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Konzert-Bericht

Feuerschwanz, Vroudenspil, Cumulo Nimbus, Ignis Fatuu & Zwielicht

Tanzt!

Kulturfabrik Kufstein, Kufstein 22.11.2008

(Fotogalerie)

Die erste Tanzt!-Veranstaltung im letzten Jahr war ja ein voller Erfolg, und so waren die Erwartungen für die zweite Auflage natürlich dementsprechend. Der Vorverkauf lief auch sehr gut an, doch leider konnte die Abendkasse die Vorgaben des Vorverkaufs nicht mehr erfüllen. Zwar war die Stimmung während des Abends stets prächtig und jeder hatte seinen Spaß, doch es fanden deutlich weniger Fans den Weg in die Kulturfabrik zu Kufstein als im letzten Jahr ins Upstairs. Vielleicht lag es am "weiten" Anfahrtsweg (Kufstein ist von Rosenheim aus ja quasi um die Ecke) oder das Wetter schreckte den ein oder anderen ab, da doch reger Schneefall angesagt war... wir werden es wohl nicht erfahren. Doch eines ist gewiss: die, die daheim geblieben sind, haben was verpasst. Kleiner Wehrmutstropfen am Rande: der angekündigte Mittelaltermarkt fand leider nicht statt, da die meisten Standbetreiber mit den Vorbereitungen für diverse Weihnachtsmärkte beschäftigt waren. Und die, die doch zugesagt hatten, erschienen einfach nicht.

Nach der schier nicht enden wollenden Frage meiner besseren Hälfte ("Was soll ich denn bloß anziehen???") und meiner genialen Eingebung, von Rosenheim via Landstraße (geht nicht wirklich sehr schnell) nach Kufstein zu "düsen", kamen wir kurz nach dem Beginn der ersten Band Zwielicht in der Kulturfabrik an. Schnell noch die ersten Hände geschüttelt und ab in den Hauptraum. Vor der Bühne war schon reichlich Mittelalter-Volk anwesend, teils aufwändig gewandet, teils in Zivil, was aber auch egal war, denn die Stimmung zählte.
Zwielicht
Und das aus dem Regensburger Raum stammende Septett machte einen richtig guten Job als Opener. Beim Blick auf die Bühne fiel sofort das nicht ganz alltägliche Instrumentarium, allen voran die Harfe und das Fagott auf. Der Mittelalter Rock hatte eine angenehme Spannbreite, von getragen bis hin zu flockig-rockigen Nummern ("Der Prediger") war alles vertreten. Gekrönt wurde der Gig mit einer Polonaise der Fans durch das vordere Drittel der Halle mit anschließendem Kniefall der Polonaisierenden. Was kann man mehr verlangen?

Ignis FatuuDer Soundcheck zur zweiten Band dauerte dann etwas länger, doch dann waren Ignis Fatuu aus Nürnberg deutlich rockiger als der Opener. Nach "Auf Der Flucht" als Einstieg folgten die allseits bekannten "Merseburger Zaubersprüche". Auch sonst wurden bei diesem Sound vor allem Anhänger von Bands wie In Extremo angesprochen, was jetzt aber nicht heißen soll, dass Ignis Fatuu ein Plagiat hiervon seien. Dem ist nicht so. Spätestens bei "Spielmann" und "Frühlingsreigen" wurde auch in den vorderen Reihen im Publikum das Tanzbein geschwungen. Zudem konnte man bei "Frühlingsreigen" auf prominente Unterstützung bauen, Prinz R. Hodenherz III. von Feuerschwanz gab mit seinem Dudelsack ein kurzes Gastspiel, das er zu einem Bad in der Menge nutzte. Nach dem flotten Rocker "Illusion" rockte sich die Band weiter durch ihr Programm und bei "Wächter Der Nacht" gab es auch einen kleinen Pit zu verzeichnen, der allerdings nur aus drei Mann bestand. Mit viel Beifall und Zugabe-Rufen wurden Ignis Fatuu verabschiedet.

Cumulo NimbusSchon während der nachfolgenden Umbaupause wurde deutlich, dass man bereits nach der zweiten Band deutlich im zeitlichen Verzug war. Mit guten 45 Minuten Verspätung gingen dann Cumulo Nimbus aus Landsberg am Lech auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Anfangs meinte es der Soundgott nicht gut mit ihnen, war der erste Song durch nur über die Monitore zu hören. Den Fans war das jedoch weitestgehend egal, es wurde einfach nur gefeiert, gehüpft und getanzt, ganz wie es das Motto dieses Abends war. Die Verbindung zwischen Mittelalter (Renaissance) und harten Metalklängen funktionierte auch hier einwandfrei. Das Liedgut war sehr variabel, von langsam und schleppend bis hin zu flottem Uptempo war alles vertreten, was das Herz begehrte. Vor allem die härteren und schnelleren Passagen riefen die Banger auf den Plan, so dass mehrere kreisende Matten auf der Habenseite zu verbuchen waren. Leider blieben Cumulo Nimbus auch während des Sets von technischen Problemen nicht verschont, so waren bei "Mitternacht" größtenteils weder die Geige noch die Laute zu vernehmen. Sänger Mathis Mandjolin bemerkte dies mit dem Spruch "So, das war also nun die Leise, nicht die Laute." Aufgrund der vorgerückten Stunde fingen die hinteren Reihen an, sich langsam zu lichten, doch vorne ging die Party unvermindert weiter im "Wirtshaus", bei dem der Met nicht fehlen durfte. Trotz der angesprochenen Probleme eine guter Gig, der für mächtig Stimmung sorgte.

