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Konzert-Bericht

Knorkator

Metropolis, München 22.11.2008

Vor mehr als einem Jahr schlug in der Rock-Szene eine Bombe, als Knorkator das Ende ihres musikalischen Schaffens ankündigten. Aber Deutschlands meiste Band der Welt geht nicht klang- und tatenlos unter, sondern beehrt uns noch einmal mit einer Gastspielreise, die auch in die Weltstadt München führt.

Es ist eiskalt draußen, als meine Begleitung und ich den Ort des Geschehens erreichten. Vor dem Metropolis lümmelten schon etliche Fans und Rocker und warteten auf den begehrten Einlass. Dieser wurde dann auf 19:00 Uhr vorverlegt und im Vorfeld war schon klar, dass die Bude gesteckt voll sein wird. Vor der Venue versuchten noch ein paar Schlafmützen eine Karte zu ergattern, aber chancenlos, denn Knorkator haben alle Tickets verkauft.
Normalerweise ist ja das Metropolis eher das Synonym für Leere, aber dem sollte heute nicht so sein, was ich nach der Sicherheitskontrolle am eigenen Leibe spüren sollte.
Denn schon direkt am Einlass war alles voll, dennoch konnten wir uns recht weit nach vorne boxen und so harrten wir der Dinge.

Um 20:00 Uhr gingen dann die Lichter aus und es wurde laut. Jeder streckte seine Pommesgabel gen Himmel und feuerte den Berliner Fünferpack an. Richtig gelesen, an diesem Abend wurde man von einer Vorband verschont, so dass es direkt mit Knorkator losgehen konnte.
Das Bühnenbild ist dasjenige, was von den Jungs seit jeher gewohnt ist. Alf Ator und Stumpen in weißen "Feder-Kleidern", die Klobürsten, das abgefuckte Klavier/Keyboard, die unverstärkten Trommeln und eben Stumpen. Aber wie sieht der denn heute überhaupt aus? Normalerweise zeigt sich der drahtige und höchst athletische Berliner immer komplett kahl rasiert und ohne Bart, doch heute ähnelt er dem Weihnachtsmann zum Verwechseln. Die Erklärung folgt postwendend und der Santa-Clause-Look müsse noch bis zum 5.12.2008, dem letzten Knorkator-Konzert aller Zeiten, dranbleiben, danach würde dieser abrasiert und bei einem großen Online-Auktions-Haus versteigert werden.
Die Stimmung im Publikum war bezaubert und man fraß der Band alles von der Hand. Vor allem die Toast-Salven, die diese in die Menge feuerte. Dadurch entstand eine kleine Schlacht, weil jeder natürlich das Weißbrot wieder zum Besitzer bringen wollte. Es folgten auch die üblichen Spiele, wie der Huckepack-Pogo oder das Stagediven eines sehr kräftigen, jungen Mannes, wobei hier die Drohung bestand, dass wenn jener den Boden berührt, das Konzert sofort beendet sei.
Leider war heute nicht alles so hervorragend wie sonst, denn der Mikrofon von Stumpen hatte ständig Aussetzer und so verließ dieser nach fast zwei Stunden frustriert die Bühne, damit der Schaden behoben würde.
In musikalischer Hinsicht wurde das volle Brett aufgefahren und sämtliche Hits und Nicht-Hits der Karriere gespielt. Besonders gut kam an dem Tag "GV", "Alter Mann", "Kurz Und Klein", "Ich Bin Ein Ganz Besond'rer Mann" und so ziemlich alles von den Herren an.
Nur "Weg Nach Unten", was das Ende markierte, kam nicht so gut an, da fortan die Gewissheit bestand, dass dies das letzte Konzert auf dem heiligen Münchener Boden war.

Mehr als zwei Stunden Vollgas, Spaß und einfach Party, besser kann man den Gig von Knorkator nicht beschreiben. Gegen Ende hing etwas Traurigkeit in der Luft, aber dennoch war dies ein mehr als gelungener Abend, der den 20 Euro Eintritt mehr als gerecht wurde. Die Merchandise-Preise waren auch sehr angenehm und so konnte man sich nach dem Gastspiel noch mit wichtigen Utensilien eindecken.
Zum Abschluss sei gesagt, dass man Knorkator einfach nur für ihr Schaffen danken muss und ich wünsche den Musikern einfach nur das Beste auf ihrem weiteren Weg!

Basti

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