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Festival-Bericht

Rage - The Contest - Finale

mit Bomb Shop, Yeah What The Captain Said, Black Pudding, Q-Box & Noise Of Minority

Hansa 39, München 15.08.2008

Endlich war es soweit - das Finale des Rage-Bandcontests stand an und ich durfte in der Jury mitmachen! Dieser Ehre sehr bewusst war ich natürlich pünktlich und konnte so bereits um halb acht den Aufwärm-Auftritt von Noise Of Minority begutachten. Die fünf Ulmer fahren ein tightes Metalcore-Brett auf, das bei den bislang Anwesenden durchaus gut ankommt. Viele schauen sich den Auftritt direkt aus der Nähe vor der Bühne an und auch mit Applaus wird nicht gespart. Ein guter Einstieg!

Die Pentenrieder Q-Box hatten auch an diesem Abend wieder den ersten Slot erwischt. Dies stellte sich als sehr günstig heraus, konnten sie so doch eine große Anzahl an Fans rekrutieren, so dass das Hansa 39 sehr gut gefüllt war. Denn nicht nur die Meinung der Jury zählte an diesem Abend, das Publikum gab ebenfalls seine Stimmen ab und beides wurde jeweils zu 50% gewertet.
Q-Box waren etwas engagierter als auf ihrem Halbfinale. Neben älteren Songs wie "Symmetry" und dem Hit "Where The Shadows Lie" stellten sie mit "Sleep" brandneues Material vor, das sich auf dem Rage-Contest-Sampler wiederfinden wird, wenn ich das richtig verstanden habe. "Sleep" ist ein wunderschöner Track geworden, im Midtempo gehalten und mit tollen Melodien für Gesang und Gitarre. Was mich ziemlich irritierte, war die mangelnde Hinwendung zum Publikum. Oftmals wanden die Bandmitglieder, so sie nicht gerade ans Mikro gefesselt waren, dem Publikum den Rücken zu. Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung in Form von zwei jungen und recht knapp bekleideten Grazien, die während des letzten halben Songs für optische Aufhellung sorgten. Muss man nicht unbedingt haben - und das ist nicht nur meine weibliche auf Neid basierende Meinung, sondern auch der (männliche) Rest der Jury fand den Auftritt der beiden etwas zu spät und insgesamt überflüssig.

Als Nächstes waren die jungen Münchner von Black Pudding an der Reihe. Wirkten sie beim Halbfinale noch sehr nervös, so boten sie heute eine sehr konzentrierte Leistung, die den anderen Auftritt vergessen lässt. Es bilden sich erste Moshpits und den Leuten gefällt die Sache zum großen Teil gar wunderbar. Mir persönlich ist die Interaktion mit dem Publikum immer noch zuwenig; auch wenn Sänger Patty mehr mit den Leuten spricht, könnte das ein oder andere Lächeln und ein bisschen mehr Lockerheit nicht schaden. Außerdem hatte Patty zu einem Großteil des Auftritts die Augen zu. Das sorgt zwar für Intensität beim Vortrag, wirkt aber auch abweisend. Seine Mitstreiter hielten sich bevorzugt im hinteren Bereich der Bühne auf, hüpften und zappelten dort aber ganz unterhaltsam herum.
Insgesamt haben mir Black Pudding nochmals um Längen besser gefallen als beim Halbfinale und ihre melodischen Songs taten ihr Übriges. Ich bilde mir zwar ein, dass sie diesmal mehr kräftige Lieder und weniger Balladen gespielt haben, kann das aber nicht beweisen. Feiner Auftritt!

