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Konzert-Bericht

Staind & Enjoy Destroy

TonHalle, München 07.02.2009

Das Wetter spielt immer noch verrückt und beschert uns abwechselnd richtig kalte und angenehm milde Tage. Am Samstag, dem 07.02.2009 sollte ersteres vorherrschen und dementsprechend dick eingepackt, machen wir uns zur Theaterfabrik in der Münchener Partyzone, der Kultfabrik, auf.
Dort angekommen herrscht gähnende Leere und nur ein paar verdutzt rein schauende Fans standen vor der Alabama-Halle (bald Theaterfabrik), wo das Spektakel stattfinden sollte. Angeblich war die Sache sogar ausverkauft, aber hier war nichts von zu merken und laut Uhr müsste die Vorband bald das Spielen anfangen.
Doch dann die kommt die Aufklärung von ein paar Fans aus Hamburg; das Konzert wurde in die nahe liegende Tonhalle verlegt. Also machen wir uns in dieser arktischen Kälte zu der großen Venue auf und stellen erleichtert fest, dass hier mehrere hundert Fans in das Innere der Lokalität strömen. Nur noch schnell die Karte abgeholt und schon kann der Abend mit Staind beginnen.

Den Anfang machen die recht unbekannten Jungspunde Enjoy Destroy aus England und bieten den Fans langsamen Alternative Rock mit leichtem Nu Metal-Touch. Anfangs sind die Reaktionen noch recht verhalten, was aber den Abend noch öfters vorkommen sollte, doch nach 15 Minuten hatte das junge Quartett die Meisten auf ihrer Seite. Mir persönlich war das Ganze dann doch etwas zu monoton und vor allem Sänger Freddie Armstrong bringt wenig Abwechslung in seinen Gesang. Die Ansagen werden auch etwas hastig in die Menge genuschelt und so kann ich eigentlich keinen Songtitel verstehen. Ein weiteres großes Manko sind die sehr matschenden Gitarren, wobei der Rest der Truppe einen Supersound hat, das muss also an den Einstellungen der Marshall-Topteile gelegen haben. Um 20:35 Uhr werden wir dann schließlich erlöst und die Band verlässt unter Höflichkeits-Applaus recht schnell die Bühne.

Nun war erstmal eine längere Umbaupause angesagt, welche man mit der Inspizierung der Halle überbrücken konnte. Erstes Ziel ist der Merchandise-Stand und dort trifft mich dann der Schlag; 30 !!! (dreißig!!!) Euro für ein siffiges T-Shirt, das wird wohl langsam zum Standard. Für 20 Flocken kann man sich das Tour-Shirt von 2008 zulegen, aber wer macht das schon. Das nächste Ziel ist der Bierstand und da wird es dann auch nicht besser; 3,50 Euro + 2 Euro Pfand für ein Bier überspannt den Bogen bei Weitem. Also trocken bleiben!

Um 21:05 Uhr gehen dann alle Lichter aus und lauter Applaus erklingt. Gut drei Viertel der Halle sind komplett voll und jeder einzelne freut sich auf die Limp Bizkit-Zöglinge Staind. Aaron Lee kommt mit Goldkettchen, Mode-T-Shirt und eine Base-Cap auf die Bühne und mit dem ausgesprochen hartem "Suffocate" wurde das Set eröffnet. Das ist was für Headbanger in mir und meine Freundin freute sich da lieber auf die zahlreichen Balladen. Die Stimmung ist von der ersten Minute an hervorragend und Aaron ist sehr gut bei Stimme. Dies heißt schon was, denn man hat den pummeligen Frontmann schon viel, viel schlechter erleben müssen, aber an dem Tag war alles perfekt. Leider war seine Gitarre etwas leise abgemischt, so dass man nur die Lead-Gitarre von Mike Mushok hören konnte, der anscheinend von einem Schwarm Wespen gestochen wurde, so wie der rumgehüpft ist. Mit "Falling" geht es dann gleich etwas ruhiger weiter und man kann in den Mitsing-Parts durchaus hören, dass das Gros der Besucher dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen ist. Aber das Publikum ist eh bunt gemischt; vom Endstille-Shirt-Träger mit böser Marduk-Mütze bishin zum Seeed-Träger mit Reggae-Cappie. Zudem ist erstaunlich wie ruhig es in der Halle während der Songs ist, man könnt glatt vergessen, dass man auf einem Rock-Konzert ist, so wenig Bewegung ist angesagt. Doch am Ende der Lieder schnellen dann die Pommesgabeln in die Höhe und es wird richtig Lärm gemacht. Aaron Lewis hält sich mit seinen Ansagen sehr zurück und gibt höchstens die Song-Titel zum Besten. Der Vierer zockt sich so durch 80 Minuten Setlist und schmückt diese mit Perlen wie "Outside", "Pressure", "The Way I Am", "Believe In Me" und "How About You". Kurz vor dem Ende erbarmt sich der Sänger dann doch und bedankt sich bei den zahlreichen Fans für ihr Kommen und beteuert mehrmals, dass dies die beste Audienz ist, die er je erlebt hat. Dann machen "It's Been Awhile" und "Mudshovel" den Abschluss und die Truppe schmeißt fleißig Plektren in die Menge. Diese dankt mit einem fetten Applaus und fordert lauthals eine Zugabe, doch diese wird nicht gewährt.

So trotten gegen 22:30 Uhr ca. 1500 Fans Richtung Ausgang und allesamt haben ein dickes Grinsen im Gesicht. Wenn man von dem teuren Merchandise und der überteuerten Verköstigung absieht, war dies ein gelungener Abend und hat mal wieder bewiesen, dass Staind eine ganz besondere Band sind, die es so nicht noch mal geben wird.

Setlist Staind:
Suffocate
Falling
Right Here
Fade
Just Go
So Far Away
Pressure
Pardon Me
The Way I Am
For You
Tolerate
Outside
Spleen
Believe In Me
It's Been Awhile
Mudshovel

Basti

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