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Konzert-Bericht

Hate Eternal, Cephalic Carnage, Skeletonwitch & Deadborn

Hansa 39, München 16.05.2008

(Fotogalerie)

Freitag abend, Konzertzeit. Was gibt es Schöneres, als das Wochenende mit einem heftigen Krachbatzen einzuläuten? Eigentlich nicht viel und so machte sich der Berichterstatter auf den Weg, Erik Rutan und Gefolge seine Aufwartung zu machen. Ort des Geschehens war das allseits bekannte Feierwerk, genauer gesagt das Hansa 39. Aber nicht nur Hate Eternal waren an diesem Abend angesagt, nein, vor den Headliner hat das Management natürlich noch ein paar Leckerchen in der Form von Deadborn, Skeleton Witch und Cephalic Carnage gepackt. Für Abwechslung sollte also gesorgt sein, mal sehen, wie diese doch recht ungewöhnliche Kombination beim Publikum ankommt...

Deadborn Kurz vor acht war Papa denn auch vor Ort und regelte noch ein paar Kleinigkeiten, denn auch ein Interview mit Hate Eternals Mastermind Erik Rutan stand noch auf dem Plan. Leider verzögerte sich dieses etwas, weswegen ich vom Opener nur das erste Stück mitbekommen habe. Immerhin war das genug, um sagen zu können, dass die deutschen Todesmetaller durchaus überzeugen konnten. Der Sound war knackig und auf den Punkt, Stageacting kein Fremdwort und auch das Volk im Saal war wohl recht angetan von dieser Performance. Mehr kann ich dazu leider nicht erzählen, denn dann ging's schon ab in die heiligen Hallen des Band-Bereichs, um ein Pläuschchen mit Herrn Rutan zu halten. Da das dann doch über eine halbe Stunde in Anspruch nahm, kam ich leider erst in der Pause zwischen Deadborn und Skeleton Witch wieder zurück in den Saal.

Skeleton Witch Zumindest konnte ich so den ganzen Gig der fünf Herren aus Ohio verfolgen. Vom Stil her passten sie eigentlich am wenigsten in diese Tour-Package, aber das fand ich an diesem Abend überhaupt nicht störend, nein, es war eher ein Element der Auflockerung, dass die Amis mit ihrem Mix aus Black, Thrash und Heavy Metal an diesem Abend mit einbrachten. Ziemlich oldschoolig und vor allem spielfreudig zeigte sich die Gruppe um Zottelmonster Chance Garnette und das Publikum dankte es ihnen mit vielen geschüttelten Häuptern und geschwungenen Fäusten. Besonders Bassist Eric Harris legte sich voll ins Zeug, aber auch der Rest der Band wusste durch einen energischen Auftritt zu gefallen. Und dass die Band sowohl im Vorfeld als auch nach dem Konzert keinerlei Berührungsängste mit den Fans zeigte, machte sie in meinen Augen gleich noch ein Stückchen sympathischer.

Cephalic Carnage Die dritte Band des Abends, Cephalic Carnage, hob sich dann alleine schon durch ihr Outfit ein wenig vom Rest der Combos ab. Während bei den anderen Bands modisch doch eher der Metaller-Stil vorherrschte, hätte ich auf den ersten Blick bei Cephalic nicht sagen können, ob es sich hier um Musiker handelt, die meine Art von Mucke machen. Besonders das Augenkrebs erregende Hemd vom Fronter wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Aber nicht nur optisch gab es gravierende Änderungen, akustisch wurde nun die volle Breitseite an grindigem Death Metal mit sehr schräger Schlagseite aufgefahren. Das war dann auch der Krach, auf den wohl ein Großteil der Gäste gewartet hatte, denn nun ging das Publikum wirklich steil. Da war schon die Hölle los im zu zwei Dritteln gefüllten Zuschauerraum. Seltsamerweise ging der Auftritt an mir ziemlich vorbei, aber, das will ich hier klarstellen, da war ich wohl einer der wenigen. Die meisten nahmen die Performance dankbar auf, der Gig war einfach gut. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil daran hatte auch der klasse Sound, an diesem Abend wohl der mit Abstand Beste. Allerdings war der Auftritt, so gut er auch ankam, nach gut einer halben Stunde auch wieder vorbei. Schade für einige der Anwesenden, die hier wohl ihr persönliches Highlight des Abends erlebt hatten.

Hate Eternal Nun war ich aber gespannt: Schafft es Herr Rutan, die unglaubliche Heavyness des letzten Studioalbums Fury & Flames auch live so umzusetzen, wie er sich das vorstellt? Nun, die Antwort darauf ist ein entschiedenes "teilweise". Der Sound von Hate Eternal war definitiv der wuchtigste des Abends, allerdings litt darunter der Gesamteindruck ein wenig, weil die Klarheit der Musik wohl der Heavyness geopfert wurde. Ein wenig breiig kam die Mucke leider schon beim Hörer an. Ihr Set zockten die Männer aus Florida fehlerlos und routiniert runter, sehr professionell das Ganze. Vielleicht sogar ein wenig zu professionell, denn bei allem Einsatz, den vor allem Bandchef Rutan, aber auch die anderen Musiker zeigten, sprang der Funke nicht wirklich aufs Publikum über. Und so kam es dann auch, dass beim Auftritt des Headliners weniger Leute im Saal waren als davor, schätzungsweise ein Viertel der Belegschaft hatte wohl entschieden, dass sie Wichtigeres zu tun hatten und vergnügten sich anderenorts. Soo schlecht fand ich den Auftritt dann aber auch wieder nicht, er war eben nur sehr abgezockt und routiniert.

Dann war es aber auch vorbei und man plauschte noch ein wenig miteinander, bevor es in die laue Münchner Frühlingsnacht ging. Bleibt als Fazit ein Konzert mit gewohnt fairen Getränkepreisen, ebenfalls fairem Merch (T-Shirt je nach Band zwischen 12 und 15 Euro, Zipper ab 25 Euro), einem anscheinend soliden Opener, zwei Bands, die für gute Laune im Publikum sorgten und einem Headliner, der zwar eine passable Leistung bot, aber die Zuhörer nicht wirklich mitreißen konnte. Nun ja, handeln wir das Ganze unter "in Ordnung" ab, ich habe auch schon Schlechteres gesehen...

Hannes

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