Um kurz nach zehn waren Yeah What The Captain Said an der Reihe und die Progressive Hardcoreler, ebenfalls aus München, machten einfach dasselbe wie schon beim Halbfinale. Unbekümmert und sehr spielfreudig zockten sie ihr konfuses, äh, komplexes Material, waren unglaublich gut drauf, kommunizierten völlig unbefangen mit dem Publikum und lieferten eine sehr gute Show ab. Mit dem Songmaterial kann ich zwar immer noch komplett überhaupt nichts anfangen, es breakt und tempowechselt mir immer noch zuviel (implodieren sie eigentlich, wenn man sie zwingt, mal einen AC/DC-Song zu spielen?). Trotzdem werden Yeah What The Captain Said von ihrem Publikum begeistert aufgenommen. Achja: der Sänger hat sich offensichtlich seit dem Halbfinale nicht mehr rasiert. Süüüüüüß!

Bomb Shop kamen aus Fürstenfeldbruck. Also so wirklich. Sie kommen nicht nur generell daher, sondern hatten an diesem Abend bereits einen Auftritt im Heimatstädtchen hinter sich. Entsprechend gespannt war ich auf ihren Auftritt. Konnten sie das Niveau des Halbfinales halten? Hatten sie noch Energie? Ja, sie konnten und sie hatten! Sogar viel mehr Energie als beim Halbfinale. Gitarrist Sami Haddadin und vor allem Bassist Markus Wild bewegten sich viel mehr als noch am 24.10. und brachten so eine Menge mehr Spielfreude rüber. Man merkte der Band an, dass sie richtig heißgespielt war. Die Leute fraßen den vier Bruckern völlig aus der Hand, alle Songs wurden bis zum Schluss fast ehrfürchtig komplett angehört, bevor dann Applaus losbrach, z.B. beim zart ausklingenden "Aureus". Nicht so schön fand ich, dass Sänger Enzo Faltin die erste Hälfte der Dank- und Ansagen eher Richtung Schlagzeuger sprach und dem Publikum viel den Rücken zudrehte. Aber während der Songs brachte er seine Inhalte ausdrucksstark rüber und lieferte eine tolle Performance ab.

Nach den Auftritten der Bands wurden einige hübsche Dinge verlost und um fast Punkt zwölf konnten die Ergebnisse bekannt gegeben werden:

Gewonnen hatten mit recht großem Abstand Bomb Shop! Die vier werden jetzt eine fünf-Track-EP in den Anko Music-Studios aufnehmen, die auch direkt über den Online-Shop vertrieben wird. Ferner gewannen sie: Interviews mit dem Online-Radio Hurricane-Rock, dem Printmagazin Star Dust, eurem Lieblings-Onlinezine Heavyhardes sowie einen Musikverlagsvertrag und Bandpackages von Hurricane-Rock, einen 200,- Euro-Einkaufsgutschein von Hieber Lindberg, das Ticket zum Emergenza Bandcontest 2009 und ein Jahresabo vom Star Dust. Fett, was?

Zweiter wurden, nicht zuletzt durch eine tolle Publikumswertung, Q-Box. Sie dürfen drei Tracks in den Anko Music-Studios aufnehmen und räumten ansonsten auch ziemlich ab: Ein Musikverlagsvertrag und Bandpackages von Hurricane-Rock, ein 100,- Euro-Einkaufsgutschein von Hieber Lindberg, ebenfalls das Ticket zum Emergenza Bandcontest 2009 und ein Jahresabo vom Star Dust.

Die Plätze drei und vier lagen gleichauf, die Entscheidung führte die höhere Publikumswertung herbei. So dürfen sich Black Pudding über den dritten Platz und über 50,- Euro Einkaufsgutschein von Hieber Lindberg, das Ticket zum Emergenza Bandcontest 2009 und ein Jahresabo von Star Dust freuen. Der vierte Platz blieb somit Yeah What The Captain Said. Die Jungs bekamen ebenfalls ein Jahresabo des Stardust-Magazins und einige Drumsticks.

Ein gut und professionell aufgezogener Band-Contest geht somit zu Ende. Ich bedanke mich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei Basti (BK Music & Management), der uns eingeladen hat, dabeizusein. Beim nächsten Mal gerne wieder!

Kara

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