VroudenspilNach dem Intro, bei dem die Bühne trotz gestikulierender Musiker taghell beleuchtet blieb, folgte der neue Song "Koppnuss", danach wurde der Set der Rosenheimer Vroudenspil mit den Worten "Wir sind die Selbsterfahrungsgruppe Vroudenspil" fortgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war die Kulturfabrik leider nur noch halb gefüllt, doch die, die noch da waren, machten ordentlich Stimmung. Und wie schon bei der letzten Tanzt!-Veranstaltung hatte die Meute auf der Bühne um Ratz von der Planke (Gesang, Gitarre) ein gar leichtes Spiel mit den Anwesenden. Das beliebte Hinsetz-Aufspring-Spielchen wurde ebenso bereitwillig mitgemacht wie ein Pogo initiiert. Altes Liedgut wie "Teufelspakt", "Klabautermann" und "Der Unwichtige Bösehold" wurde mit neuem gepaart ("Lebenselexier", "Fiebertraum" und das bereits erwähnte "Koppnuss"), und der Mob vor der Bühne dankte es mit reichlich Applaus oder dem ein oder anderen Tänzchen. Leider blieben auch Vroudenspil von Rückkopplungen nicht verschont, die gerade bei den ruhigeren Momenten auftraten. Doch sei's drum, des "Müller's Knecht" und die "Meuterei" markierten den Schlusspunkt unter einen gelungenen Gig, der prächtig von den Fans abgefeiert wurde. Zum Abschluss gab's dann auch noch einen fliegenden Damenschlüpfer, der seinen Weg zu Ratz von der Planke fand. Nach dem Set bedankte sich noch Lump der Propagandapirat bei den Fans und Vroudenspil, denn an diesem Abend war es sein letzter Auftritt mit dieser Truppe. Entsprechend wurde er noch einmal gefeiert.

Dann war es an der Zeit für den Headliner Feuerschwanz. Zu diesem späten Zeitpunkt waren die Reihen in der Kulturfabrik schon deutlich lichter geworden. Getreu dem Motto "Met und Miezen" kamen zuerst die Miezen auf die Bühne und wurden wohlwollend in Empfang genommen. Dann kam der Rest des lustigen Haufens. "Drachentanz" und "Turnier" läuteten den letzten Gig des Abends ein, bevor Hauptmann Feuerschwanz (Gitarre, Gesang) das Auditorium mit viel zweideutigen Ansprachen beglückte. So wurden die "Herren Der Winde" mit neuem Sinn befüllt oder die Landsmänner von J.B.O. mit "Verteidiger Des Wahren Mets" gewürdigt. Zwischendurch verlangte der Hauptmann viel brunftiges Gebrüll, das die Fans bereitwillig spendeten.
FeuerschwanzDie Macher der Show waren klar der Hauptmann Feuerschwanz und Prinz R. Hodenherz III (Dudelsack, Flöte) sowie Johanna von der Vögelweide (Geige), während sich der Rest der Band eher im Hintergrund hielt. Lediglich Hans der Aufrechte war noch kurz Mittelpunkt der Show, bevor der Hauptmann wieder das Zepter übernahm. A propos übernehmen: Prinz R. Hodenherz III übernahm die Spitze der sich bildenden Polonaise und führte die komplette Schar mal eben aus dem Raum hinaus in den Vorraum, so dass der Rest der Band vor leerer Halle weiter musizierte. Ein gepflegtes "Na toll..." vom Hauptmann war die Folge. Doch schon kurz darauf war die Meute wieder vor der Bühne versammelt und durfte weiter tanzen, feiern und/oder schunkeln. Feuerschwanz verstanden es, mit ihren eindeutig zweideutigen (Sauf-)Liedern und Ansagen die Stimmung trotz der späten (oder eher frühen?) Stunde bis zum Ende oben zu halten, bis die Fans lautstark nach dem regulären Set nach Zugaben verlangte, die sie auch bereitwillig bekommen sollten.

Tja, und dann war's auch schon zwei Uhr morgens. Eigentlich wäre noch die Aftershowparty auf dem Programm gestanden, aber die Verzögerungen hatten sich doch erheblich aufsummiert, so dass hieran leider nicht mehr gedacht werden konnte. Dann hieß es erst einmal das Auto freischaufeln bevor es in Richtung Heimat gehen konnte, denn die weiße Pracht war in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen.

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