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Konzert-Bericht

Slayer, Trivium, Amon Amarth, Mastodon & Damien

Unholy Alliance Part III

Zenith, München 18.11.2008

Es ist richtig kalt geworden in der Landeshauptstadt und als ich mit Begleitung das schöne Zenith erreiche, tummelt sich das Quecksilber bei sechs Grad. Dementsprechend wenig ist auch vor der Halle los, als wir dort gegen halb sechs aufkreuzen und kommen so recht schnell an unsere Tickets und Pässe. Der Einlass ist hinten, das heißt, dass die Halle abgetrennt ist und das ist wohl ein Novum für Slayer, denn die letzten beiden Unholy Alliance-Tourneen waren in München ausverkauft. Davon ist heute wenig zu spüren.

Um 18:30 Uhr, also vor dem offiziellen Beginn, starten die Münchener Metalcoreler Damien ihr Set vor ca. 1000 Leuten. Das heißt, dass man noch richtig Platz in der großen Halle hat. Anscheinend wussten auch nur wenige von dem lokalen Support, denn die Begeisterung hält sich in Grenzen. Das Sextett auf der Bühne gab sich jedoch richtig Mühe und zockte eine halbe Stunde ihr Programm runter. Dafür wurden sie mit Höflichkeitsapplaus und ein paar Headbangern belohnt. Um 18:55 Uhr war dann jedenfalls Schluss und die Truppe verkroch sich still und heimlich von der Bühne.

Bis zu Mastodon war noch etwas Zeit und so inspizierte ich den Merchandise-Stand, wo ein T-Shirt die, von Slayer, gewohnten 30 Öcken kostete. Das ist definitiv zu viel!
Um 19:00 Uhr begann dann das Trio Mastodon aus den U.S.A. ihr Set und die Halle wurde leicht voller, aber eng war es bei Weitem nicht. Hier schon zeichnete sich ein matschiger Sound ab und die Gitarre war kaum zu hören. Der Dreierpack gab sich Mühe auf der Bühne, konnte die Massen aber nicht wirklich motivieren und es gab nur vereinzelte Banger. Das mag aber auch daran liegen, dass das Material der Jungs ziemlich komplex und sperrig ist. Und an dem Tag standen nur ein paar Leute auf progressive Klänge. Nach einer Dreiviertelstunde war die Sache dann auch überstanden und die Herren verließen unter Höflichkeitsapplaus die Bühne.

Nun wurde es eng vor den Brettern, die die Welt bedeuten, denn die Schweden Amon Amarth standen auf dem Programm. Wie anhand der zahlreichen T-Shirts festzustellen war, waren nicht wenige wegen der sympathischen Wikinger gekommen. Diese begannen um kurz vor acht ihren Set mit der Band-Hymne "Death In Fire" und schon war Bewegung in der Halle. Es wurde gemosht und Tausende von Pommesgabeln streckten sich gen Himmel. Der Sound war zwar nur leicht besser, aber immer noch nicht optimal. Der Fünferpack auf der Bühne gab alles und das bekannte Synchron-Propeller-Bangen war wieder angesagt. Sie ließen den Fans auch keine Verschnaufpause und schickten gleich "Asator" über den Äther und die Meute nahm es dankbar an. Frontsau Johann Hegg machte die Sache so viel Spaß, dass er sich ein Dauergrinsen kaum verkneifen konnte. Auch neues Material war mit "Guardians Of Asgaard", "Twilight Of The Thunder God" und "Free Will Sacrifice" vertreten und hier bewiesen die Fans Textsicherheit. Leider wurde heute die geniale Once Sent From The Golden Hall überhaupt nicht bedacht, was aber bei der kurzen Spielzeit auch nicht möglich war. Jedenfalls leitete "The Pursuit Of Vikings" nach viel zu kurzen 40 Minuten das große Finale ein und jeder gab noch mal alles. Es ist immer wieder geil den Schweden beim Spielen zuzuschauen.

