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Konzert-Bericht

In Flames, Gojira & Sonic Syndicate

Zenith, München 18.10.2008

Ein fettes Package hatte sich da angekündigt und vor allem die Modern Metal- und Metalcore-Fans dürften hier vor Entzückung laut aufgeschrien haben. In Flames gaben sich mal wieder die Ehre und kamen zu ihrer jährlichen Rundreise auch wieder nach München. Große Hallen stehen bei dem Schweden-Fünfer mittlerweile auf dem Programm und so wurde wieder das Zenith angemietet. Mit dabei sind die Newcomer Sonic Syndicate und Gojira, und eigentlich wären Volbeat noch mit von der Partie gewesen, aber da die Dänen zur Zeit einen immensen und verdienten Erfolg feiern, fiel der Support-Slot zugunsten einer eigenen Headliner-Tour.

Der Tour-Tross hat einen schönen Konzerttag erwischt und so ist dieser Sonntag erstaunlich warm und vor allem sonnig. Daher kann man schon recht früh einige Fans vor der Venue antreffen. Als ich gegen 18:50 Uhr am Ort des Geschehens eintreffe, ist schon jede Menge los und die Schlange am Einlass gigantisch.

Deswegen zog sich der Einlass etwas hin und vom Inneren der Hallen ertönten schon die ersten Takte der schwedischen Senkrechtstarter Sonic Syndicate. Das Sextett gab auf der Bühne alles und jeder erfahrene, vor allem ältere, Metalhead wunderte sich einfach nur über die Performance. Hip Hopper-Caps und Emo-Frisuren dominierten das Geschehen und die zwei Herren an den Mikros führten sich auf wie in einer Hüpfburg. Ein Stück weit hinter mir machten sich zwei Kuttenträger über den Namen der Truppe lustig und tauften diese kurzerhand in "Sonic Syndigay" um. Verübeln kann man es den beiden nicht, denn die Musik und das Verhalten auf der Bühne war nicht wirklich der Burner. Doch eine Menge Kiddies hatten ihren Spaß an dem Gig und machten schon die ersten kleineren Pogo-Versuche.
Nach einer halben Stunde wurde die halbe Halle von ihrer Qual erlöst und die Truppe verließ unter Beifall die Bühne; denn der anderen Hälfte hatte das Ganze sehr gut gefallen.

In der Umbau-Pause machte ich mich auf Erkundungstour und steuerte erstmal einen Hopfenblütentee-Stand an, wo mir gleich die Kinnlade runterklappte. 4,50 Euro (VIER EURO FÜNFZIG!!!) für ein schales 0,5l Krombacher, ja ne ich verzichte. Der Merchandise-Stand brachte die nächste Ernüchterung; kein Shirt unter 25 Euro! Da scheint jetzt wohl leider Standard zu werden!

Nach ungefähr 15 Minuten betrat die Überraschung des Tages die Bühne: die Franzosen Gojira! Nach dem pubertären Rumgehampel kam erwachsener Denker-Metal. Frickel-Riffs gepaart mit fiesen Grunzern wurden zum Besten gegeben. Auch hier fielen einige Kinnladen runter und ein Teil der recht vollen Halle verstand die Welt nicht mehr. In Frankreich ist das Quartett bekannt wie ein bunter Hund und füllt ähnlich große Hallen, dennoch hier müssen einige Fans erspielt werden.
Der Soundmensch macht alles richtig und die Bande spielt ein bombastisches Set runter, welches mich begeistern kann.
Leider sind hier doch sehr viele intolerante In Flames-Fans da, die mit dieser Perfomance nichts anfangen können. Schade!

Zugegeben A Sense Of Purpose ist und bleibt ein Flop! Musikalisch ist die Truppe nur ein Schatten ihrer selbst, dennoch befinden sich In Flames zur Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und ein Ende ist nicht in Sicht. Daher war der Applaus riesig als die Schatten der Truppe hinter einem riesigen weißem Vorhang erschienen und dieser dann schlussendlich herunterfiel. Es war kein Halten mehr und die ganze Halle war in Bewegung. Egal, wie schlecht In Flames auf Platte sind, live ist das Quintett aus Göteborg eine Macht und genau diese zerlegte an diesem Tag schön feierlich die Halle. Auch wenn man als Einstieg das etwas ruhigere "Chosen Pessimist" gewählt hatte, es war Bewegung da und es wurde verdammt eng vor der Bühne.
Mittlerweile kann die Band um Anders Friden auch auf einen recht ansehnlichen Back-Katalog mit vielen Hits zurückblicken und so gab es ein Gourmet-Programm für die Fans.
Der Sound ist heute brilliant und der Soundmischer hat einen Orden verdient.
Hauptaugenmerk der Setlist sind natürlich die letzten drei Outputs, aber genau das wollen die Fans hören.
Ich persönlich hätte gerne mehr altes Zeug von Jester Race und Clayman gehört, aber wurde mit "Pinball Map" und "Cloud Connected" mehr als entschädigt!
Nach mehr als zwei Stunden Power beendet "Take This Life" den buten Reigen und durchschwitze Fans strömen aus der Halle.

In Flames sind eine Live-Band und das werden sie immer bleiben. So viel Charisma und Spielfreude sieht man nicht überall. So kann die Truppe gerne wieder kommen, nur der Merchandise könnte ruhig wieder fanfreundlicher werden!
Nun kann Slayer kommen!!!

Basti

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