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Konzert-Bericht

Kreator, Caliban, Eluveitie & Emergency Gate

Chaos Over Europe

Backstage, München 05.03.2009

Lang, lang ist's her, dass Kreator in München ihr letztes Konzert gegeben haben, doch sie sind wieder gekommen und nicht nur die Metalheads haben verrückt gespielt, sondern auch das Wetter. Es ist kalt und es muss auch noch unbedingt anfangen zu schneien, wobei der Vortag fast schon so warm war, dass man beinahe mit T-Shirt rausgehen konnte.
Davon war jedenfalls nichts zu merken, als wir gegen 18:30 Uhr das Backstage Werk erreichten und so warteten wir bibbernd auf den Einlass.
Endlich drinnen, musste erstmal der Bierstand daran glauben und leider auch mein Geldbeutel (3,10 Euro für das Gesöff ist definitiv zu viel).

Pünktlich um 19:00 Uhr starteten die Münchener Metalcoreler Emergency Gate ihre Show und nur eine Hand voll Fans haben es vor die Bühne geschafft. Der Rest der noch recht leeren Halle trieb sich auf den "Rängen" oder beim Merch herum. Die Jungs lieferten einen energiegeladenen Auftritt und bewegten sich auf der engen Bühne so gut wie eben möglich. Ein paar Fans schien die Truppe auch mitgebracht zu haben und so kam immerhin etwas Stimmung auf. Hauptsächlich Songs vom neuen Album Rewake wurden zum Besten gegeben und die Musiker bangten was das Haupthaar hergab.
Nach 30 Minuten war dann auch Schluss und der Fünferpack verließ unter Beifall die Bühne.

Kurze Umbaupause und dann stand die vermeintlich größte Fehlbesetzung des Konzert auf den Brettern: Eluveitie. Mit ihrem folkigen Metalcore passten die Schweizer so mal rein gar nicht auf das Billing, doch sie machten das Beste aus der Situation und konnten nicht gerade wenige zum Bangen bewegen. Da der Rhythmus-Gitarrist zuhause bleiben musste, wechselten sich die Caliban-Jungs und der bandeigene Roadie an der Klampfe ab und erledigten ihre Arbeit mehr als akzeptabel. Die alteingesessenen Kreator-Fans standen eher mit verschränkten Armen in den hinteren Reihen und haderten mit dem Stand der Dinge, doch die Jungspunde, welche es reichlich gab, feierten die Band nach allen Regeln der Kunst ab. Auch mir hat dieser Auftritt Spaß gemacht und im Nachhinein war es die beste Vorband des Abends. Nach gut 45 Minuten war dann auch wieder Schluss und die Bühne wurde für Caliban freigemacht.

Das Quintett, was als deutsches Aushängeschild des Metalcore gilt, betrat dann auch recht zügig die Bühne und gab von Anfang an Vollgas. Man muss die Musik der Jungs mögen, was auch viele in der Halle taten, doch für mich war dies einer der nervigsten Metal-Shows, die ich je gesehen habe. Cajaliban, äh Caliban, legten sich fleißig ins Zeug und konnten vom ersten Ton an heftige Moshpits und Circle-Pits verursachen. Ihnen gelang sogar das Kunststück zweimal eine Wall Of Death ins Leben zu rufen. Die Fans feierten die Jungs gnadenlos ab und die Stimmung war einfach nur bombig. Doch das Gehampel auf der Bühne, die ähnlichen Song-Aufbauten und dieser Sänger waren einfach zu viel für mich. Lieber noch ein Bier holen und auf Kreator warten.

Kreator ließen sich dann auch nur 15 Minuten Zeit, standen pünktlich um 23:00 Uhr auf der Bühne und entfachten ein Inferno. "Hordes Of Chaos" vom neuen Album mauserte sich sofort zu einer fulminanten Live-Granate, die viele Haare kreisen ließ. Mille präsentierte sich zwar stimmlich angeschlagen, machte dies aber mit Einsatz und Spielfreude wieder wett. Sein Mund hätte fast geschäumt, so sehr hat sich der Thrash-Gott in seine Songs hineinversetzt. Doch Kreator hauten nicht nur musikalisch auf die Fresse, sondern brachten auch einen gigantischen Bühnen-Aufbau und eine Videoleinwand (auf der Videoclips zu sehen waren) mit. Perlen wie "Enemy Of God", "Amokrun", "Pleasure To Kill", "Endless Pain" und "Violent Revolution" wurden zum Besten gegeben und das Publikum dankte mit Moshpits und heftigem Applaus.
Doch die eigentlich Überraschung kam mit der Zugabe, als Schlagzeuger Ventor im Duett mit Mille den Gassenhauer "Reign Of Fire" zum Besten gab. Leider wurde an diesem Abend nicht "Impossible Brutality" gespielt, was mein absoluter Lieblings-Song von Kreator ist, doch dafür zockten die Jungs 85 Minuten einen Wahnsinns-Set. Um halb zwölf ist auf jeden Fall Schicht im Schacht und man reiht sich zügig in die Reihe vorm Merch ein.

20 Euro für ein geiles Tour-Shirt ist absolut in Ordnung und daher tragen an dem Tag recht viele eines, um sich an dieses intensive Konzert mit gemischten Vorbands zu erinnern. Ich warte ja immer noch auf die Wiederbelebung der Thrash-Giganten-Tour mit Sodom und Destruction.

Basti

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