Danach kühlte die Atmosphäre in der doch recht vollen Halle leicht ab, denn Trivium standen auf dem Programm und spalteten fortan das Publikum. Es war deutlich weniger los als bei Amon Amarth und der Sound war wirklich mies. Eigentlich mag ich ja die Jungs, aber an dem Tag sind sie mit dem falschen Fuß aufgestanden und spielten nur ein mittelmäßiges Set. In dem Soundbrei war es eh schon schwer einzelne Songs zu erkennen und so verzog ich mich ins Hintere der Halle und betrachtete bei einem kühlem Bier das Geschehen. Das Set war zu Core-lastig und von The Crusade wurde fast nichts gespielt. Kein "Anthem (We Are The Fire)", was mir besonders wehtat, weil es meiner Meinung nach der beste Trivium-Song ist. Frontsau Matt Heafy hatte jedoch seinen Spaß, aber bei der Auswahl der Klamotten einen Klogriff gelandet: Hautenge Röhrenjeans sind einfach schwul! Nun wurden auch die "Slayer"-Rufe immer lauter und ich konnte es den Fans nicht verübeln. Um kurz vor 22:00 Uhr war die Sache dann überstanden und Trivium räumten das Feld für Slayer.

Nun wurden den Fans die Sicht auf die Bühne verwehrt und ein großes weißes Laken aufgezogen. Die Halle war nur nun proppevoll und es wurde richtig eng vor der Bühne. Nach 15 Minuten Umbau-Pause standen sie dann auf der Bühne: Tom Araya, Kerry King, Jeff Hanneman und Dave Lombardo (eher sitzend). "Flesh Storm" leitet die Sache ein und auf einmal ist der Sound kristallklar. Zudem entsteht nun ein riesiger Moshpit, der sich über die halbe Halle erstreckt. Tom Araya hat sich sichtlich Spaß an der Sache und muss das eine oder andere Grinsen unterdrücken. Mit "War Ensemble" geht es gleich fulminant weiter und nun bangt wirklich jeder. Dass Slayer-Fans textsicher sind, muss ich keinem mehr erzählen und so stehe ich inmitten eines großen Chors, der Spaß an den vier Amis hat. Ein kleine Überraschung kam auch in Form des brandneuen "Psychopathical Red" und dieser kam bei dem wilden Haufen recht gut an. Heute lassen sich die Herren nicht lumpen und hauen einen Gassenhauer nach dem anderen unters Volk. Mit dabei sind "Chemical Warfare", "Jihad", "Cult", "Disciple", "South Of Heaven" und dann lassen die Herren die große Bombe platzen. Als erstes ertönt "Angel Of Death", was normalerweise das Ende eines Slayer-Konzertes einläutet und so entgleisen dementsprechend die Gesichter. Der nächste Track lautet dann "Piece By Piece", bei ein paar hat es schon gedämmert, ich hab noch einen Song zur Sicherheit gebraucht. Doch die Erkenntnis kam mit dem nächsten Song, dieser hieß "Necrophobic". Nun brach eine Euphorie der besonderen Art unter den Fans aus und viele umarmten grölend ihre Freunde und die, die halt daneben standen. Ja liebe Leser, Slayer spielten das komplette Reign In Blood-Album am Stück! Das sorgte noch mal für extra Bewegung und nun war die ganze Halle ein gigantischer Pogo-Kreis. "Altar Of Sacrifice", "Jesus Saves", "Criminally Insane", "Reborn", "Epidemic", "Postmortem" und das kongeniale "Raining Blood" bildeten das restliche Set. Nach über 80 Minuten verabschiedeten sich die Herren bei einem überglücklichen Publikum und für viele steht fest, dass dies der beste Slayer-Gig der letzten vier Jahre war und der beste der Unholy Alliance-Reihe.

Ein toller Konzertabend mit starken Amon Amarth und Slayer! Trivium und Mastodon konnten mich nicht wirklich vom Hocker hauen, doch dafür fanden viele andere, dass diese Truppen ganz gut waren. Damien waren ein sympathischer Opener, die bestimmt ihren Weg gehen werden. Apropos gehen, ich ging verdammt durchgeschwitzt und glücklich nach Hause mit der Gewissheit, dass ich zur nächsten Unholy Alliance-Tour definitiv wieder am Start sein werde.

Basti

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