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Festival-Bericht

Assault Fest II

mit Grantig, Dead Emotions, Hokum, Over Your Threshold, Shapeshift, Titana, Bloody Insanity & Weißwurschthammer

Jugendhaus Moosburg, Moosburg 16./17.01.2009

Freitag, 16.01.2009:

Beim Betreten des Juz Moosburg bin ich erstmal positiv überrascht, wieviele Leute diesmal da sind. Ein Blick auf die Bühne zeigt, dass in Punkt Lautstärke Maßnahmen getroffen wurden, denn das Schlagzeug wurde mit einer hübschen Wand aus Plexiglas umgeben, so dass die Schießbude nicht mehr ganz so viel Krawall Richtung Zuschauerraum verursacht und man folglich die Gitarren sowie den Gesang etwas leiser drehen kann. Der Sound ist im Übrigen an beiden Tagen sehr gut, vielen Dank an dieser Stelle an Rapture-Gitarrist Eric, der an den Reglern dafür gesorgt hat, dass es in Moosburg ordentlich rummst!

Kaum ist das Bier bestellt, schon eröffnen Bloody Insanity das Billing. Die Jungs freuen sich ohnegleichen, heute Abend hier spielen zu dürfen, dementsprechend motiviert sieht das Ganze aus. Der Abstand zwischen Publikum und Bühne bleibt aber zunächst etwas größer, offensichtlich will Moosburg erst abwarten, was das Quartett zu bieten hat. Das wiederum lässt sich ganz gut angehen, Melodie trifft auf Härte und aggressiven Gesang, Bloody Insanity legen teilweise etwas verschachteltes Songwriting zutage und zeigen gute Ansätze. Wenn sie es in Zukunft schaffen, ihre Songs etwas auszumisten und ein wenig besser auf den Punkt zu kommen, ist mit Bloody Insanity schwer zu rechnen. Das sehen auch die Anwesenden so und freuen sich darüber, dass ihre Zugabeforderungen am Ende des Gigs erfüllt werden.

Batmaaan ist wieder da! Im wahrsten Sinne, denn der spielt nun Gitarre und nennt sich Bukkake Klaus. An seiner Seite ist jemand postiert, der mit Gasmaske und Fliegerhaube ausgestattet ist, Fat Sanchez genannt, während sich als Vokalist jemand mit Huhnhaube und buschigem Gemächt zu schaffen macht. Shamhaar Sepp singt dann auch während des Gigs in ein mit gerupftem und geköpften Gummihuhn verziertes Mikro, so dass es den Anschein hat, als growle er in den Hals des armen Tieres. Dahinter natürlich die obligatorische Schießbude, besetzt durch DJ Hekel Aan und fertig ist die Fungrind-Band. Die Bezeichnung trifft's ganz gut glaube ich und spiegelt auch den Publikumszuspruch wieder. Das nämlich tanzt sich zu dumpfen und simplen Kompositionen Weißwurschthammers vor der Bühne einen Wolf, mal friedlich nebeneinander, mal zu zweit im Ringelreihen???. Weißwurschthammer ziehen die meisten Leute an diesem Wochenende, vornehmlich die ganz jungen und bieten meiner Meinung nach zwar eine ganz unterhaltsame aber auch die schlechteste Performance. Kann man einmal gesehen haben, muss man aber nicht öfter sehen und wirklich brauchen tut man's auch nicht. Klingt nach dem zweiten Lied alles gleich, da ändert auch das "Ghostbusters"-Cover nichts.

Shapeshift heben im Anschluss daran das Niveau um Welten, in gleichem Maße aber leert sich der Zuschauerraum, denn die ganze Sonic Syndicate-Hatebreed-HipHop-Kappie-Fraktion, die bei der Vorband noch abging wie ein Zäpfchen, verzog sich nach draußen oder nach Hause. Wundert mich irgendwie nicht, denn "Shapeshift aus Texas", wie Sänger Bernd nimmermüde betont sind alles andere als leicht verdauliche Kost. Hier mischen sich vertrackte Rhythmen und komplexe Riffs zu etwas, was die Band selbst als Brain Metal bezeichnet. Anstrengend ist die Musik sicherlich, aber die vielen eingängigen Melodien sorgen dafür, dass sich der Shapeshift'sche Metal auch nachhaltig einprägt. Lediglich mit dem Gesang habe ich so meine Schwierigkeiten. Denjenigen, die sich nicht verzogen haben, gefällt jedenfalls, was da von der Bühne schallt und Shapeshift gefällt es, dass es denen vor der Bühne gefällt. Oder so... Entsprechend engagiert geben sich die Jungs und ernten für ihren starken Auftritt den verdienten Beifall.

