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Festival-Bericht

Bang Your Head!!!

mit Blind Guardian, Journey, U.D.O., W.A.S.P., Lita Ford, Hardcore Superstar, Pink Cream 69, Sodom & Exodus

Messegelände Balingen, Balingen 26. & 27.06.2009

Eine der schönen Konstanten im Leben des eher traditionellen Metallers ist das Bang Your Head geworden, das mittlerweile schon 13 Jahre auf dem Buckel hat. Die Rezeptur ist immer ähnlich: angesprochen wird weniger die Härtnerfraktion, sondern die gediegeneren älteren Herrschaften wie meinereiner, die der guten alten Schule frönen. Umrahmt ist das Geschehen von einer fast schon familiären Atmosphäre, wo man sich mehr oder weniger kennt, wo das Festival schön in die Stadt integriert ist (der Tankwart wünscht trotz des Regens viel Spaß, das Aldi-Personal grüßt die Horden freundlich, und des Abends versammelt sich die Bevölkerung am Rande des Areals, um auch zu hören und zu sehen, was diese Verrückten denn da wieder machen). Insofern gibt es auch dieses Jahr eine gute, eine schlechte und gar keine Neuigkeit aus Balingen.

Gar keine Neuigkeit ist, dass es eine wie im Schwabenland gewohnt sehr friedliche, harmonische und bestens organisierte Veranstaltung war, bei der alles nahezu perfekt funktionierte. Es ist schon bewundernswert, wie es die Crew schafft, ein doch umfangreiches Billing so pünktlich abzuspulen, dass man schon fast die Uhr danach stellen kann.
Die gute Nachricht ist, dass sich die Rahmenbedingungen nochmals verbessert haben: die im letzten Jahr gebaute neue Messehalle kann vom Festival mit genutzt werden und bietet somit feste Toiletten (ein Segen!) und ein Refugium auch für das gemeine Volk, sollte Unbill vom Wettergott drohen. Dazu kommen wir noch.

Die schlechte Nachricht ist, dass die Krise offenbar auch an Balingen nicht vorüberzieht. Schon im Vorfeld gab es auf der Website Special Offers für Tickets inklusive Teilzahlungsangebot - offenkundig war der Zuspruch nicht so wie in den letzten Jahren. Vielleicht mag auch das Billing mitgespielt haben, in dem - auf den ersten Blick zumindest - der ganz große internationale Name aus der schon dagewesenen Liga Heaven & Hell, Judas Priest, Whitesnake oder Queensryche fehlte. Klar lieferten Blind Guardian, die ja immerhin 1996 beim ersten Event des gleichen Namens schon mit von der Partie waren, einen würdigen, populären Headliner, aber für die Verpflichtung von Journey für den zweiten Anführer-Slot mussten sich die Organisatoren im Vorfeld ähnlich rechtfertigen wie seinerzeit für Foreigner. Der Erfolg gab ihnen damals Recht, und auch dieses Mal stimmte die Leistung der von vielen im Vorfeld als zu soft empfundenen AOR-Helden - aber wie dem auch sei, anno 2009 bevölkerten nach Angaben des Nordschwarzwald-Kuriers (so muss ein Lokalblatt heißen!) "nur" 12.000 Fans das Messegelände, was unter den Vorjahreszahlen lag.
Nun, da gab es schon kein Gedränge, was schon bei der Anfahrt zu spüren war.
(Holgi)

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