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Konzert-Bericht

Pestilence, Vreid & The New Dominion

Backstage, München 17.04.2009

Dass ich das noch erleben darf!
Pestilence, eine meiner Helden-Bands der späten 80er Jahre haben sich neu formiert und beehren das Münchner Publikum mit einer Live-Darbietung. Das kann sich der alte Mann doch beim besten Willen nicht entgehen lassen. Natürlich sind die Holländer nicht alleine auf Tour, tatkräftige Unterstützung haben sie sich in Form der Deaththrasher The New Dominion und der Schwarzheimer von Vreid geholt. Da steht einem gelungenen Konzertabend mit Schwelgen in ach so schönen Erinnerungen nichts mehr im Wege.

Der Berichterstatter war denn auch recht pünktlich in der Backstage-Halle vor Ort, um ein wenig Atmosphäre zu tanken und natürlich auch ein Aufwärmbierchen. Der Zuschauerzustrom ließ sich denn zu diesem Zeitpunkt auch eher gemächlich an, die Vorbands hatten also nicht unbedingt ein volles Haus vor der Bühne.

Macht nichts, dachten sich wohl die Jungs von The New Dominion, denn sie legten ein wenig verspätet, aber nichts desto Trotz recht energisch los. Allerdings war die Reaktion aus der Menge doch eher verhalten, was nicht nur an der nicht mal halbvollen Halle lag. Vielmehr war der Sound der Niederländer wohl einfach zu modern für das auf Oldschool-Todesblei eingestellte Publikum. Da half aller Einsatz auf der Bühne nur wenig, mehr als Höflichkeitsapplaus konnte das Quintett, dessen Frontmann zudem auch eher einem Skate-Magazin entsprungen zu sein schien, leider nicht ernten. Ich persönlich fand die Performance eigentlich gar nicht so schlecht, unpassend wäre wohl der treffendere Ausdruck.

So recht ins todesmetallische Billing wollten die Black Metaller Vreid denn zumindest theoretisch auch nicht passen, aber trotzdem war bei der zweiten Band des Abends ein deutlicher Stimmungsaufschwung im Auditorium zu verzeichnen. Denn auch wenn die Norweger keinen Todesmörtel zum Besten gaben, so war der Gig doch mehr als solide geraten. Zumindest in dieser Beziehung konnten die Anwesenden also doch über den Tellerrand schauen. Da hatten einige Leute ihren Spaß an diesem Auftritt (ja, Black Metal kann und darf auch Spaß machen) und die Band dankte es mit einer engagierten und sehr sympathischen Performance. Eine gute Band in guter Form.

Aber natürlich war das alles nur Vorgeplänkel, denn es war deutlich, dass die meisten Besucher hauptsächlich wegen Pestilence gekommen waren. Die alten Herren legten sich denn auch mächtig ins Zeug und versprühten ungeachtet ihres Alters doch eine Menge Power und Energie. Und trotzdem ging der Auftritt ziemlich an mir vorbei, denn irgendwie wollten die Songs beim Berichterstatter (und anscheinend auch einigen anderen Gästen) nicht so wirklich zünden. Egal, wie sich die Herren abmühten, mit ihrem Gig erreichten sie nur einen Teil des Publikums wirklich. Aber zumindest dem hat es offensichtlich gefallen, Geschmäcker sind halt (zum Glück) doch verschieden.

Bleibt noch festzuhalten, dass der Sound in der Halle an diesem Abend astrein war, das klang richtig gut. Dafür waren Merchpreise von 20 Teuronen für ein einseitig bedrucktes Shirt und 15 Euro für eine CD denn doch jenseits meiner Schmerzgrenze, sorry, so groß ist die Band nun auch wieder nicht.

Nun, irgendwie hatte ich mir mehr erhofft, ein wenig enttäuscht bin ich im Nachhinein schon.
Dass ich das noch erleben musste...

Hannes

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