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Konzert-Bericht

J.B.O.

Metropolis, München 07.11.2002

"Wer ist das ...Götz Widmann ...kennst du den?" - "Nö, keine Ahnung." Als der Entertainer mit der Akustikgitarre die Bühne betrat herrschte Ratlosigkeit. "Der is so ähnlich wie der Söllner, aber ein Preiss." hörte ich jemanden sagen. Naja, nicht ganz lieber Landsmann. Zwar thematisiert Götz Widmann auch hin und wieder gerne mal den Gebrauch illegaler Genussmittel, dennoch ging er weitaus weniger subtil zu Werke als unser populärer bayerisch-jamaikanischer Staatsfeind und -bürger. Und das ist wahrlich eine Kunst, ist der gute alte Hansi nicht gerade wegen seiner Ziemperlichkeit verschrien.
Alles in allem legte das Überbleibsel des Joint-Venture Duo's einen recht amüsanten One-Man Set hin, der dem ein oder anderen durchaus zu gefallen wusste. Dennoch war ich froh als der gute Mann dann wieder die Bühne für die Hauptspassvögel räumte.

Diese liesen sich trotz dem knappen Dutzend Uhren um das Mischpult herum recht viel Zeit. War schon das Publikum für den Durchschnittsheterosexuellen in seiner zartrosa schimmernden Uniformierung Reizfaktor für erste homophobische Ansätze, setzte die Band und das Bühnenlicht nochmal einen drauf. In den ersten Minuten war mein Hirn damit beschäftigt den heftigen Sound, und die immer wiederkehrende, gebrüllte Textzeile "Doch was hat man denn davon?!" mit dem Bild was sich oben darbot in Einklang zu bringen. Es gelang mir nicht.
Doch bald war die Ordnung wieder hergestellt, denn die Franken liessen Power und Aggression schon ab den nächsten Nummern weit hinter sich zurück. Die Ansagen gestalteten sich oftmals sehr verkrampft, da man schliesslich nicht ohne mindestens eine improvisierte Pointe, egal ob gelungen oder nicht, in den nächsten Song übergehen konnte. Dem Publikum freilich wars scheissegal. Sie wollten amüsiert werden, und wären wahrscheinlich schon mit Bauchkrämpfen am Boden gelegen, hätte Vito C. nur "Buh" ins Mikrofon gesagt. Leider Gottes beliess er es aber nicht dabei und tauschte den ein oder anderen unharmonischen Dialog mit Herrn Hannes G.Laber Holzmann aus. Richtig amüsant hingegen war das bandeigene, glatzköpfige Maskottchen, das sich in Windeseile dem jeweiligen Song entsprechend umkleidete und mit ausladender Gestik und Mimik den Teil darstellte, der bei den Texten dank Hallenakustik unterging.
Die Höhepunkte der Show waren mit Sicherheit der neue Song "Arschloch und Spass dabei", das "Kuschelmetal"-Medley vom EXPLIZITE LYRIK Album, das Metallica Cover "Schlaf, Kindlein Schlaf (Enter Sandman)" und natürlich ....genau ..."Ein Guter Tag zum Sterben". Und nun kam der Teil des Abends der die meisten Anwesenden am meisten amüsiert haben dürfte. Mitten in der tragischen Intonation dieser wundervollen Ballade entdeckt Herr C., seines Zeichens für den Kuschelgesang bei J.B.O. verantwortlich, dass ein Mensch in der ersten Reihe die Frechheit besitzt während des Sets sein Handy zu zücken und zu telefonieren. Also musste der ertappte Übeltäter aufgrund des Gruppenzwangs sein Handy an den Chef abgeben, der das Gespräch anstelle des Schufts weiterführte. Cheffe hatte ein Engelchen aus Ulm an der Leitung - weiblich und ein "witziger" Kosename dazu - welch Glück! Nach einigen heiteren Dialogen (bzw. Monologen - man verstand das Engelchen ja nicht) kam Cheffe auf die Idee dem Mädel eine gratis Livekostprobe zum besten zu geben, und so wurde das Handy am Mikrofonständer befestigt, und dort weitergemacht wo man aufgehört hatte. Diese Aktion sorgte im gesamten Publikum für eine ausgelassene Stimmung, bis auf einen, der damit beschäftigt war eine Gleichung aufzustellen, wie er das Loch, das die Telefonrechnung ins Haushaltsbudget reissen würde, wieder stopfen könne.
Dann wars irgendwann auch mal vorbei, und der Rezensent war sich nicht ganz sicher, warum ihm das Konzert trotz einiger Mängel in den humoristischen Einlagen gefallen hat. Die Gewissheit kam mit dem Kater.

David

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