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Konzert-Bericht

Coppelius & Remember Twilight

Spectaculum Mundi, München 13.03.2009

Es müssen nicht immer Metal-Konzerte sein und so begab ich mit meinen Freunden zum recht abgelegenen Spectaculum Mundi, um mir die Kammer-Coreler Coppelius anzuschauen. Diese konnten mich mit ihrem zweiten Album Tumult! absolut überzeugen und nun galt es, dies auch live zu beweisen.
Es war 19:00 Uhr als wir in der recht großen Halle eintrafen und nur ein paar Leute vorfanden. Den Anfang machen an diesem Tag Remember Twilight aus Stuttgart, aber bis es soweit sein sollte, hieß es warten.

Um 20:30 Uhr betraten dann schließlich die jungen Musiker die vollgestellte Bühne und spielten eine recht eigenartige Mischung aus Mittelalter-Rock, Deutsch-Rock und Heavy Metal. Der Sound war etwas schwach und zu Beginn konnten sich nur wenige für die Darbietung interessieren. Doch mit der Zeit wachte das Publikum auf und es gab Höflichkeitsapplaus. Musikalisch konnten die Jungs bei mir keinen Pokal gewinnen und so galt es die halbe Stunde Spielzeit mit einem Bierchen zu überbrücken.
Um 21:00 Uhr war dann Schluss und unter höflichem Applaus verließen Remember Twilight schließlich die Bühne.

In den 45 Minuten Umbaupause (sic!) ergriff ich die Gelegenheit und betrachtete das Publikum ausführlich. Hier war alles und jeder vertreten: vom Metaller bis hin zum kunstvoll geschminkten Gothic-Anhänger. Anlässlich der Musik fanden sich auch ein paar Leute im Publikum, die in üblichem Biedermeier-Outfit aufkreuzten.
Danach wurde der reichhaltige Merchandise inspiziert, der sehr freundliche Preise für die Artikel verlangte. Dementsprechend schlugen viele Leute hier ausgiebig zu.

Um 21:45 Uhr ward es dann an der Zeit für Coppelius aus Berlin, die mit einem imposanten Bühnenaufbau aufwarteten. Die Bühne glich einem Biedermeier-Wohnzimmer, nur das gigantische Drumkit mit allen möglichen japanischen Devotionalien fiel da etwas aus der Reihe.
Die Roadies hatten ein leuchtendes Radio mit auf der Bühne platziert, welches ein klassisches Intro anspielte und Sänger Bastille betrat, als Butler gekleidet, zuerst die Bühne, um eine Begrüßungsrede an die Audienz zu halten. Coppelius machen nicht nur Kammer-Musik, sondern haben auch ihre Redeweisen und Bewegungen an das coppelianische Zeitalter angepasst.
Dann beginnt das Sextett, der Rest übrigens in herrischer Rober mit Zylinder-Hut gekleidet, ihren Set mit "Zu Dir". Die Stimmung ist vom ersten Augenblick an am Kochen und die Fans feiern die Truppe.
Diese zeigt sich äußerst sportlich und verbringt den gesamten Gig quasi im Laufschritt. Obwohl keine einzige E-Gitarre mit Verzerrung zur Besetzung der Band gehört, knallt das Zeug der Jungs ohne Ende. Die heftigeren Stücke machen den Anfang des Sets und es sind vereinzelte Headbanger auszumachen. Die zwei Klarinetten-Spieler übernehmen den Melodie-Bereich und spielen des Öfteren ein paar Solo-Einlagen. Das Cello und der Kontrabass gelten eher der rhythmischen Untermalung, bis auf "Habgier"; dort wird wieder in bester Hardcore-Tradition auf dem Cello gebolzt. Highlight des Sets sind die Iron Maiden-Cover "Phantom Of The Opera" und "Murders In The Rue Morgue".
Ansonsten füllt Material von Time-Zeit und Tumult! den Rest des zweistündigen Sets, der nur so vor Energie strotzt und die Menge vollends befriedigt.

Um 24:00 Uhr ist dann Schluss und die Jungs verlassen nach der dritten Zugabe erschöpft aber zufrieden die Bühne. Die Herren lassen sich es nicht nehmen, sich nach dem Konzert zum Shake-Hands und Autogramm-Geben in die Meute zu begeben. Nur für mich ist es Zeit zu gehen, denn die letzte U-Bahn naht.

Fazit: Genialer Abend mit Coppelius in Topform!

Basti

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