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Konzert-Bericht

Haggard

Tales Of Ithiria Tour

Backstage, München 21.10.2008

(Fotogalerie)

Es ist eine Premiere für den Berichterstatter: Zum ersten Mal nimmt er an einem Konzert in der neuerrichteten Halle des Backstage teil. Ob dieser Blechcontainer jetzt die endgültige Halle darstellt oder ob da noch ein richtige Gebäude hinkommt, entzieht sich meiner Kenntnis, aber zumindest als Übergangslösung ist das durchaus tauglich, wobei ich mir im Vorfeld trotzdem so meine Gedanken machte, wie denn ein Gig in einer Blechhütte klingen mag. Vor allem, wenn man bedenkt, welch Soundpotential eine Band wie Haggard hat, um die es ja an diesem Abend ging. Nun, lassen wir uns halt überraschen...
Zu meiner (angenehmen) Überraschung war der Laden schon ziemlich voll, als ich dort mit meiner besseren Hälfte auftauchte. Das hatte ich so nicht erwartet, zumal Dienstag nicht der klassische Konzerttag zu sein scheint und 23 Euronen für eine einzige Kapelle ein doch schon recht gehobenes Preisniveau darstellt. Aber Qualität hat halt ihren Preis, zumindest schienen die Anwesenden dieser Meinung zu sein.

VorbandAußerdem hat sich in den vorhergehenden Satz ein Fehler eingeschlichen, denn es gab sogar eine Vorband. Angekündigt war sie zwar nicht, aber zwei Bands für den gleichen Preis ist ja umso besser. Dachte ich Anfangs zumindest, was ich aber schnell revidieren musste, als die Band mit dem mir unbekannten Namen anfing zu spielen. Gothic Rock mit Rammstein-Riffing und einem Sänger, der einfach nur grausam klang. Nein danke, darauf hätte ich liebend gerne verzichtet. Na ja, zumindest die Lightshow war in Ordnung und auch wenn ich den Namen der Combo schon wieder vergessen habe, so bleibt eine Textzeile aus deren Liedgut wohl noch auf ewig in mein Gedächtnis gebrannt: "Döner, Döner, dreht nicht; Vogel, Vogel fliegt nicht, Ficken, Ficken geht nicht, weil er, weil er steht nicht" (oder so ähnlich). Ja, das sind wahre Perlen der deutschen Textkunst! Mir war's zu viel und ich verbrachte den Rest dieses Trauerspiels lieber vor der Halle beim gemütlichen Plausch mit Leidensgenossen.

Das Gute an diesem Auftritt war, dass er auch mal zu Ende ging und eine erholsame Umbaupause als Balsam für meine gemarterte Seele Einzug hielt. Dabei hielt sich dies Päuschen sogar einigermaßen in Grenzen, wenn man bedenkt, was da alles aufgefahren werden musste.

HaggardDenn Haggard trat mit einem wesentlich größeren Ensemble auf, als sie dies noch am Ragnarök taten. Insgesamt 19 Musiker zählte ich bei der abschließenden Verbeugung, wobei nicht alle gleichzeitig auf der Bühne standen. Aber auch so war von Anfang an der Saal fest in der Hand der Klassik-Metaller um Mastermind Asis Nasseri. Und entgegen meinen anfänglich geäußerten Befürchtungen war auch der Klang im Container durchaus zufriedenstellend, wenngleich wenn es auch andere Meinungen dazu gab. Das Programm, welches das Orchester da abspulte war aller Ehren wert, Stücke vom aktuellen Album Tales Of Ithiria wurden genauso berücksichtigt wie Lieder von den älteren Werken. Höhepunkte waren unter anderem "The Final Victory", bei dem auch das Publikum mit eingebunden wurde und "Herr Mannelig", das ich zwar schon in vielen Versionen zu hören bekommen habe, aber so, wie es an diesem Abend dargeboten wurde, war das mindestens zwei Klassen besser als jede andere Version. Überhaupt wurden mit der Setlist sämtliche Schaffensphasen von Haggard abgedeckt, so dass auch niemand in der Halle unzufrieden sein konnte mit dem Programm. So war es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass die Gruppe zu einer Zugabe zurückgerufen wurde, die sie auch mit leicht veränderter Besetzung absolvierte. So dauerte das Set von Haggard dann doch zwei Stunden, die aber wie im Fluge vergangen zu sein schienen.

So waren alle Anwesenden vollends zufrieden gestellt und machten sich auf den Weg nach Hause mit der Gewissheit, ein extrem starkes Konzert miterlebt zu haben.
So und nicht anders sieht ein gelungener Abend aus!

Hannes

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