP die Menge klar in der Hand und die Fans unterstützen ihn nach den noch verbleibenden Leibeskräften. Nach dem letzten Song setzen dann auch gleich die Zugabe-Rufe ein, die sich sofort nach dem Wiedererscheinen der Band in "Wir wollen brennen"-Rufe ändern. Mit einem geflüsterten "Das wollen wir auch" gibt es dann zum Abschluss noch das geforderte Stück, bevor die Fans nun endgültig in die Nacht entlassen werden.
(Ray)

Und diese ist heute sternenklar, die Temperaturen fallen tief und unterschreiten sogar die 10°C-Marke. Damit muss man rechnen im hohen Norden. Nur langsam will die letzte Halbe Dosenbier, die mittlerweile ebenfalls wieder Kühlschranktemperatur erreicht hat, die Kehle hinunter rinnen. Nachmittags setzt man alles daran, den Stoff halbwegs kühl zu lagern, jetzt hätte man nichts dagegen einzuwenden, wenn die Plörre den einen oder anderen Grad höher temperiert wäre. Aber so ist das eben. Der Tag hatte verdammt viel zu bieten, freuen wir uns auf das, was noch kommen mag. Prost! (Dagger)

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