12 Headbänga online
17.07.2020 Raygun Rebels
18.07.2020 Ausverkauft
24.07.2020 Grand Massive
25.07.2020 May The Tempest
01.08.2020 Revel In Flesh
13.08.2020 Nekrovault
Reviews (10146)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Von Branden

Interview:
Jon Oliva's Pain

Live-Bericht:
Sepultura

Video:
Lamb Of God
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Konzert-Bericht

In Flames, Caliban & DevilDriver

Löwensaal, Nürnberg 26.04.2004

Genau wie auf der 2002-er Tour zum Reroute To Remain Album gastierten In Flames auch dieses Mal im Nürnberger Löwensaal, um das fränkische Umland mit ihren rauen Klängen zu verschönern. Der alte, runde Kuppelsaal mit dem Rundbalkon hat es ihnen scheinbar angetan. Statt den Jungs von Pain und Soilwork hatten die Schweden diesmal Caliban und Devildriver als Support dabei. Bei sonnigstem Wetter drängten sich denn auch mehrere Hundertschaften schwarzgewandeter Gestalten durch den Eingangsbereich und bevölkerten Saal, Balkon und den Thekenbereich.

Als gegen 19:45 Uhr dann Devildriver loslegten hatte ich das unbändige Vergnügen noch immer in der Schlange vor der Kasse zu stehen. Scheinbar war der gute Herr mit Geldzählen und Kartenausgeben zeitweise ein wenig überfordert oder man hatte - aus welchen obskuren Gründen auch immer - nicht mit einem solchen Andrang gerechnet. Was man allerdings von draußen hörte war so schlecht nicht und diejenigen, die das Glück hatten bereits im Saal zu sein, spendeten fleißig Applaus. Pünktlich zum "Goodbye Nürnberg - see you next time" betrat ich denn auch die Halle und bekam gerade noch mit, wie das Publikum die Band um den ehemaligen Coal Chamber Frontmann lautstark verabschiedete. Devildriver haben sich hier wohl einige neue Fans erspielt.

Nach einer kurzen Umbauphase begannen Caliban ihre Mischung aus Death Metal und Moshcore in die Menge zu jagen. Recht großer Erfolg war ihnen damit allerdings nicht beschienen, denn bis auf eine Handvoll Menschen bewegte sich nicht allzu viel im Publikum. Der Sound der Jungs war wohl auch nicht jedermanns Geschmack. Der Sänger keifte und schrie als ob es kein Morgen gäbe und vom Rest der Truppe war nicht allzu viel zu sehen. Die Langeweile im Publikum war richtiggehend greifbar und so ernteten die Ruhrpottler mit ihrer Ankündigung des letzten Songs auch den meisten Applaus ihres gesamten Sets.

Danach war das große Warten angesagt. Ganze 50 Minuten vergingen, bis die Lichter in der Halle wieder ausgingen und In Flames mit "Dead Alone" die Bühne stürmten. Der futuristische Aufbau und die Lichtfestspiele der letzten Tour sind einem nüchternen, halogenbeleuchteten Schriftzug gewichen und auch die weißen Klamotten gehören wieder der Vergangenheit an. Mit "Pinball Map" und "System" ging's weiter und die Masse übernahm bei den Refrains an Stelle von Anders die Rolle des Sängers. Dieser richtete nun auch zum ersten Mal ein paar Worte an das Publikum und brachte mit der Ankündigung von "Episode 666" die Menge erst so richtig zum Kochen. Einzig viele der jungen Mädels und Jungs, die wohl erst mit den letzten beiden Scheiben mit der Band in Kontakt gekommen sind, konnten mit diesem Hammersong nicht allzu viel anfangen. Danach folgte noch eine Reihe härterer Songs, die die Anzahl der Crowdsurfer rapide anstiegen ließ. Egal, was die Schweden nun vom Stapel ließen, die Stimmung war perfekt.
Auch wenn Anders Friden nicht gerade der kommunikativste Mensch an diesem Abend war, reagierte das Publikum auf jede seiner Ansagen und Äußerungen ohne zu zögern und als er vor "Only For The Weak" bekannt gab, dass der Song für eine kommende DVD aufgezeichnet wird und er jetzt eine gute Show sehen will, ließ sich die Menge nicht lange bitten. Während man unten hüpfte, dass der Boden wackelte und oben auf dem Balkon außer wehenden Haaren nichts mehr zu sehen war, schalmeite aus vielen bierseeligen Kehlen das wohlbekannte "Sell Me The Infection..." dass man es noch bis zum Plärrer gehört haben muss. Ein absolut geiles Bild, das ich so schnell nicht vergessen werde. Nach dem schon obligatorischen "Behind Space" (womit das jüngere Publikum wieder etwas überfordert war *g*), wurde mit "The Quiet Place" der Endspurt eingeläutet. Die wenigsten hätten wohl gedacht, dass die Atmosphäre dieses Songs auch auf die Bühne übertragbar wäre, aber es hat funktioniert. Die mittlerweile pitschnasse Menge gab noch einmal alles und entzog der eh schon dünnen Luft die letzten wehrlosen Sauerstoffmoleküle. "Colony" und das geniale "My Sweet Shadow" beendeten eine absolut geniale Show und machten schon mal Appetit auf mehr.

So endete ein sehr unterhaltsamer Abend mit einer blendend aufgelegten Göteborger Metalgruppe. Mit ihrer Mischung aus aktuellem Material und alten Songs haben sich In Flames in Bestform präsentiert, auch wenn ich für meinen Teil ein paar Klassiker vermisst habe. Egal - mit der Gewissheit eine der besten Livebands überhaupt gesehen zu haben, machte ich mich dann - zusammen mit vielen, vielen anderen glücklichen Menschen - auf den Nachhauseweg. Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt "Destiny Will You Cure Me, Trust Will You Age With Me..."

Setlist In Flames (ohne Gewähr):
Dead Alone
Pinball Map
System
Episode 666
Embody The Invisible
Watch Them Feed
Coerced Coexistence
Cloud Connected
Touch Of Red
Like You better Dead
Sqare Nothing
In Search For I
Clayman
Trigger
Gyroscope
Only For The Weak
Behind Space
Quiet Place
Colony
My Sweet Shadow

JR

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Werbung:

© www.heavyhardes.de