Zu Dead Emotions finden sich wieder ein paar Leute mehr vor der Bühne ein und denen wird schließlich auch ein ordentliches Pfund melodischen Death Metals um die Ohren geblasen. Man merkt den Jungs deutlich an, dass sie schon länger auf der Bühne stehen, denn die Songs werden sehr tight und mit ordentlich Wumms und viel Spielfreude präsentiert. Daran kann auch die etwas gewöhnungsbedürftige Stimme von Sänger Mosh nichts ändern, der an diesem Abend noch an den Folgen einer Kehlkopfentzündung leidet und trotzdem alles gibt und den Gig souverän meistert. Respekt an dieser Stelle. Die Reaktionen und der Applaus für Dead Emotions fallen enthusiastisch aus, das Publikum lässt es sich nicht nehmen, den Jungs auf der Bühne mit wallendem Haupthaar Luft zuzufächern, was auf Basser Gorbi so ansteckend wirkt, dass er in der Mitte des Gig einen Teil seiner Arbeit mitten unter den Zuschauern verrichtet. Der ganze Enthusiasmus gipfelt schließlich darin, dass beim letzten Lied Chris von Rapture auf die Bühne steigt und sich ein Spontanduett mit Mosh liefert, was dem Auftritt das i-Tüpfelchen aufsetzt und einen würdigen Abschluss des ersten Tages bildet. Sehr guter Auftritt!

Samstag, 17.01.2009:

Sie haben zwar keinen Anton in ihren Reihen, kommen aber trotzdem aus Tirol. Die Rede ist von Titana, die sich einen Ast freuen, beim Assault Fest spielen zu dürfen und auch nicht müde werden, ihren Dank an Hokum für die Einladung auszusprechen. Im Vergleich zum Vortag sind weit weniger Leute anwesend, doch im Laufe des Abends soll sich das Juz Moosburg noch gut füllen. Die Musik des Quartetts bietet eine Mischung aus knackigem Thrash und epischen Power Metal. Die Kompositionen sind durchaus anspruchsvoll und weisen einige Breaks auf, die meist gut passen, manchmal den Songs aber den Fluss nehmen. Das machen die Österreicher aber durch viel Spielfreude wieder wett, beim Publikum können sie aber nicht viele Punkte sammeln, denn das ist stets darauf bedacht, respektvollen Abstand zur Bühne zu halten. Ich denke, es war insgesamt ein ganz netter Gig und ein guter Opener.

Vor Kurzem durfte ich Over Your Threshold live im Feierwerk sehen, dort konnten mich die Jungs aber nicht 100% überzeugen und auch in Moosburg will der Funke zumindest bei mir nicht überspringen. Schade, denn die Münchener zeigen wieder mal eine engagierte Leistung. Die Songs werden knackig präsentiert, das Engagement auf der Bühne lässt kaum Wünsche offen, lediglich Sänger/Gitarrist Leonhard muss meiner Meinung nach noch etwas an seiner Ausstrahlung arbeiten, und auch der Sound ist so gut, dass sich der ein oder andere geneigt sieht, den Haarquirl anzuwerfen und den Jungs Tribut zu zollen. Over Your Threshold sehen das natürlich gerne und freuen sich über den Zuspruch. Entsprechend bejubelt werden Over Your Threshold nach einer guten halben Stunde in den verdienten Feierabend verlassen.

Hokum sind für mich der Höhepunkt des Assault Fest und der Auftritt lässt sich mit einem Wort präzise umschreiben: MÄCHTIG! Was die Jungs um Assault Fest-Chef Jonas "JoeC" Fischer vom Stapel lassen geht eigentlich auf keine Kuhhaut und knallt wie Schwein. Trotz aller Komplexität fahren Hokum einen dicken Groove und bieten eine tighte Performance. Neusänger Andre fügt sich dabei nahtlos in die Band ein und hievt die Gesangsqualität im Gegensatz zum zweifellos formidablen Album PI um einige Stufen nach oben.
Der gute und drückende Sound trägt auch dazu bei, dass das Publikum Vollgas gibt und so sieht man viele fliegende Haare, Mosh- und Circle-Pit und gegen Ende des Gigs organisieren einige Jungs sogar eine (Sperrholz-) Wall Of Death, was deutlich zeigt, wie stark Hokum an diesem Abend wirklich sind und wie gut sie trotz oder gerade wegen ihres progressiven Songmaterials live ankommen. Ein Hammerauftritt, der nach gut 30 Minuten und trotz Zugabe viel zu früh endet.

Sie sind jung, sie sind hässlich und sie sind Grantig. Im wahrsten Sinne, wobei das mit dem "hässlich" ein Gerücht ist. Dass sie aber mit der Gesamtsitutation etwas unzufrieden sind, merkt man den Münchenern Grantig durchaus an und wird durch Songs wie "So Muss Es Sein", "Sodom Und Gomorrha" oder "Wir Haben Nichts Dazu Gelernt" nur noch unterstrichen. Fette Riffs und dicker Groove heizen dabei dem Moosburger Publikum ein, das sich anfangs etwas unterkühlt gibt, dann aber aufgrund der massiven Präsenz der Band und des überwiegend sehr guten Songmaterials immer mehr auftaut. Das Tanzbein und die Matte werden geschwungen und am Ende sehen sich Grantig auch Zugabeforderungen ausgesetzt, die sie dann auch liebend gern erfüllen. Derzeit nehmen Grantig ihr neues Album auf und mit den Jungs ist in Zukunft schwer zu rechnen. Gelungener Abschluss des Assault Fest.

Auch 2009 bietet das Assault Fest in Moosburg feine Musik und eine rundum gelungene Organisation. Verzögerungen gab es so gut wie keine, alles Bands hatten offensichtlich Spaß und auch die Zuschauerzahlen, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher liegen, zeigen, dass das Assault Fest auf einem guten Weg ist. Bis zum nächsten Jahr!

Lord Obirah

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